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Rostock Der „rettende Engel“ von der Buchungszentrale
Mecklenburg Rostock Der „rettende Engel“ von der Buchungszentrale
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13:40 09.08.2018
Susanne Poguntke, Neu-Hamburgerin, ist der Hanse Sail als Helferin treu geblieben. Quelle: Kerstin Rathje-Wesselow
Warnemünde

Es ist Hanse Sail, Sonnabend, kurz vor 10 Uhr. Hektisch läuft eine Gruppe Touristen am Kai in Warnemünde hin und her und steuert direkt auf die kleine Hütte der Tallship Buchungszentrale des Hanse Sail Vereins zu. Mit Deutsch, Englisch, Händen und Füßen wird kommuniziert und Susanne Poguntke versteht sehr schnell, dass die Gruppe verzweifelt ihr Schiff sucht, bei dem sie zur Ausfahrt an Bord gehen wollen. Die Tickets sind gekauft, um 10 Uhr soll es aber schon losgehen. Also in fünf Minuten. Frau Poguntke greift sofort zum Telefon und ruft an. „Alles gut! Die Crew wartet auf sie.“ Und die junge Frau zeigt der Gruppe den Weg zu ihrem Windjammer. Den Männern und Frauen steht die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben. Da ist ja noch mal alles gut gegangen.

Solche Situationen kennt die gebürtige Rostockerin Susanne Pogunkte seit vielen Jahren genau. Bereits seit 2004 unterstützt die 39-Jährige die Hanse Sail, wo sie kann. Neugierig geworden durch Gespräche mit ihrer heute besten Freundin Mandy Lange, Leiterin der Tallship Buchungszentrale, wurde sie kurz entschlossen Teil des Hanse Sail-Teams und hält dem maritimen Großereignis mit kleinen berufsbedingten Pausen seitdem die Treue. Selbst der Umzug vor neun Jahren nach Hamburg hat daran nichts geändert. „Ich nehme extra Urlaub, um dabei zu sein“, sagt die sympathische junge Frau. „Das ist kein Opfer für mich. Ich lerne so viele Menschen kennen und ich erweitere hier extrem meinen Horizont. Ich mache es für mich, für meine Freundin Mandy und auch aus Heimatverbundenheit zu Rostock.

Ich schätze den Teamgeist bei der Hanse-Sail-Truppe sehr. Alle identifizieren sich mit der Veranstaltung und wenn etwas Außerordentliches passiert, gibt es deshalb immer eine Lösung. Ein Teil davon zu sein, das macht schon auch stolz.“

Susanne Poguntke hat bereits an Bord der „Sedov“ beim Catering geholfen, doch am meisten Spaß macht ihr die Arbeit in der Buchungszentrale. Hier ist sie in der Warnemünder Hütte am Passagierkai inzwischen der Hauptansprechpartner und arbeitet auch weitere Helfer ein. „Ich bekomme hier so viel positives Feedback“, schwärmt die kontaktfreudige junge Frau, die Freunde als ihr Hobby bezeichnet.

„Wenn Gäste der Hanse Sail an Bord eines Schiffes mitgefahren sind, kommen sie hinterher zu mir und berichten darüber ganz begeistert, bringen auch Kaffee und Kuchen als Dankeschön für meine Hilfe und meine - wie mir bescheinigt wurde - bemerkenswerte Ruhe im größten Trubel vorbei.“ Die Touristen, die dank ihres kurzfristigen Anrufs an Bord doch noch mitfahren konnten, der Asiate, der wegen Liegeplatzwechsels sein Schiff nicht gefunden hatte oder der Mann, der nicht mehr wusste, mit wem er sich zum Tauchen und Angeln verabredet hatte - sie alle werden die nette attraktive Frau in der Warnemünder Buchungs-Hütte sicherlich nie vergessen. „Dazu bin ich ja da, das ist meine Aufgabe - den Menschen Tickets für Mitfahrten zu verkaufen, aber auch um zu helfen, wo ich helfen kann.“

Während der Rostocker Hanse Sail ist Susanne Poguntke nicht nur an der See, sondern auch auf dem Wasser zu finden. Seetauglich ist sie allemal. Das Catering an Bord der „Sedov“ bei starkem Wellengang hat sie damals gut gemeistert. Sie ist an Bord des Eisbrechers „Stettin“ oder der „Ingo“ mitgefahren. „Mein Traum wäre noch ein Törn mit der 'Mir' oder der ’Dar Mlodziezy’“, gesteht sie.

Auch in Hamburg, ihrem neuen Zuhause, geht es ganz maritim zu. Nicht nur, dass sich Susanne Poguntke bei „Hamburg Port Authority“für die Entwicklung der Infrastruktur im Bereich Human Ressources engagiert, sie gehört auch seit einigen Jahren zum Drachenboot-Team einer Betriebssportgruppe. Als Schlagfrau gibt die Absolventin der Fachhochschule Stralsund hier den Ton an.

So schlagen in Susanne Poguntkes Brust heute zwei Herzen - eines für ihre Heimat Rostock und eines für ihr neues Zuhause Hamburg. Nur eines scheint Bedingung zu sein: Die Lage am Wasser.

Wird die junge Frau auch in fünf Jahren noch dem Hanse Sail Team unter die Arme greifen? „Ich werde immer versuchen, mich hier einzubringen. Die Hanse Sail gehört einfach zu meinem Leben - für mich und auch für meine Familie, meine Mama und meine Schwester.“

Morgen beginnt die 28. Hanse Sail. Im nächsten Jahr kann Susanne Poguntke ihrem Organisationsteam sicher schon wieder eine Menge Neues erzählen. Ein Masterstudium, Reisen nach Irland, Portugal oder Costa Rica stehen bei dem bekennenden „Reisevogel“ nämlich in nächster Nähe auf der Liste. Natürlich soll es am liebsten per Schiff dorthin gehen. Eben wieder ganz maritim. Was sonst...

Kerstin Rathje-Wesselow

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