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Rostock Das soll Satire sein: Flugblätter mit Rostocker Wappen
Mecklenburg Rostock Das soll Satire sein: Flugblätter mit Rostocker Wappen
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15:16 10.07.2018
Ein Flugblatt mit offiziellen Wappen und einem politischem Bekenntnis zur Solidarität mit der Seebrücke, das nicht die Meinung der abgebildeten Absender wiedergibt. Quelle: Thomas Niebuhr
Rostock

Die in Berlin gestartete SatireaktionSeebrücke des Bundes“ hat Rostock erreicht. Zahlreiche Flyer waren Dienstagmorgen an öffentlichen Orten wie dem Rathaus zu finden. Überschrieben mit „Öffentliche Bekanntmachung“ und versehen mit den Logos von Stadt und Bundesministerium des Inneren (BMI) versuchten der Zettel einen amtlichen Eindruck zu erwecken.

Laut des Flugblattes schließt sich die Stadt Rostock der Aktion Seebrücke des Innenministers an und öffnet Hafen und Stadttore für Geflüchtete. Auf der zweiten Seite werden die Rostocker aufgefordert dem Oberbürgermeister zu danken, dass er sich an der „Aktion“ beteiligt. Einzelheiten zur „Seebrücke des Bundes“ lassen sich auch auf einer Internetseite nachlesen.

„Die Webseite wird vom BMI weder direkt noch indirekt unterstützt. Wir prüfen derzeit rechtliche Schritte gegen diese irreführende Darstellung. Es gibt keinerlei Planungen für eine so genannte Seebrücke des Bundes“, hatte das Innenministerium sofort nach dem Start der Aktion getwittert.

Auch das Rostocker Rathaus versichert nichts mit dem Schreiben zu tun zu haben. „Wir haben die Zettel eingesammelt“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa und spricht von einer illegalen Aktion. Ob Rostock wegen der unerlaubten Verwendung städtischer Symbole rechtliche Schritte einleiten wird werde noch geprüft.

Die Satireseite ist nicht zu verwechseln mit der ernstgemeinten „Aktion Seebrücke“ in der sich zahlreiche Organisationen versammelt haben, um gegen die aktuelle deutsche und europäische Flüchtlingspolitik zu protestieren. In mehreren deutschen Städten gab es bereits Demonstrationen, auch an diesem Wochenende sind bundesweit Aktionen geplant. tn

Thomas Niebuhr