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Rostock Der Landkreis plant Gedenkfeier für Thomas Leuchert
Mecklenburg Rostock Der Landkreis plant Gedenkfeier für Thomas Leuchert
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00:00 07.03.2013
Vor den Gebäuden des Landkreises Rostock wehen Fahnen auf halbmast. Quelle: Andreas Meyer

Aber erst am kommenden Dienstag“, sagte Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm der OZ. So sei es mit der Familie des Verstorbenen abgestimmt. Fest stehe bisher nur, dass die Ehrung im großen Saal der Bad Doberaner Kreisverwaltung stattfinden solle. Vermutlich ab 10 Uhr. Die Beisetzung solle im Anschluss stattfinden. Im engsten Familienkreis.

Thomas Leuchert war am Dienstag im Alter von 58 Jahren nach kurzer, schwerer Herz-Krankheit in der Rostocker Uni-Klinik verstorben.

Bereits seit gestern wehen die Flaggen vor den Ämtern in Bad Doberan und Güstrow auf halbmast — als sichtbares Zeichen, dass ein Landkreis um seinen langjährigen Verwaltungschef trauert. Im Festsaal des Landratsamtes in Bad Doberan soll heute ab 9 Uhr zudem ein Kondolenzbuch ausgelegt werden. „Wir wollen allen Bürgern und Wegbegleitern die Möglichkeit geben, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen und ihr Beileid zu bekunden“, so Zühlsdorf-Böhm. Die Nachricht vom Tod des dienstältesten Landrats in Mecklenburg-Vorpommern sorgte auch gestern weiter für Fassungslosigkeit.

Seit 1994 hatte Leuchert die Geschicke des Altkreises Doberan gelenkt, seit 2011 war der SPD- Mann auch Chef im neuen Großkreis. In den fast 20 Jahren an der Spitze der Kreisverwaltung hat Leuchert, der als Querdenker und streitbarer Verwaltungschef galt, sich viele Freunde gemacht. Rainer Karl, den Bürgermeister von Kühlungsborn, zum Beispiel: „Unsere Begrüßung war stets: ,Mein Landrat‘ — ,Mein Bürgermeister‘“, erinnert sich Karl. „Leuchert war ein Mann der deutlichen Worte. Die gibt es heute nur noch sehr selten. In diesem Punkt war er mein Vorbild, ich habe ihm nachgeeifert.“

Auch Hans-Joachim Meier, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Rostock, weiß viele heitere Geschichten über Thomas Leuchert zu erzählen: „Wir haben viele Jahre in Sichtweite voneinander entfernt in Heiligendamm verbracht, waren fast Nachbarn. Daraus ergibt sich viel Gemeinsames, man redet oft und hilft einander.“ Meier, den die Nachricht vom Tod Leucherts im Urlaub erreichte, spricht von einem „tiefen Schmerz“: „Meine Gedanken sind bei seiner Frau, seinen Kindern und den Enkeln.“

Der Landkreis hat in den Verwaltungsgebäuden Kondolenzbücher für Leuchert ausgelegt: in Güstrow, Am Wall 3, Raum 3.002, in Doberan, August-Bebel-Straße 3, Festsaal, Haus 2. Korrektur: In der gestrigen Ausgabe ist uns leider ein Fehler unterlaufen: Das Todesdatum Leucherts war mit „5. März 2012“ angegeben. Es muss natürlich 2013 heißen. Wir bitten vielmals, diesen Fehler zu entschuldigen.

Andreas Meyer