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Das große Aufräumen im Gelbensander Forst beginnt

GELBENSANDE Das große Aufräumen im Gelbensander Forst beginnt

Die Schäden, die Sturm Xaver im Dezember verursacht hat, werden nun beseitigt. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Umweltschutz. Viel Holz soll liegen bleiben.

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Kreuz und quer: Sturm Xaver knickte im Dezember rund 2000 Kubikmeter Holz im Gelbensander Forst um.

Quelle: Archiv

Gelbensande. Vier Monate ist es her, dass Sturm „Xaver“ mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer in der Stunde über Norddeutschland hinwegbrauste. So auch über den Gelbensander Forst. Hier beginnen nun die Aufräumarbeiten, denn der Orkan hat rund 2000 Kubikmeter Kiefern, Fichten und Sitkafichten zu Boden geworfen, aber auch Eichen und Buchen wurden teils abgeknickt und entwurzelt.

„Zum Glück haben wir keine großen Flächenwürfe“, betont Dirk Möller, der zuständige Revierleiter des Bundesforstes. „Wir werden bei der Aufarbeitung differenziert vorgehen. Um die Borkenkäfergefahr zu vermeiden, werden wir vorrangig die größeren Wurfgebiete mit Fichten und Sitkafichten aufarbeiten“, hebt Möller hervor. Mit Harvester und Kettensäge werden die Bäume dann zerlegt und später von der Industrie zu Paletten und Bauholz verarbeitet, wie Möller erklärt. Dies sei nötig, um den Befall gesunder Baumbestände durch den Borkenkäfer zu verhindern. Für Sapziergänger würden vor allem die Wanderwege aus Sicherheitsgründen schnell freigeräumt.

Damit die Aufräumarbeiten nicht zur Gefahr für die zahlreichen Wanderer im Gelbensander Forst werden, werden die betroffenen Bereiche kurzzeitig gesperrt. Die Areale, in denen noch Lebensgefahr durch herabstürzende Äste besteht, sind zudem gekennzeichnet. Möller rät, auf Absperrungen zu achten, um sich und andere nicht zu gefährden.

Viel Holz wird jedoch so im Wald liegen bleiben, wie es der Sturm hinterlassen hat. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (BDU), die den Forst zum Naturerbe erklärt hat, hat hierfür das Motto „Der Natur ihren Lauf lassen“ ausgerufen.

„Die natürlichen Einflüsse durch Stürme und Orkane bieten der Natur große Chancen und Möglichkeiten zur freien Entwicklung, die wir als Menschen gar nicht für möglich halten“, hebt Doktor Heinz-Otto Denstorf (BDU) hervor. Er ist beim Eigentümer zuständig für das Betriebsmanagement im Wald. Außerdem würden das Laubholz und auch die Kiefern auf den BDU Naturerbeflächen nicht mehr aufgearbeitet. So entstünde Totholz als Lebensgrundlage für viele seltene, das tote Holz bewohnende Insekten, Pilze, Moose und Flechten und die sich von ihnen ernährenden Arten, wie beispielsweise Spechte und Fledermäuse. Darüber hinaus könne die Wildnis dem wachsenden Bedürfnis des Menschen nach unberührter Natur gerecht werden. Die Naturliebhaber werden sich somit künftig an mehr Totholz im Gelbensander Forst, ob liegend oder stehend, erfreuen können. „Der Wald wird sich auf den Windwurfflächen natürlich entwickeln können. Voraussetzung dafür ist auch ein angepasster Schalenwildbestand in der Rostocker Heide“, betont Denstorf, und Möller bestätigt: „Es wird weiter gejagt, um einen Verbiss durch Dammwild und Hirsche einzudämmen. Wenn wir Wölfe und Bären hätten, wäre das nicht nötig“, sagt er.

Noch bis Ende April/Anfang Mai sollen die Aufräumarbeiten im Gelbensander Forst dauern. Dann sollen die Schönheit und die Ruhe der 100 Hektar Waldfläche wieder für die Besucher zu genießen sein.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Die DBU-Naturerbefläche Gelbensander Forst ist eine von insgesamt 47 bedeutsamen Flächen in Deutschland, die die DBU Naturerbe GmbH seit 2009 sukzessive vom Bund übernimmt. Auf den insgesamt rund 60 000 Hektar Naturerbefläche in neun Bundesländern sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch zielgerichtete Pflege bewahrt, naturnahe Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff zu Wildnis entwickelt, artenarme Forste in naturnahe Wälder überführt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden.

 



Karsten Wilke

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