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Rostock Dem Aal geht’s schlecht
Mecklenburg Rostock Dem Aal geht’s schlecht
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10:14 29.08.2018
Sorgenfisch: Früher tummelten sich Aale in großen Mengen in den Gewässern, heute sind sie vom Aussterben bedroht. Quelle: Christian Hager/dpa
Rostock

Ob als fetter Räucherfisch, ob gebraten oder in Aspik – der Aal hat viele Fans. Experten machen sich jedoch große Sorgen um den beliebten Speisefisch. Die Bestände schwinden in dramatischem Tempo: „Mittlerweile kommen in Europa nur noch etwa fünf Prozent der Jungaale an, die in den 70er Jahren gezählt wurden“, erklärt der Leiter des Thünen-Instituts für Fischereiökologie, Reinhold Hanel.

Diese Rückgänge haben enorme Auswirkungen auf die Fischerei auch in Mecklenburg-Vorpommern. So gingen die Fangmengen der Hochsee- und Küstenfischerei binnen weniger Jahre auf gut die Hälfte zurück: Haben die Fischer laut offizieller Fangstatistik im Jahr 2005 noch 87500 Tonnen aus der Ostsee geholt, waren es 2017 nur noch 46000 Tonnen.

„Seit etwa 40 Jahren wird eine ständige Abnahme des Bestandes festgestellt“, teilt das Schweriner Fischereiministerium mit. Mittlerweile wird der Aal als „stark gefährdet“ eingestuft, gilt als vom Aussterben bedroht. Die EU hat ihre Mitgliedsstaaten daher verpflichtet, mit Managementplänen die Bestände zu sichern. Das Ziel: 40 Prozent der laichreifen Aale – sogenannte Blankaale – sollen abwandern können. Denn: Aale laichen nicht in Warnow, Müritz oder Ostsee, sondern ausschließlich in der Tausende Kilometer entfernten Sargassosee im Atlantik.

„Der Aal ist sehr wichtig für die Unternehmen“, betont der Präsident des Landesverbands der Binnenfischer MV, Ulrich Paetsch. Die Anteile des Aals an allen Fängen von Hecht, Plötz oder Zander betragen zehn Prozent, die Erlöse 20 bis 30 Prozent. Paetsch: „Würde der Aal wegfallen, hätte das katastrophale Folgen für die Betriebe.“

Warum es immer weniger Aale gibt – darüber rätseln Wissenschaftler. „Die Gefährdungsursachen sind komplex“, sagt Hanel vom Thünen-Institut in Bremerhaven. Klimaveränderungen, Schadstoffe, eingeschleppte Parasiten und Aale, die in den Turbinen von Wasserkraftwerken sterben – viele der Faktoren seien schwer zu beeinflussen.

Axel Meyer und Wyona Schütte

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