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Dehoga fordert Hotel-Stopp

Rostock-Stadtmitte Dehoga fordert Hotel-Stopp

Zehn Prozent mehr Betten in einem Jahr: Kleine Betriebe fürchten Verdrängung.

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Auf dem Radisson entstehen neue Veranstaltungsräume. Stahlbauer Christian Lau (24) arbeitet am Innenausbau.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock-Stadtmitte. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert einen Baustopp für neue Hotels und Ferienwohnungen in Rostock. Es gebe ein Überangebot, weitere Neubauten würden den ohnehin harten Konkurrenzkampf weiter verschärfen. „Die Stadt muss höllisch aufpassen“, sagt Jürgen Schulz vom Dehoga Rostock. Es drohe ein „Verdrängungswettbewerb“, den vor allem kleinere Betriebe verlieren würden. Der Verband fordert die Stadt auf, in ihren Bebauungsplänen keine neuen Hotels mehr zu genehmigen.

Noch können Rostock-Besucher unter immer mehr neuen Häusern wählen. Im Frühjahr eröffnete an der Warnemünder Promenade das A-ja-Resort, in Markgrafenheide wurde das Ostseeferienzentrum zu einer Urlaubsanlage mit Bungalows und Hotel umgebaut und ist bereits teilweise eröffnet. In Warnemünde entsteht ein neues Hostel, in der Rostocker Innenstadt nimmt noch dieses Jahr ein Haus der Kette „Motel One“ den Betrieb auf.

Insgesamt erweitern die Neueröffnungen die Touristen-Schlafplätze in der Hansestadt um 1350. Das ist ein Zuwachs von knapp zehn Prozent in einem Jahr. Der Bauboom währt schon viele Jahre. 108 Hotels mit 13 565 Bette gab es laut Statistischem Landesamt Anfang dieses Jahres. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es etwa halb so viele, 7769 Betten, verteilt auf 89 Betriebe. Die durchschnittliche Auslastung war 2012 in Rostock mit 33,6 Prozent etwas höher als im gesamten Bundesland (30,9).

Nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht, meinen manche. „Keine andere Stadt hat im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Hotelbetten“, sagt Hans-Hendrik Kopplow, Inhaber des Hotels „Markgraf“ in Markgrafenheide und Vorsitzender des Vereins der familiengeführten Hotels in Rostock. „Im Sommer jubeln wir alle, weil kein Bett mehr frei ist“, sagt Kopplow. Spätestens im Herbst kühlt sich die Stimmung aber ab, und immer mehr Hotels konkurrieren um wenige Gäste. Folge: Übers Jahr gerechnet sinken die durchschnittlichen Zimmerpreise. Kopplow: „Die Kosten steigen aber trotzdem.“ Das mache es vor allem für Mittelständler schwer zu überleben. Große Hotelketten verkrafteten es dagegen schon mal, wenn ein Haus rote Zahlen schreibt.

Bei der Stadtverwaltung will man von einem Hotel-Stopp nichts wissen. Matthias Fromm, Leiter der Tourismuszentrale, verweist auf steigende Übernachtungszahlen auch in der Nebensaison. Mit Aktionen wie „Leuchtturm in Flammen“ und „Warnemünder Wintervergnügen“ sei es gelungen, auch in Herbst und Winter neue Gäste anzulocken. Zudem gebe es in der Hansestadt noch Bedarf für neue Hotels, beispielsweise im Kongress- und Tagungsbereich. „Im Hinblick auf stetig steigende Übernachtungszahlen ist ein qualitativer Ausbau der Bettenkapazitäten in bestimmten Segmenten aus touristischer Sicht begrüßenswert“, teilt Fromm mit. Also wohl kein Ende der Baulust im Sicht.

 

 

gkw

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