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Rostock Deal mit Rostock: Kleingärtner warten weiter auf ihr Geld
Mecklenburg Rostock Deal mit Rostock: Kleingärtner warten weiter auf ihr Geld
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00:00 05.02.2018
Kleingärten am „Groten Pohl“ in der Südstadt: Die Hansestadt hat den Gärtnern großzügige Entschädigungen zugesagt, wenn sie ihre Parzellen freiwillig verkaufen. Das Areal soll nämlich zum neuesten Wohngebiet Rostocks werden. Quelle: Fotos: Ove Arscholl, Sophie Pawelke
Stadtmitte

Rostock braucht Bauland – und die Kleingärtner sollen helfen. Wer freiwillig seinen Garten aufgibt und an die Stadt verkauft, soll damit sogar ein richtig gutes Geschäft machen können. So jedenfalls hat es Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) versprochen. Im November 2016. Doch nun – mehr als ein Jahr später – ist die Enttäuschung bei vielen verkaufswilligen Kleingärtnern groß: Sie haben ihre Gärten längst aufgegeben, aber immer noch kein Geld von der Stadt gesehen. In einem Brandbrief attackiert der Verband der Gartenfreunde nun OB Methling scharf.

300 Pächter wollen ihre Parzellen an die Hansestadt verkaufen / Seit einem Jahr warten die Kleingärtner auf die Auszahlung / Verband kritisiert Rathaus

„Was ist das Wort eines Oberbürgermeisters wert?“

Das Schreiben, das der OZ vorliegt, stammt bereits aus dem Dezember 2017. Zwei Seiten Kritik am Rathaus – unterschrieben von Annette Roeßler, der Geschäftsführerin des Rostocker KleingartenVerbandes. „Am 7. November 2016 wurde den Kleingärtnern der Hansestadt das Angebot gemacht, alle freien und freiwerdenden Parzellen im Stadtgebiet zu kaufen und die bisherigen Nutzer mit dem 1,3-Fachen des Verkehrswertes zu entschädigen“, schreibt Roeßler in dem Brief. Und weiter: „Daraufhin meldeten sich einzelne Gartenfreunde hier im Verband, die ihre Parzellen an die Hansestadt übergeben wollten. Die praktische Umsetzung war in der Stadtverwaltung in keiner Weise geklärt, im Übrigen rechtlich auch gar nicht möglich.“ Also musste das Angebot des OB eingeschränkt werden: Der Verband entschied, nur in den Bereichen „Am Pulverturm“ und „Am Südring“ dem Deal mit der Stadt zuzustimmen. Insgesamt mehr als 300 Kleingärtner hätten sich daraufhin gemeldet, um ihre Gärten gegen die Entschädigung abzugeben.

Das Problem – aus Sicht der Kleingärtner: Das Rathaus lässt sich zu viel Zeit. Noch nicht ein Garten sei bisher von der Stadt offiziell aufgekauft worden. Die Kleingärtner stünden derzeit „im Regen“:

„Die Pächter haben ihre Parzellen für eine besenreine Übergabe beräumt, sie erwarten die Bekanntgabe der Übergabetermine.“ Einen neuen Garten können sich viele, so Roeßler, nicht leisten – dafür bräuchten sie erst das Geld der Stadt. Doch nichts geschehe. Viele Kleingärtner würden sich bereits fragen: „Was ist das Versprechen eines Oberbürgermeisters wert?“ Der Verband verlangt nun Antworten von der Stadtverwaltung.

Rathaus: Erste Ankäufe sind bereits erfolgt

Stadtsprecher Ulrich Kunze weist die Kritik des Verbandes zurück: „Von Stillstand kann beim besten Willen keine Rede sein“, sagt er. Aber: Das Geld werde an die Pächter nicht von der Stadt direkt, sondern vom Verband der Gartenfreunde ausgezahlt. Denn der sei Vertragspartner der Stadt. Der Weg zur Entschädigung: Erst ermittle der Verband den Wert, dann übernimmt der Verband auch die Parzelle und meldet das dem Rathaus. Erst wenn auch die Gremien der Bürgerschaft zugestimmt haben, übernimmt die Stadt die Flächen – und dann wird auch gezahlt.

Laut neuesten Zahlen aus dem zuständigen Liegenschaftsamt der Hansestadt steht die Stadt kurz vor dem Kauf der ersten 84 Parzellen in der Kleingartenanlage „Dr. Ernst Heydemann“. „Die Bürgerschaft hat dem Kauf bereits zugestimmt, wir erwarten jetzt die Übergabe durch den Verband. Unmittelbar danach zahlen wir die Entschädigung aus“, sagt Kunze. Das werde dann maximal 14 Tage dauern.

Stadt wartet auf Gutachten des Verbandes

19 weitere Kleingärtner aus der Anlage hätten sich später noch zusätzlich gemeldet. Doch auch bei ihnen soll es mit dem Ankauf durch die Stadt schnell gehen. Gleiches gelte für 99 Pächter aus dem Verein „Am Groten Pohl“ und 21 Pächter aus der Anlage „Am Pütterweg“: Auch hier habe die Stadt großes Interesse an einem Kauf. Aber: „Zunächst müssen die Parzellen und ihr Wert bewertet werden. Das hat der Kleingarten-Verband zu leisten. Erst danach kann die Stadt aktiv werden“, sagt Kunze und schiebt den „schwarzen Peter“ an den Verband zurück.

Kein Wort kommt von der Stadt zu den übrigen Anlagen: Nach Angaben des Kleingarten-Verbandes wollen auch in den Anlagen „Am Primelweg“, „Windrose“ und „Dwarsweg“ verkaufen. Doch: „Wir haben ein vorrangiges Interesse daran, gepachtete Parzellen zu übernehmen, die sich bereits auf städtischem Grund befinden“, sagt Stadtsprecher Kunze. Denn dort soll als erstes gebaut werden.

Andreas Meyer

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