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Rostock Der tut nix, er therapiert nur!
Mecklenburg Rostock Der tut nix, er therapiert nur!
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01:26 09.03.2018
Rostock

Im Auftrag der Hunde und zur Aufklärung ihrer Menschen zieht der „Anwalt der Hunde“, Martin Rütter, durchs Land. In seinem neuen Live-Programm „Freispruch!“ hält Rütter ein bellendes Plädoyer für die Beziehung von Hasso und Herrchen. Am 22. März ist Martin Rütter in der Rostocker Stadthalle zu Gast. Der Ozelot verabredete sich vorab zum Interview mit dem Hundefreund.

Wie bist du eigentlich auf den Hund gekommen?

Martin Rütter: Ich hatte schon immer einen engen Draht zu Hunden, obwohl ich als Kind keinen Hund haben durfte, da meine Eltern auch heute noch jedes Tier als überflüssig ansehen, das man nicht auf den Grill legen und essen kann. Ich habe aber bereits in meiner Jugend die Hunde der Nachbarn ausgeführt und die Hunde meiner Tante Thea ohnmächtig gekrault. Sie hatte in den 80er Jahren eine Art Pflegestelle für gestrauchelte Tiere – und sie besaß die außergewöhnliche Gabe, Hunde, die anfangs noch ganz wunderbar waren, binnen weniger Wochen dermaßen verrückt zu machen, dass man das Haus nicht mehr angstfrei betreten konnte. Mich hat schon damals brennend interessiert, warum so viele Menschen um mich herum Probleme mit ihren Hunden hatten.

Worauf dürfen sich die Besucher deiner Show in Rostock freuen? In meinem neuen Live-Programm gibt es wieder eine schöne Mischung aus Information und Unterhaltung. Ich halte den Leuten vor Augen, an welchem Ende der Leine das Problem liegt und fungiere als „Anwalt der Hunde“, natürlich zum Leidwesen der Menschen (schmunzelt). Denn es ist ja klar: Schuld hat nie der Hund! Die Rostocker werden also jede Menge Spaß haben und viel lachen, aber definitiv auch etwas lernen.

Warum sind Tiershows in den letzten Jahren so beliebt geworden? Das gestiegene Interesse basiert in erster Linie auf der neuen gesellschaftlichen Rolle des Hundes. Der Hund ist heutzutage nicht mehr nur der Helfer bei der Arbeit, wie etwa der Hütehund der Schäfer. Als Familienhund bringt er beispielsweise Kindern den Umgang mit Hunden näher, bei vielen Singles fungiert er als Partnerersatz, bei Paaren als Kinderersatz und, und, und. Der Hund ist heute meist ein vollwertiges Mitglied der Familie, und die Menschen kümmern sich sehr intensiv und liebevoll um ihre Vierbeiner. Durch dieses neuartige Verhältnis entstehen auch Schwierigkeiten. Das Problem liegt zum einen in der Unterbeschäftigung eines für eine spezielle Arbeit gezüchteten Tieres und zum anderen in der Überforderung des Hundes durch Aufgaben, die er nicht leisten kann.

Welche Tipps hast du für Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten? Man muss sich im Vorhinein immer fragen: Welcher Hund passt zu mir und meinen Lebensumständen. Ich muss immer berücksichtigen, welche Bedürfnisse und Charaktereigenschaften habe ich, welche Bedürfnisse und Charaktereigenschaften hat der jeweilige Hund. Ist das miteinander vereinbar? Also unbedingt vor der Anschaffung eine Art Checkliste anfertigen! Und ganz wichtig: für einen Hund muss man Zeit haben. Ein Hund ist kein Spielzeug, das man bei Bedarf rauskramt und dann wieder wochenlang verstauben lässt.

Wie stehst du zu dem Thema, Tiere aus dem Tierheim zu holen? Viele Menschen haben den Irrglauben, dass man mit einem Welpen vom Züchter automatisch vor allen Problemen dieser Welt gefeit sei.

Das ist natürlich Quatsch. Auch bei Züchtern gibt es gute und schlechte. Oft haben die Leute Angst, einen Tierheim-Hund zu nehmen, weil sie denken, der hat auf jeden Fall eine Schraube locker. Das ist Unsinn. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde, die eine zweite Chance bekommen, einfach wahnsinnig dankbar sind. Deswegen rate ich jedem, der über die Anschaffung eines Hundes nachdenkt, zu einem Gang ins Tierheim.

Gibt es Unterschiede, wenn Frauen Hunde erziehen möchten im Vergleich zu Männern? Frauen sind konsequenter und beziehungsorientierter. Männer regeln viel über Kraft, wollen Symptome bekämpfen.

Zieht der Hund an der Leine, denkt der Mann: „Ich zieh mal zurück, zeig ihm, wer der Chef ist.“ Die Frau möchte wissen, warum das Tier ständig an der Leine zieht und wie sie das verhindern kann.

Letzte Frage: Warst du schon mal an der Ostsee? Gerade beruflich hat es mich schon oft an die Ostsee verschlagen. So gab es bei meinen alten Live-Tourneen etliche Termine in der Region.

Das Publikum hier ist super. Ich freue mich sehr auf Rostock, das Umland und die Küstenluft.

Luisa Schröder

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