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Rostock Den Friedhof im Dorf lassen
Mecklenburg Rostock Den Friedhof im Dorf lassen
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00:27 15.03.2018
Der Friedhof an der Kirche in Thelkow wird von den Bewohnern der Gemeinde besonders gepflegt. „Dies ist ein Stück Dorfgeschichte, das wollen wir erhalten“, sagt Bürgermeister Erhard Skottki. Alljährlich gibt es hier Arbeitseinsätze. Quelle: Fotos: Hartmut Klonowski, Doris Deutsch

Dorffriedhöfe sind Natur- und Kulturorte mit langer Geschichte. Seit Generationen betten hier Familien aus der Umgebung ihre Angehörigen zur letzten Ruhe. „Jede Gemeinde muss einen Friedhof für die Verstorbenen vorhalten“, sagt Jörg Blotenberg vom Amt Warnow-West. Hat die Kommune keine eigene Begräbnisstätte, muss sie mit Friedhofsträgern in der Nachbarschaft eine Vereinbarung schließen. Im ländlichen Bereich sind es oft Kirchgemeinden, die Friedhöfe bewirtschaften. Zunehmend mit Defiziten, die Gebühren decken oftmals nicht mehr die Kosten für die Unterhaltung. Die Kirche will nun die Kommunen stärker in die Verantwortung nehmen.

Gemeinden unterstützen Kirchen bei Erhalt der Begräbnisstätten / Verträge über Zuschüsse nötig

Reinhard Wienecke, Friedhofsbeauftragter des Kirchenkreises Mecklenburg, kennt vor allem im Amtsbereich Warnow-West schon gute Beispiele der Zusammenarbeit. So in der Gemeinde Elmenhorst/Lichtenhagen-Dorf. „Wir bekommen jährlich Zuschüsse, wenn die Gebühren nicht ausreichen“, berichtet Pastorin Anke Kieseler. „Außerdem unterstützt uns der Bauhof mit Technik, beispielsweise bei Baumpflegearbeiten.“ Auch bei der Entsorgung von „unglaublichen Mengen von Grünschnitt“ sei die Gemeinde behilflich. Die Zusammenarbeit soll demnächst per Vertrag besiegelt werden.

Ein solcher sei auch nötig, sagt Fachbereichsleiter Jörg Blotenberg. Nur dann können finanzielle Zuschüsse bei nachgewiesenen Defiziten von den Gemeinden für die Friedhöfe gezahlt werden. „Wir haben einige Jahre 1500 Euro für den für uns zuständigen Friedhof in Biestow im Haushalt eingeplant. doch das Geld wurde nicht angefordert“, bemerkt Papendorfs Bürgermeister Klaus Zeplien. Weil keine Defizite von der Kirchgemeinde Biestow ausgewiesen wurden, erklärt Blotenberg. „Der Initialfunke muss von der Kirche kommen.“

Auf ein gutes Miteinander verweist Ziesendorfs Bürgermeister Thomas Witt. „Wir sind stolz, dass wir in Buchholz eine schöne Kirche und einen Friedhof haben. Ein wichtiges Stück Dorfkultur, da sind wir in der Pflicht, es zu erhalten“, sagt Witt. Der Buchholzer Friedhof liegt im Einzugsbereich von vier Gemeinden. Mit Pölchow und Ziesendorf hat die Kirchengemeinde öffentlich-rechtliche Verträge geschlossen über eine Kostenbeteiligung bei Gebührendefiziten, wie Pastor Martin Kumlehn berichtet. „Das ist in der Regel in einem Umfang von insgesamt etwa 4000 Euro jährlich der Fall.“

Kein Geld, aber praktische Hilfe gewährt die Gemeinde Thelkow. „Jedes Jahr gibt es Einsätze auf dem Friedhof, an dem sich Einwohner, Landwirtschaftsbetriebe, Gemeindearbeiter beteiligen“, sagt Bürgermeister Erhard Skottki. „Friedhof, Kirche und Pfarrhaus gehören einfach zum Dorf.“

Doris Deutsch

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