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Rostock Defekter Aufzug behindert Bahnreisende
Mecklenburg Rostock Defekter Aufzug behindert Bahnreisende
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00:00 31.07.2018
Diese Treppe ist neben dem Aufzug der einzige Zugang zu den Bahngleisen. Quelle: Fotos: Lina Knaack
Evershagen

Seit sechs Wochen hängt am Aufzug im S-Bahnhof Evershagen ein Schild: „Defekt! Ein Techniker wurde verständigt. Wir bitten um Verständnis.“ Doch seitdem ist nichts geschehen. Gerade für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen ist das ein Problem. Denn barrierefreies Reisen ist nicht mehr möglich.

Zugang beschränkt: Fahrstuhl am S-Bahnhof Evershagen seit Wochen kaputt

„Wie kann man da noch Verständnis haben?“, fragt Ernst-Jochen Tegler aus Evershagen. Mit seiner Geduld ist er am Ende. Zwei Wochen hat er gewartet. Danach hat er beim Kundenservice der Deutschen Bahn angerufen, um nachzufragen, wann der Aufzug endlich repariert wird. Doch noch immer müssen die Anwohner warten. „In der Bewegung eingeschränkte Personen und Mütter mit Kleinkindern sind ungehalten, sie fordern eine Wiederherstellung der Benutzbarkeit“, betont Tegler. Die Deutsche Bahn teilte ihm mit, dass ein fehlendes Ersatzteil Schuld sei. Das müsse erst noch bestellt werden.

Für alle, die die Treppen nicht oder nur schlecht nutzen können, gibt es keine Alternative zum Aufzug. Zwar gibt es eine Auffahrt zur Brücke zwischen Evershagen und Schmarl, doch zum Bahngleis führt nur eine Treppe. Radfahrer, wie Ernst-Jochen Tegler, können immerhin noch die einspurige Fahrrinne benutzen. Seine Ehefrau hat da schon größere Schwierigkeiten. „Sie hat momentan Probleme mit ihrem Knie und braucht deshalb den Aufzug“, sagt der 78-Jährige. Beide wohnen in Evershagen und fahren häufig mit der S-Bahn.

Auch wer im Rollstuhl sitzt, mit Rollator oder mit Kinderwagen unterwegs ist, hat derzeit keine Möglichkeit zur S-Bahn zu gelangen. Hier sehen die Anwohner die Bahn in der Pflicht. Denn 2002 ist das Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (BGG) in Kraft getreten, das bildet auch die Gesetzesgrundlage in Deutschland für barrierefreie Bahnhöfe.

Niels Schönwälder (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender von Evershagen, verärgert diese Situation. „Es ist nicht schön, wenn schon nach Hilfe gefragt wird, keine wirkliche Antwort zu bekommen“, sagt er.

Gerade von der Deutschen Bahn, die mit ihren guten Serviceangeboten wirbt, erwarte man eine schnelle und sichere Auskunft. Denn für Störungen wie zum Beispiel defekte Aufzüge oder ausgefallene Züge gibt es bei der Deutschen Bahn einen umfassenden Informationsservice in den DB-Reisezentren und DB-Informationen.

Als Ortsbeirat sei man da leider machtlos. „Wir könnten auch nur eine Anfrage an die städtischen Ämter weiterleiten“, sagt Schönwälder. Er hofft auf eine schnelle Lösung des Problems.

Sein Stellvertreter Harm Wullekopp (Linke) erklärt, dass beim Ortsbeirat noch keine Beschwerden eingegangen seien. Das könne auch daran liegen, dass die Anbindung der Straßenbahn zwischen Evershagen und der Innenstadt sehr gut sei. „Die Leute in Evershagen sind nicht so sehr von der Situation betroffen“, erklärt er. Die S-Bahn werde wahrscheinlich eher von in Warnemünde arbeitenden Anwohnern genutzt.

Bisher sind ungefähr 77 Prozent der Bahnhöfe von der Deutschen Bahn ohne Stufen zu erreichen und somit barrierefrei gestaltet. Wann Evershagen wieder dazugehört, ist noch unklar. Die Bahn sah sich nicht in der Lage, auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG selbst Stellung zu dem Fall in Evershagen zu beziehen.

Lina Knaack

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