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Rostock Das neue Theater – zum Greifen nah
Mecklenburg Rostock Das neue Theater – zum Greifen nah
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00:19 14.06.2018
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Das Theater um die Kultur hat ein Ende: Am Dienstag haben sich Landesregierung, Landkreise und die großen Städte auf eine neue Finanzierung für die Theater in MV geeinigt. Die Zeiten des Kürzens, des Stellenabbaus und auch der „Tarifflucht“ sollen vorbei sein – und auch in Rostock atmen die Verantwortlichen und die Freunde des Volkstheaters auf: „Die Politik hat offenbar begriffen, dass Theater wertvoll für unsere demokratische Gesellschaft sind. Die Künstler können sich jetzt endlich auf die Kunst statt auf politische Debatten konzentrieren“, sagt Antje Jonas vom Theaterförderverein. Ebenfalls eine gute Nachricht: Das Land ist bereit, mit Rostock über einen deutlich höheren Zuschuss für einen Theater-Neubau zu verhandeln. Statt 25 Millionen Euro könnte es sogar 50 Millionen aus Schwerin geben. Das neue Theater – es ist damit zum Greifen nah.

Freude bei der Tanzcompagnie: Der Tanz am Volkstheater scheint erst einmal zumindest für 2019 gesichert. Quelle: Fotos: Thomas Häntzschel, Ove Arscholl
„„Wir sind bereit, auf Forderungen einzugehen und mit Rostock über einen höheren Landeszuschuss für einen Neubau zu diskutieren.“ Mathias Brodkorb (SPD) Landes-Finanzminister

Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) bestätigte: „Die Landesregierung ist bereit, sich künftig auch an den Investitionen der Theater in MV zu beteiligen. Natürlich auch in Rostock.“ Rund 102 Millionen Euro soll das neue Volkstheater am Bussebart kosten. Bisher gibt es „nur“ für knapp ein Viertel der Kosten eine Förderzusage aus Schwerin. „Wir sind bereit, auf die Forderungen Rostocks einzugehen und mit der Hansestadt über einen höheren Landeszuschuss zu diskutieren“, so Brodkorb. „Wenn Stadt und Land gemeinsam ein Projekt anpacken, kann daraus für die gesamte Region etwas richtig Gutes werden. Das beweisen wir gerade auch beim Thema Archäologisches Landesmuseum.“ Bei der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) gibt es bereits einen Zeitplan für den Neubau: „Wir bereiten gerade den Architektenwettbewerb vor. In dieser Art und Größenordnung gab es so etwas noch nie in MV“, sagt RGS-Chefin Sigrid Hecht. Europaweit will Rostock Planer ansprechen, die bereits Erfahrungen mit Theater-Neubauten dieser Größe haben: „Wir wollen spätestens Anfang 2019 ausschreiben, noch vor dem Sommer die Ergebnisse präsentieren.“ Baustart soll dann 2021 sein: „Die Arbeiten sind hochkomplex – allein wegen der Technik, die wir verbauen müssen.“ Hecht rechnet mit drei bis vier Jahren Bauzeit: „Wenn alles gut läuft, eröffnen wir 2025 das neue Volkstheater.“

OB: „Gute Nachrichten für Rostock“

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) schwärmt: „Der Theater-Gipfel war ein Erfolg. Es ist realistisch, nun von einer zügigen Eröffnung eines neuen Theaters zu träumen. Die schönste Nachricht für viele dürfte sein, dass wir unser Ballett nicht aufgeben müssen.“

Bei den Künstlern selbst herrschte gestern zunächst Erleichterung darüber, dass geplante Stellenkürzungen erst mal vom Tisch sind: „Eine Riesenbombe. Ich bin baff“, freute sich beispielsweise Chefchoreografin Katja Taranu über die vorläufige Rettung der Tanzcompagnie des Volkstheaters. Im kommenden Monat hätten einige aus ihrer Truppe den Brief bekommen, dass Verträge nicht verlängert werden. Ab 2019 sollte es kein Ballett mehr in Rostock geben. „Tänzer und Schauspieler sind immer der Spielball der Politik“, so Taranu. Die Rettung hätte gerne aber etwas früher kommen können. Weil ihnen die Unsicherheit in Rostock viel zu groß war, hätten drei Tänzer von sich aus gekündigt. Sybille Bachmann, Aufsichtsratschefin des Theaters, spricht von einem „Neuanfang“: „Der Rostocker Weg der Eigenständigkeit und freiwilligen Kooperation ist bestätigt.“ Dennoch gebe es noch zahlreiche Unklarheiten. „Die jahrelange und millionenschwere Ungleichbehandlung Rostocks sollte sich nun in der Erhöhung der Fördermittel für den Neubau niederschlagen.“

Uwe Flachsmeyer, Chef der Grünen-Fraktion in der Bürgerschaft, urteilte gestern: „Für Rostock sind der Erhalt der Tanzsparte sowie die Aussicht auf den Theaterneubau große Meilensteine.“ Steffen Wandschneider-Kastell, Fraktionschef der Rostocker SPD, ergänzt: „Aus sozialdemokratischer Sicht ist die Rückkehr zum Flächentarifvertrag am Theater ein besonders wichtiger Schritt für gute Arbeitsbedingungen.“

Thomas Niebuhr und Andreas Meyer

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