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Landwirtin macht Naturhof zur Erholungsoase / Gutshaus wird gerade renoviert

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Elisabeth Terpstra lädt ein: Das Gutshaus erstrahlt bald in neuem Glanz und hat vor allem für Familien viel Platz.

Quelle: Fotos: Doris Kesselring

Recknitzberg. Noch ist das Gutshaus auf dem Recknitzberg eine große Baustelle. Fenster und Fußböden sind schon gewechselt, das Haus isoliert, neue Wände in Zimmern eingezogen, um Bäder einzubauen. Aber die Eingangstreppe zum Haus braucht noch Belag. Fliesenleger, Sanitärklempner, Maler, Elektriker haben innen noch jede Menge zu tun. „In einigen Wochen muss alles fertig sein, dann kommen die ersten Gäste“, sagt Elisabeth Terpstra optimistisch.

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Landwirtin macht Naturhof zur Erholungsoase / Gutshaus wird gerade renoviert

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2014 hat die Landwirtin das ehemalige Schullandheim vom Landkreis gekauft. Seitdem entwickelt die 53-Jährige den Naturerlebnishof auf dem Recknitzberg bei Grammow. „Das ist viel Arbeit“, räumt die Holländerin ein, die 1997 mit Mann und Kindern nach Grammow zog und hier einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet. Die Landwirtschaftsflächen um das sieben Hektar große Schullandheim-Gelände gehören zum Familienbetrieb. „Nur das Mittelstück fehlte“, sagt Terpstra. Und da habe sie sich entschlossen, das Erholungsobjekt wieder zu beleben. „Ich wollte immer schon so was machen“, erzählt die couragierte Frau, die manchmal ihren eigenen Mut bewundert, so ein Projekt anzupacken.

Doch inzwischen stellen sich erste Erfolge ein. Die Gäste kommen, um die Natur zu genießen, Hochzeiten und Jubiläen zu feiern, Feiertage mit Freunden zu verbringen. Motorradgruppen, Jäger, Tagungsgäste, Camper, Schulklassen und Kitagruppen nutzen die Möglichkeiten auf dem weitläufigen Gelände. Zuerst hat sie den Naturzeltplatz wieder hergerichtet, Wasser- und Stromanschlüsse für zwölf Wohnmobile geschaffen. Die Naturaula mit Theke bekam ein neues Dach, das Backhäuschen wurde aufgemotzt. Auch das Tipi, die Köhlerhütte, lädt mit kleiner Bar zum gemütlichen Beisammensein ein.

2015 wurde das ehemalige Gruppenhaus mit sieben Zimmern für 30 Personen völlig umgestaltet. Neue Heizungen, Fenster und Fußböden wurden eingebaut. Vor dem Haus gibt es jetzt eine Terrasse mit Rollstuhlrampe. Das Gästehaus mit seinen Mehrbettzimmern, 1978 gebaut, ist vor allem für Gruppen gedacht, die sich auch in den neu ausgestatteten Speiseräumen aufhalten können. „Wir wollen hier noch viel mehr mit Kindern machen, mit Naturmaterialien basteln, malen, bauen“, kündigt die Chefin an.

Martin Hagemann, Koordinator des Tourismusvereins „Vogelparkregion Recknitztal“, ist froh über das Engagement auf dem Recknitzberg. „Wir haben zu wenig Angebote für Gruppen in der Region und keine Campingplätze“, sagt Hagemann. Dies sei auch ein Alleinstellungsmerkmal des Natur- und Erholungshofes Recknitzberg in der Region. „Die Lage ist Klasse, auf dem Berg begreift man das ’Recknitztal’ im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt der Koordinator.

Elisabeth Terpstra hat nach der Saison 2016 mit der Sanierung des 1905 erbauten Gutshauses begonnen. „Der Mief musste raus“, sagt die Platzhüterin, die übrigens nach alten Fotos vom Recknitzberg, vielleicht von Schulausflügen zu DDR-Zeiten, sucht, um diese dann in den frisch renovierten Zimmern aufzuhängen. Das Gutshaus soll vor allem Feriengästen, Familien und Paaren vorbehalten sein. „Hier ist in zehn Zimmern Platz für 20 Personen“, sagt Terpstra, „Aufbettungen sind möglich.“ Die Gäste können einen großen Aufenthaltsraum mit Küche nutzen. „Da sind wir auch gerade beim Umgestalten“, sagt die Hofchefin.

Ihr zur Seite steht Daniel Platek aus Sanitz. Angestellt als „Allrounder“ kümmert sich der 26-Jährige um das Gelände, hilft beim Ausbau und in der Organisation. Vor zweieinhalb Jahren ist der handwerklich begabte Veranstaltungstechniker auf dem Naturhof mit eingestiegen. „Ich habe bei den Renovierungen mit angefasst, habe aber auch viel mit den Gästen zu tun“, erzählt Platek. So kümmere er sich um Buchungen, Planung und Organisation von Aktivitäten auf dem Hof.

Im sechsstelligen Bereich liegen die Investitionen auf dem Recknitzberg. „Ich habe auch Fördergelder vom Land bekommen“, sagt Elisabeth Terpstra. Bei der Sanierung wird sie immer wieder mit unvorhersehbaren Ereignissen konfrontiert. „Wasserleitungsschäden, Heizungsprobleme“, zählt sie auf. Dennoch habe sie nicht bereut, das Projekt angegangen zu sein. „Es macht Spaß, ich habe noch viele Ideen und die Gäste nehmen unsere Angebote gut an“, sagt die Landwirtin. Im Buchungskalender gibt es schon Anfragen für 2018. „Aber wir haben natürlich noch freie Plätze, auch in diesem Jahr“, betont die Leiterin des Naturhofes, die noch viele Pläne hat. „Ein Sonntags-Cafe für Ausflugsgäste, das nehmen wir uns vielleicht für das nächste Jahr vor“, sagt Terpstra.

Ehemaliger Sommersitz eines Rostocker Reeders

Das Gutshaus auf dem Recknitzberg, 1905 gebaut, war Sommer- und Jagdsitz für den Rostocker Reeder August Cords. Nach 1945 besiedelten Flüchtlinge aus Ostpreußen die Anlage. Später soll das Gelände Jagdresidenz gewesen sein. Ab 1973 stand das Objekt zunächst leer, wurde dann Lager für Arbeit und Erholung und Schullandheim. 2014 hat es Landwirtin Elisabeth Terpstra vomLandkreis gekauft.

Doris Kesselring

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