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Die Bombe tickt am Meeresgrund

Südstadt Die Bombe tickt am Meeresgrund

Wann geraten die Munitions-Altlasten in Bewegung? Rostocker Forscher sagen es vorher

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Dr. Peter Menzel (l.) und Professor Mathias Paschen freuen sich über die guten Ergebnisse ihrer Forschung zu Munitionsaltlasten.

Quelle: Foto: Thomas Rahr/uni

Südstadt. Eine große Herausforderung beim Ausbau der Windkraft in Nord- und Ostsee ist Altmunition: Abertausende Tonnen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sind in der Ostsee versenkt worden – eine ernste Gefahr für Mensch und Umwelt. Problematisch wird es besonders beim Bau von Windparks.

Die Universität Rostock hat mit Unterstützung von TenneT, einem Übertragungsnetzbetreiber, ein Modell entwickelt, das zuverlässig bestimmt, wann und unter welchen Umständen sich Munition auf dem Meeresboden zu bewegen beginnt. „Wir haben lange akademische Vorarbeit geleistet, also Modellversuche gefahren“, sagt Professor Mathias Paschen, Leiter des Lehrstuhls Meerestechnik an der Universität Rostock.

Im Wind- und Wasserkanal der Fakultät für Maschinenbau- und Schiffstechnik testeten die Forscher zunächst mit Bombenmodellen, unter welchen Bedingungen diese sich zu bewegen beginnen. „Oberstes Ziel ist es, Leben und die Umwelt in Nord- und Ostsee zu schützen“, sagt Professor Paschen.

Die Rostocker haben nun in Kooperation mit TenneT, dem Übertragungsnetzbetreiber für die Anbindung der Offshore-Windparks der Nordsee an das Festland, die Versuchseinrichtungen des privaten Forschungsinstituts HR Wallingford (England) mit seinen exzellenten Möglichkeiten genutzt. Der Rostocker Maschinenbau-Student Clemens Schütt hat bei HR für seine Masterarbeit geforscht und bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Um den Zusammenhang zwischen der Strömungsgeschwindigkeit und dem Bewegungsbeginn versandeter Munition zu definieren, hat Clemens Schütt Experimente an unterschiedlichen Modellen in realitätsnahem Maßstab durchgeführt. „Trotz abweichender Versandungsstrukturen konnte die Beziehung zwischen der Strömgeschwindigkeit und den Sedimentbewegungen nachgewiesen werden“, sagt Clemens Schütt.

Dr. Anja Drews von TenneT erläutert: „Die Kenntnis der Umstände, unter denen sich Altmunition bewegt, ermöglicht es uns, geeignete Kampfmittelmaßnahmen für unsere Projekte und Instandhaltungsmaßnahmen zu bestimmen.“ So könnten die Sicherheit erhöht und das Risiko für Menschen, Umwelt und Ausrüstung minimiert werden.

Wolfgang Thiel

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