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Rostock Demenzforschung: Macht Übergewicht vergesslich?
Mecklenburg Rostock Demenzforschung: Macht Übergewicht vergesslich?
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00:48 24.04.2018
Dr. Angela Kuhla (r.) führt Dr. Deborah Janowitz durch die Räumlichkeiten des Rudolf-Zenker-Instituts für Experimentelle Chirurgie. Quelle: Foto: Pauline Rabe
Rostock/Greifswald

Sich nicht mehr erinnern zu können, ist eine weit verbreitete Zukunftsangst. Einer der Faktoren, die im Verdacht stehen, Demenz zu begünstigen, ist Übergewicht. „Das zeigen zumindestens erste Vorversuche“, sagt Dr. Angela Kuhla vom Rudolf-Zenker-Institut für Experimentelle Chirurgie an der Universitätsmedizin Rostock.Um herauszufinden, welchen Einfluss Übergewicht, Ernährung und Bewegung tatsächlich auf das Gehirn besitzen, begann die Biologin im Februar ein Forschungsprojekt mit der Greifswalder Medizinerin Dr. Deborah Janowitz, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie tätig ist.

Forscherinnen aus Rostock und Greifswald untersuchen Zusammenhang

Förderung durch DFG

221000 Euro Förderung hat Dr. Angela Kuhla von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für ihre Versuche an Mäusen erhalten. Kooperationspartnerin Dr.

Deborah Janowitz hat 206000 Euro bekommen.

Doch wie passen Chirurgie und Psychiatrie überhaupt zueinander? „Jahrelang dachte ich gar nicht“, gesteht Janowitz. Ihre Meinung änderte sich jedoch bei einem Gespräch mit Professorin Brigitte Vollmar, die das Institut in Rostock leitet. „Wir fanden innerhalb kürzester Zeit viele gemeinsame Themen.“ Im Zuge der Ausschreibung der Exzellenzinitiative des Landes Mecklenburg-Vorpommerns lernten Janowitz und Kuhla sich dann schließlich kennen. Ziel ihres Kooperationsprojektes ist es, Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Demenzerkrankungen aufzudecken. „Bestätigt sich dieser Verdacht könnte es langfristig neue Ansätze für die Therapie von Demenzerkrankungen ermöglichen“, erklärt Kuhla.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Fastenhormon FGF21, welches paradoxerweise bei Übergewicht produziert wird. „Gleichzeitig reduzieren sich entzündungsbedingt die Anzahl der Rezeptoren von FGF21 im Gehirn und damit die FGF21-Sensitivität, was letztlich zur Störung der kognitiven Leistung und damit zu Demenzerkrankungen führt“, sagt Kuhla. Um diese Annahmen zu bestätigen, werden an beiden Forschungsstandorten in den kommenden drei Jahren Experimente durchgeführt. Die Rostocker Forschungsgruppe untersucht ausschließlich Mäuse. „Wir schauen uns mithilfe von bildgebenden Verfahren wie PET/CT und MRT sowohl Gehirnvolumen und durch das Übergewicht verursachte Entzündungen von dicken und normalgewichtigen Tieren an.“ Bei der Anzahl der Mäuse wurde darauf geachtet, diese möglichst gering zu halten.

Ergänzt wird Kuhlas Arbeit durch den translationalen Forschungsansatz von Janowitz: „Wir arbeiten einerseits an einer Bevölkerungsstudie, führen andererseits aber auch Versuche mit unseren Patienten durch. Natürlich nur, wenn diese einer Studienteilnahme zustimmen“, erzählt die Greifswalder Forscherin.

Die Untersuchungen an Mensch und Maus sind vergleichbar designt. Beide werden in Versuchen acht Wochen lang sportlicher Aktivität wie Laufen ausgesetzt. „Damit wollen wir sehen, ob die Entzündungen im Hirn zurückgehen und die kognitive Leistung wieder vollständig hergestellt oder zumindest verbessert werden kann“, erklärt Kuhla. Diese Erkenntnis würde bedeuten, dass das Risiko für Demenzerkrankungen durch Gewichtsabnahme vermindert werden kann. „Es ist ein Drama, dass bereits Kinder vermehrt unter adipositas-bedingten Erkrankungen leiden“, unterstreicht Vollmar die Relevanz der Thematik.

Da dass Projekt erst im Februar angelaufen ist, steht es aktuell noch in den Startlöchern. „Das bedeutet vor allem zu planen“, sagt Kuhla. Vierteljährliche Treffen sollen alle Beteiligten auf einen Stand bringen. Das Projekt wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und ermöglicht der Privatdozentin ihre mehrjährigen Forschungen zu Adipositas und neurodegenerativen Erkrankungen weiter zu führen.

Pauline Rabe

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