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Rostock „Das Äußere sagt nichts über Gut und Böse“
Mecklenburg Rostock „Das Äußere sagt nichts über Gut und Böse“
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08:20 02.02.2018
Mathias Pawelke ist Schöffe am Landgericht Rostock. Quelle: Christina Milbrandt
Rostock

Am Landgericht Rostock hält sich Mathias Pawelke in letzter Zeit öfter auf als sonst. Ein großer Prozess steht gerade an, seit September gab es bereits 27 Sitzungstage. Der 61-Jährige muss bei allen dabei sein. Denn als Schöffe ist er maßgeblich an der Urteilsfindung beteiligt. Über den Inhalt des laufenden Verfahrens darf Pawelke keine Auskunft geben. Aus der Langwierigkeit des Prozesses lässt sich jedoch schließen, dass es sich um einen Fall von Bedeutung handelt. Was auch maximalen Einsatz von Pawelke erfordert. Denn normalerweise seien im Schnitt etwa zehn bis zwölf Sitzungstage für die ehrenamtlichen Richter angesetzt, sagt Pawelke.

Tagelange Beratungen

Schöffen werden bei Gerichtsverfahren als Vertreter des Volkes hinzugezogen. Sie sollen beruflich explizit keinen juristisch Hintergrund haben, um Ausgewogenheit bei der Urteilsfindung herzustellen. Die Sicht der Schöffen wird der der hauptamtlichen Richter gegenübergestellt und fließt bei der Urteilsfindung zu gleichen Teilen ein – das heißt, sie sind den Berufsrichtern gleichgesetzt. So kann es bis zur endgültigen Entscheidung auch mal eine Weile dauern. „Bei großen Fällen laufen Beratungen und Urteilsfindung schon mal ein bis zwei Tage“, erzählt Pawelke. Den Arbeitsausfall könne er als selbstständiger Immobilienkaufmann gut ausgleichen, so gehe er dann auch öfter sonnabends ins Büro. „Die freie Zeiteinteilung ist ein Vorteil für mich, dennoch kann der zeitliche Aufwand natürlich auch ziemlich anstrengend sein.“ Für ihn sei es die Sache aber wert, weil er die Schöffensicht als gute Ergänzung zur Perspektive der Berufsrichter empfinde.

Neue Wahlperiode 2019 bis 2023

Bis zum 16. Februar können sich Interessierte als Erwachsenenhauptschöffen und Erwachsenenhilfsschöffen bewerben.

Gesucht werden Frauen und Männer zwischen 25 und 70 Jahren. Sie müssen deutsche Staatsbürger sein und in Rostock wohnen. Ansprechpartnerin ist Swea Plavius im Rechtsamt, unter

☎ 03 81 / 3 81 11 63.

Bis zum 9. Februar läuft die Bewerbungsfrist für die Jugendschöffen und Jugendhilfsschöffen. Dafür greifen die gleichen Formalien wie bei Erwachsenenschöffen.

Die Bewerber sollten zudem ein gutes Verständnis für Jugendliche haben. Ansprechpartnerin ist Silka Hembus im Amt für Jugend, Soziales und Asyl, unter der Nummer

☎ 03 81 / 3 81 69 11.

Milbrandt Christina

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