Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock „Da kommen Musik, Kunst und Handwerk zusammen“
Mecklenburg Rostock „Da kommen Musik, Kunst und Handwerk zusammen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 30.05.2018
Bad Doberan

Das Problem mit der Frage „Was will ich mal werden?“ hatte Christine Steidler nie. Bereits im Alter von sieben Jahren begann sie damit, Geige zu spielen. Etwa sechs Jahre später musste sie mit ihrem Instrument dann das erste Mal in eine Werkstatt. „Meine Geige hat damals so ein komisches Geräusch gemacht“, sagt die 38-Jährige. Der Geigenbauer bat sie darum, ein bisschen zu spielen, damit er sich anhören kann, was nicht stimmt – und war sofort begeistert.

Diese Geige kam als Totalschaden in der Werkstatt an. Quelle: Foto: Dana Frohbös

„Mensch Mädchen, du spielst so schön, du solltest Geigenbauerin werden“, sagte er damals. Und genau so kam es dann auch. Nach dem Abitur 1998 ging es für Christine Steidler nach Klingenthal ins Vogtland an die Instrumentenbauschule. Drei Jahre später hatte sie den Gesellenbrief in der Tasche, studierte anschließend vier Jahre an der Fachhochschule Markneukirchen und absolvierte nebenbei ihre Meisterprüfung.

„Ich habe schon immer gern gemalt“, sagt Christine Steidler, „und bei dem Beruf kann man alles so schön verquicken, da kommen Musik, Kunst und Handwerk zusammen.“ Die Werkstatt in Bad Doberan betreibt sie nun seit acht Jahren und repariert die Geigen ihrer Kunden. Wie viele das sind, kann die Geigenbaumeisterin gar nicht genau sagen. Fest steht nur: Sie kommen weit angereist in die Bad Doberaner Werkstatt, sogar von den ostfriesischen Inseln. „Bei den Reparaturen geht es meist um Verschleißteile, die Geige nutzt ab, der Steg wird krumm oder die Leimstellen gehen auf“, sagt Christine Steidler. Das Reparieren sei eine große Herausforderung. „Wenn ich ein Problem in der Geige beheben will, greife ich gleichzeitig in das Gleichgewicht des Instruments ein“, sagt sie.

Das vorherige Gespräch mit dem Kunden ist daher das Wichtigste. „Der Klang ist ja zum großen Teil subjektiv, die Kunden sagen mir daher genau, was anders klingen soll“, sagt die Geigenbaumeisterin.

Einige Parameter seien aber auch objektiv und physikalisch gut messbar, wie etwa der Bass.

Selbst einen Totalschaden könne man wieder hinbekommen, sagt die 38-Jährige. „Gerade repariere ich eine Geige, die heruntergefallen ist und mich in ihren Einzelteilen erreichte“, sagt sie. Man müsse allerdings überlegen, ob das Ganze dann noch wirtschaftlich sei. „Aber der ideelle Wert spielt für viele Kunden bei der Überlegung natürlich auch eine Rolle“, sagt Christine Steidler.

df

Planungen für die neue Saison beim Rostocker EC laufen / Suche nach einem neuen Trainer für die Piranhas ist noch nicht abgschlossen

30.05.2018

Projekt der freien Kulturszene zum Stadtjubiläum startet Sonntag mit Eröffnung einer Ausstellung

30.05.2018

650 Schüler sowie Betreuer und Eltern aus Rostock und dem Landkreis waren am Montag zu den Schülermeisterschaften im Drachenboot gekommen.

30.05.2018