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Rostock Die Unermüdliche: Das ist die Top-Seniorensportlerin von MV
Mecklenburg Rostock Die Unermüdliche: Das ist die Top-Seniorensportlerin von MV
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14:40 28.09.2018
Christiane Schmalbruch aus Lambrechtshagen ist seit vielen Jahren für die HSG Uni Rostock aktiv. Quelle: Sönke Fröbe
Rostock

Ihren Fahrradlenker hat Christiane Schmalbruch an diesem sonnigen Spätsommertag mit ein paar bunten Feldblumen geschmückt. Dass sie ein fröhlicher Mensch sein muss, verraten auch die Lachfalten um ihre Augen und den Mund, der fast immer lächelt, wenn sie spricht. Die agile Seniorin hat gerade eine Trainingseinheit im Rostocker Leichtathletikstadion hinter sich, den siebeneinhalb Kilometer langen Heimweg zu ihrem Haus im Vorort Lambrechtshagen fährt sie mit dem Rad. Christiane Schmalbruch ist die wohl erfolgreichste Seniorensportlerin in Mecklenburg-Vorpommern – und sie ist auch mit 81 Jahren immer noch unermüdlich: Kürzlich kehrte sie mit drei Goldmedaillen von den World Masters Games in Malaga zurück. 

Ihre Sammlung von nationalen und internationalen Titeln und Medaillen ist selbst für sie unüberschaubar geworden. „Es sind schon vor Jahren über hundert gewesen“, sagt Christiane Schmalbruch, die zudem Welt- und Europarekorde aufgestellt hat: „Ich habe aufgehört zu zählen.“ In Malaga war sie in ihrer Altersklasse die Beste im Weitsprung (3,18 Meter), Dreisprung (6,61) und Hochsprung (1,07). „Je älter man wird, desto weniger Konkurrenz hat man“, sagt die zierliche Frau im schwarz-weißen Trainingsanzug bescheiden. 

„Wenn es nicht mehr aussieht wie Sport, lasse ich es“

Bei den Wettkämpfen in Andalusien mit insgesamt rund 6000 Teilnehmern war Christiane Schmalbruch bei weitem nicht die Älteste. Diese Rekordmarke sicherte sich die 102 Jahre alte Inderin Man Kaur, die in ihrer Altersklasse – als einzige Starterin – das 200-Meter- Rennen gewann. Christiane Schmalbruch sieht das mit durchaus gemischten Gefühlen. „Wenn es nicht mehr aussieht wie Sport, lasse ich es“, kündigt sie an. 

Vom Aufhören hat die passionierte Leichtathletin nach großen Wettkämpfen allerdings schon häufiger gesprochen, auch dieses Mal. „Die Reisen sind schon sehr anstrengend“, erklärt sie. Auch das Sprungbein zwicke nach den Wettkämpfen in Malaga ein wenig. Den Trip zur Senioren-WM unternahm Christiane Schmalbruch mit Bahn und Flugzeug allein. Es war sogar noch einer der kürzeren, denn ihre Wettkampfreisen führten sie schon bis nach Afrika und Australien. „Ich habe durch den Sport viele Länder kennengelernt. Das sind meine Urlaubsreisen“, sagt die vitale Frau, die sich selbst als „nicht sehr trainingsfleißig“ beschreibt. 

Schmalbruch liebäugelt mit Hallen-WM

Ein wenig liebäugelt sie noch mit der Hallen-Weltmeisterschaft der Senioren Ende März im polnischen Torun. Und dabei geht es ihr weniger um weiteren Zuwachs für ihre üppige Medaillensammlung; sie interessiert sich vor allem auch für die schöne Stadt mit ihren vielen Gebäuden der norddeutschen Backsteingotik. „Das würde mich schon reizen“, sagt sie, schickt aber gleich hinterher: „Ob ich noch mal teilnehme, ist sehr, sehr fraglich.“ 

Christiane Schmalbruch ist ein Leben lang Sportlerin. Ihre Eltern schickten sie „als ganz kleines Kind“ zum Turnen, aber schnell wechselte die gebürtige Lausitzerin zur Leichtathletik. Mitte der 50-er Jahre startete sie mal bei Junioren-Länderkämpfen, ein 6. Platz im Weitsprung bei DDR- Meisterschaften war bei den Erwachsenen ihr größter Erfolg. International ging für die gelernte Röntgenassistentin, die nach dem Abitur aus dem brandenburgischen Forst nach Rostock kam, erst viel später die Post ab. Bei der Masters-EM 1990 in Budapest habe sie - noch für die DDR startend - „wohl Blut geleckt“, erzählt Christiane Schmalbruch. 

Viele weitere Facetten

Der Sport ist vielleicht die schillerndste Facette ihrer Persönlichkeit, aber bei weitem nicht die einzige. Die Mutter von drei Töchtern und Oma von sieben Enkeln im Alter von 16 bis 26 Jahren betätigt sich seit vielen Jahren nebenbei auch als Stadtführerin in Rostock. Weil sie gut schwedisch spricht, betreut sie neben deutschen Reisegruppen auch oft Touristen aus dem skandinavischen Nachbarland. „Ich war in den 50er Jahren mal bei einem Wettkampf in Malmö, vielleicht ist da meine Liebe zu Schweden entstanden“, meint Christiane Schmalbruch, die zudem sehr musikinteressiert ist und in ihrer Gemeinde Lambrechtshagen im Kirchenchor singt. 

Bei schönem Wetter verbringt sie die Tage gerne in ihrem Graal- Müritzer Sommerhaus, das ihr vor fünf Jahren verstorbener Mann Horst - ein Schiffbauer - errichtet hat. Aber das lasse ihr meist voller Terminkalender nicht immer zu, sagt Christiane Schmalbruch und steigt auf ihr E-Bike. Das hat sie sich erst vor kurzem geleistet, „weil hier immer Gegenwind ist“.

Sönke Fröbe

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