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Rostock Der Plan: Hightech-Schmiede auf dem Groten Pohl
Mecklenburg Rostock Der Plan: Hightech-Schmiede auf dem Groten Pohl
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00:05 01.02.2018
„„Ein solches Startup-Center passt zum Univer- sitätsstandort Rostock. Im Mai legen wir eine Studie zur Machbarkeit vor.“ Chris Müller-von Wrycz Rekowski Senator
Stadtmitte

Rostock will für junge Kreative und Start up-Unternehmen ein ganz neues Zentrum bauen. An einem Konzept zur Unterstützung „technologieorientierter Gründer“

„„Die Vergabe ohne Ausschreibung würde einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die Stadt Rostock bedeuten.“Sybille Bachmann Rostocker Bund

bastelt die Stadt gerade zusammen mit ihrer Wirtschaftsfördergesellschaft Rostock Business. Als denkbarer Standort kommt der Grote Pohl in Frage. Um die begehrten Flächen zwischen Südring und Feuerwache wird seit Monaten heftig gerungen. Eine große Debatte zum Areal in der Bürgerschaft wurde gestern aber schon im Vorfeld abgesagt.

Auch, weil jetzt die städtischen Pläne für ein „Startup Center“ bekannt wurden. „Darüber müssen wir noch Gespräche führen“, sagt Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin der Linken. Gemeinsam mit SPD und Grünen wollten die Linken gestern bereits erste Festlegungen zum Groten Pohl treffen, der Antrag wurde aber vor der Sitzung zurückgezogen.

Junge Menschen, die in „kreativer Wohlfühlathmosphäre“ Apps für Smartphones oder sonstige Dinge entwickeln, sollen jetzt den Raum dafür bekommen. Die Stadt führte bereits Gespräche mit Unternehmen aus den Bereichen der IT, Biotech und Medizintechnikfirmen. „Ein solches Startup-Center passt zu Rostock“, sagt Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Wer sich in Rostock umschaut stellt fest, dass es bereits jede Menge Akteure auf diesem Gebiet gebe, so der Senator. Und die hätten großes Interesse gezeigt, in einem solchen „Haus der Innovationen“ zusammenzuarbeiten.

Das Land hätte sich zwei solcher Zentren gewünscht – in Rostock und in Greifswald, berichtet Chris Müller-von Wrycz Rekowski. „Wir müssen so etwas entwickeln. Da ist die Universität ein perfekter Standortfaktor.“ Eine Machbarkeitsstudie für das Innovations-Labor soll bis zum Mai auf dem Tisch liegen. In den kommenden Monaten würden auch Gespräche mit verschiedenen Ministerien über Fördermöglichkeiten geführt. Geklärt werden muss dann auch die Arbeitsweise und die Trägerschaft. „Eine Kommune sollte so etwas nicht selbst betreiben.“ In den bisherigen Überlegungen von Rostock Business wurden zwei Standorte in Betracht gezogen. Das Werftdreieck und der Grote Pohl, den Müller-von Wrycz Rekowski vorziehen würde. Sollten sich die Planungen für das Gebiet hinziehen, kann er sich aber auch eine Übergangslösung vorstellen.

Bisher waren die Flächen für Kreativwirtschaft immer in Zusammenhang mit dem Firmen aus dem „Warnow Valley“ genannt worden. Das von der Stadt geplante Startup-Center biete ganz neue Möglichkeiten für andere Akteure, sagt Eva-Maria Kröger. „Das finde ich spannend.“ Zumal die Flächen ja auch nicht unbedingt verkauft werden müssten.

Ein möglicher Verkauf von Flächen hatte in den vergangenen Tagen zu einer heftigen politischen Auseinandersetzung geführt. Linke, SPD und Grüne wollten mit ihrem Antrag eine Teilfläche an die Europäische Stiftung für innovative Bildung (Eusib gAG) vergeben. Die Eusib plant, einen Bildungscampus auf dem Groten Pohl zu errichten. Dort sollen das Pädagogische Kolleg und der Zirkus Fantasia, beide Töchter des Unternehmens, und die Fachhochschule des Mittelstands angesiedelt werden.

CDU und vor allem Sybille Bachmann vom Rostocker Bund sprachen sich vehement gegen eine Vergabe an die Eusib ohne Ausschreibung und vor dem Beschluss zum Bebauungsplan aus. „Zum schädlichen politischen Signal kommt ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden auf Rostock zu, eventuell sogar in Millionenhöhe“, hatte Bachmann vor der Bürgerschaftssitzung gewarnt. Bei einer Vergabe ohne Ausschreibung hätte die Stadt Fördergeld beispielsweise für die Erschließung verlieren können. Inhaltlich steht Eva-Maria Kröger nach wie vor zur der Vergabe des Grundstücks an die Eusib. Dass es bei der öffentlichen Förderung Probleme geben könnte, möchte die Linke aber nicht riskieren. Auch ein Grund, warum der Antrag der drei Fraktionen von der Tagesordnung genommen wurde.

Thomas Niebuhr

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