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Rostock Der Neue Markt in allen Facetten
Mecklenburg Rostock Der Neue Markt in allen Facetten
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03:58 31.08.2013
Diese private Aufnahme zeigt den Neuen Markt und seine Nordkante im Jahr 1946. Quelle: Sammlung Horst D. Schulz
Stadtmitte

Zwölf Beiträge sind ausgewählt, am 13. November entscheidet die Jury, wie eine mögliche Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes aussehen könnte. Es gibt Befürworter und Gegner für die Schließung der 1942 entstandene Lücke. Auch das spiegelt sich in einem gemeinsamen Buchprojekt des Verlags Redieck & Schade und der OSTSEE-ZEITUNG wider.

Mitte Oktober, also einen Monat vor Ende des städtebaulichen Wettbewerbs, solle das Buch erscheinen, kündigt Verleger Matthias Redieck an. „Wir wollen, dass sich die Entscheider über die historische Situation informieren können.“ Aber auch die gegenteiligen Meinungen kennenlernen. So erzählt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) in einem Interview, warum er für die Bebauung plädiert. Tilman Jeremias, Pastor der Marienkirche, schreibt, weshalb er das für falsch hält. Dass sich nach einem Aufruf in der OZ viele Rostocker mit Beiträgen und Bildern meldeten, überrascht Matthias Redieck nicht. „Wir sind davon ausgegangen, dass sich Bürger zu Themen, die sie angehen, melden.“ So kam mehr als genug Material zusammen.

Das Buch erscheint als erster Titel in der Reihe „Edition Rostock 800“, die der Verlag zum Stadtjubiläum 2018 auflegt. Neben einem historischen Abriss und der detaillierten und episodenreichen Vorstellung aller 35 Gebäude des historischen Marktes bis ins Mittelalter zurück werden die Zerstörungen dokumentiert, diverse städtebauliche Wettbewerbe zur Umgestaltung nach dem Krieg werden beschrieben und viele verschiedene Facetten des zentralen Rostocker Platzes aufgeblendet. Es kommen Menschen mit Geschichten zu Wort, die mit diesem städtebaulichen Ensemble persönliche Erlebnisse verbinden. Im Zentrum des Buchs steht die Historie des Markts.Vor allem die Fotos, die von Rostockern zur Verfügung gestellt wurden, begeistern Redieck. „Wir staunen immer wieder, was die Leute aus dem Kasten holen.“ So wird in dem Buch vermutlich das älteste Foto des Neuen Markts von 1860 zu sehen sein.

Einen ersten Eindruck einer möglichen zukünftigen Bebauung brachten die noch anonymen Beiträge im städtebaulichen Wettbewerb, der jetzt in die zweite Phase tritt. „Wir sind einen wichtigen Schritt weitergekommen, bei unserem Ziel, die Nordseite des Neuen Markts zu schließen und eine lebendige urbane Mischung zu schaffen“, sagt Oberbürgermeister Methling. Er sei beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der eingereichten Arbeiten. „In Planungswettbewerben wird man immer wieder überrascht von der Unterschiedlichkeit der Entwürfe — so auch in diesem Fall“, sagt Christian Lehmhaus vom Berliner Büro Projektmanagement für Architektur und Städtebau, das die Ideenskizzen gesichtet hatte. Es zeige sich, dass offene Wettbewerbe ein geeignetes Mittel seien, planerische Möglichkeiten in der ganzen Bandbreite zu erforschen.

Wettbewerb in der zweiten Runde
In der ersten Phase des städtebaulichen Wettbewerbs für die Entwicklung der Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes und der angrenzenden Flächen wurden 52 Arbeiten eingereicht. Diese Ideenskizzen wurden vom beauftragten Berliner Büro, Projektmanagement für Architektur und Städtebau, intensiv geprüft.


Am 13. November 2013 tagt das Preisgericht das zweite Mal, um aus den weiter anonymen Beiträgen die Sieger zu ermitteln. Die zwölf Ausarbeitungen der zweiten Phase können erst danach veröffentlicht werden, um allen Teilnehmern gleiche Chancen einzuräumen. Eine Ausstellung aller Entwürfe findet, begleitet von einem weiteren Bürgerforum, nach der Entscheidung statt.


Zur Jury gehören die Fachpreisrichter Maik Buttler (Architekt, Rostock), Professor Andreas Fritzen (Architekt/ Stadtplaner, Köln/ Bochum), Professor Beate Niemann (Architektin/

Stadtplanerin, Düsseldorf/ Wismar), Klaus-H. Petersen (Architekt/ Stadtplaner, Lübeck) und Professor Kirsten Schemel (Architektin, Berlin). Sachpreisrichter sind Roland Methling (Oberbürgermeister), Andreas Herzog (Ortsbeirat Stadtmitte), Andreas Engelmann (Ausschuss für Stadtentwicklung) und Ralph Müller (Amt für Stadtplanung).

• Auslobungstext des Wettbewerbs unter www.rathaus.rostock.de

Thomas Niebuhr

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