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Rostock DSR steigt Hamburger Weltkriegsbunker aufs Dach
Mecklenburg Rostock DSR steigt Hamburger Weltkriegsbunker aufs Dach
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09:43 12.05.2018
Der Bunker an der Feldstraße in Hamburg soll auf dem Dach einen 20 Meter hohen, pyramidenförmigen Aufbau erhalten, in dem auch mehrere Gästehäuser entstehen. Für deren Bewirtschaftung bewirbt sich die Rostocker DSR Hotel Holding. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Rostock

Ein spektakuläres Projekt peilt die Rostocker DSR Hotel Holding in Hamburg an: Auf dem Dach eines 1942 erbauten Bunkers will das Unternehmen „Gästehäuser“ betreiben. Wie Firmensprecherin Sarah Gorski bestätigte, befinde sich die Holding „in Gesprächen über ein Betreiberkonzept“ mit der Projektmanagementgesellschaft, die dem markanten Gebäude im Stadtteil St. Pauli ein terrassenartig gestaltetes begrüntes Dach aufsetzen will. 

Gästehäuser mit mehr als 100 Zimmern

Neben First-Class-Herbergen wie dem Neptun Hotel in Warnemünde, A-ja-Volkshotels wie in Warnemünde und Bad Saarow (Brandenburg) sowie mehreren Arosa-Ferien-Resorts erschließt sich die Firma damit eine ungewöhnliche Location. Details zum Hotel in luftiger Höhe seien jedoch „noch nicht spruchreif“, meinte Gorski. Bekannt ist aber bereits, dass der Aufbau außer einem öffentlichen Park, einer Gedenkstätte sowie einer Veranstaltungs- und Sporthalle mehrere Gästehäuser mit mehr als 100 „bezahlbaren“ Zimmern sowie drei Künstler-Wohngemeinschaften erhalten soll. Bunker-Investor Thomas Matzen wolle dafür etwa 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen, heißt es. Ursprünglich hieß es, noch in diesem Jahr könnten die ersten Bauarbeiten beginnen.

Die DSR Hotel Holding gehört zur Firmengruppe des Hamburger Kaufmanns Horst Rahe. Rahe hatte 1993  die Deutsche Seereederei (DSR) mit einem Geschäftspartner von der Treuhandanstalt erworben. Er baute  die Schifffahrtsfirma zu einem Hotel- und Immobilienunternehmen um. Aktuelles Geschäftsmodell der Firma ist der Betrieb von Hotels und Resorts sowie Entwicklung und Bau neuer Ferienimmobilien.

Warnemünder Neptun-Hotel verkauft, aber zurückgepachtet

Im vorigen Jahr war bekannt geworden, dass Rahe hinter den Kulissen drei Häuser in Top-Lagen, deren Eigentümer der 78-Jährige über viele Jahre war, bereits 2015 veräußert hatte: das Warnemünder Neptun Hotel sowie das Louis J. Jacob in Hamburg sowie das Warnemünder A-ja-Resort. Die beiden Luxushotels kaufte ein russischer Investor. Neuer Eigentümer des A-Rosa-Resorts an der Seebad-Promenade ist Friedemann Kunz, Gründer des Fertighaus Herstellers Scanhaus Marlow (Vorpommern-Rügen). Für alle drei Immobilien ist die DSR Hotel Holding aber weiterhin Betreibergesellschaft, denn die Rahe-Gruppe hat die  Hotels langfristig zurückgepachtet. 

Aktuelle DSR-Projekte sind neben dem Hamburger Hochbunker unter anderem die Eröffnung von weiterer A-ja-Resorts in Travemünde (2018), Ruhpolding und Zürich (2019).

Von Zwangsarbeitern errichtet

Rund 1000 Zwangsarbeiter hatten den Feldstraßen-Bunker 1942 errichtet. Als so genannter Flakturm diente der 38 Meter hohe Bau der Luftabwehr und war mit Flakgeschützen ausgerüstet. Mit einer Wandstärke von mehr als drei Metern und einer Grundfläche von 75 mal 75 Metern bot er während der Luftangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 zeitweise bis zu 25 000 Menschen Schutz.

Ehlers Elke

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