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Rostock Denkmal für den Spielmann-Opa gefordert
Mecklenburg Rostock Denkmal für den Spielmann-Opa gefordert
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16:06 31.07.2018
Bürger und die Politik in Rostock wollen den verstorbenen Straßenmusiker Michael Tryanowski ehren. Quelle: Joachim Kloock
Rostock

Der Abschied von Rostocks „Spielmann-Opi“ – er wird leise und still. Im kleinen Kreis will seine Familie Michael Tryanowski, dem bekanntesten Straßenmusiker des Landes, die letzte Ehre erweisen. So habe es sich sein Vater gewünscht, sagt Tryanowskis Sohn Frank Kraschweski. Doch auch wenn Tryanowski nie wieder mit dem Akkordeon in der Innenstadt seine Musik spielen wird – Politik und Bürger wollen die Erinnerung an das Rostocker Original hochhalten. In der Bürgerschaft und im Rathaus wird bereits darüber beraten, wie die Hansestadt ihrem „Spielmann-Opi“ ein Denkmal für die Ewigkeit setzen kann.

CDU fordert eine Tryanowski-Straße

Die Rostocker CDU sprach sich bereits am Montagabend – kurz nachdem Tryanowskis Tod bekannt worden war – dafür aus, den besonderen Rostocker mit einer eigenen Straße zu würdigen. „Wir verbeugen uns vor einem großen Mecklenburger!“, so Partei- und Fraktionschef Daniel Peters. Und weiter: „Michael Tryanowski ist ein Wahrzeichen unserer Hanse- und Universitätsstadt. Seine große Bedeutung sollte mit einer Bezeichnung für eine Straße oder einen Platz gewürdigt werden. Das muss aber schon ein prägnanter Ort sein.“ Die CDU bringt auch gleich einen konkreten Vorschlag ein: Wenn im Zuge der Bundesgartenschau 2025 der Stadthafen umgestaltet wird, könnte dort ein geeigneter Platz entstehen, der für alle Zeiten Tryanowskis Namen tragen soll.

Wie sollte die Stadt Rostock den Spielmann-Opa ehren?

Bürger und Politik fordern eine besondere Ehrung für den verstorbenen Straßenmusiker Michael Tryanowski.

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Unterstützung bekommen die Christdemokraten bereits von den Grünen: Rostock sei einem würdigen Gedenken an Tryanowski verpflichtet, sagt Fraktionschef Uwe Flachsmeyer. „Eine Straße oder einen Platz nach ihm zu benennen, halten wir für eine gute Idee. Es muss aber ein Ort sein, der auch zu Michael Tryanowski passt.“ Welcher das sein könnte, lässt Flachsmeyer offen: „Das müssen wir genau und in Ruhe prüfen. Aber ich denke an die Innenstadt oder an Warnemünde. Dort, wo er seine Musik gemacht hat.“

SPD: Denkmal am Uni-Platz setzen

Die Sozialdemokraten machen einen anderen Vorschlag: „Ich kenne den Spielmann-Opi aus frühester Kindheit. Rostock verliert ein Original. Die Stadt Schwerin hat ihrer ,Blumenfrau‘ ein kleines Denkmal gesetzt. Ich würde mir so etwas für Rostock wünschen“, sagt SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell. So könne Tryanowskis gütiges Lächeln für alle Zeiten Teil des Rostocker Stadtbildes bleiben. „Und ein Denkmal könnte am Uni-Platz stehen – seinem Wohnzimmer.“ Linken-Chefin Eva-Maria Kröger sagt: „Rostock hat jemanden verloren – ein Gesicht der Stadt – und er wird uns fehlen, wenn wir durch die Innenstadt spazieren.“ Für eine Straßenbenennung oder andere Formen der Erinnerung sei die Linke offen.

Ämter prüfen bereits Ehrung

Auch das Rathaus reagiert: Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hat nach OZ-Informationen am Dienstag das zuständige Amt für Kultur und Denkmalpflege beauftragt, sich mit einer sichtbaren Ehrung für Tryanowski zu befassen. „Ich begrüße diese Anregung. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien werden wir eine Form der dauerhaften Ehrung und Würdigung suchen und entwickeln, die diesem Ansinnen und damit der Person von Michael Tryanowski gerecht wird“, so Methling. Laut Straßenbenennungssatzung muss eine Person fünf Jahre lang tot sein, ehe in Rostock eine Straße nach ihr benannt werden kann. Die Bürgerschaft könnte für Michael Tryanowski aber eine Ausnahme machen.

Andreas Meyer