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Rostock Die Uni am Finger: Ring als Andenken für den Abschluss
Mecklenburg Rostock Die Uni am Finger: Ring als Andenken für den Abschluss
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00:00 22.01.2013
Das ist ein Absolventenring der Uni Rostock. Er kostet 450 Euro. Quelle: Luisa Schröder
Stadtmitte

Zur Erinnerung an ihren Studienabschluss an der Uni Rostock. „Vorbild war eigentlich ein Gaststudent aus Venezuela — der trug genau so einen Ring mit dem Siegel seiner Heimatuni am Finger“, erinnert sich Vogel.

„Nur, wie bekommen wir diesen Ring?“, fragten sich die Freunde laut. Denn bis dato gab es die sogenannten Absolventenringe nicht in Deutschland zu kaufen. „Wir waren 2007 die ersten, die diese massiven Ringe hergestellt haben“, sagt Fischer stolz. Deswegen gründeten die drei Freunde daraufhin auch die Firma Viribus Ferox.

Erste Idee: Das Siegel auf den Ring gravieren. Doch das der Uni Rostock war dafür zu filigran. Verworfen. Zweite und bessere Idee: prägen. So wie auch Geldmünzen geprägt werden. „Das funktionierte gut“, berichtet Wißotzki. Das Siegel wird auf die Größe eines Ein-Cent-Stücks geprägt und anschließend in einen Ringrohling aus 925 Sterling-Silber gepresst. Das übernimmt die Rostocker Goldschmiedemeisterin Anette Klook, erzählt der 31-Jährige Wißotzki. Die Ringe könnten aber ebenso gut in 585er Gold bestellt werden.

„Jeder Ring ist ein Unikat, und deswegen ist mir die Qualität wichtig“, versichert der Geschäftsführer Vogel, der jedes kleine Meisterwerk noch einmal akribisch beäugt, bevor er es selbst verschickt.

Drei Wochen dauert die Herstellung des individuellen Rings. „Denn alle sind handgemacht“, sagt er. Man arbeite ausschließlich mit deutschen Unternehmen zusammen. „Das ist unser Lokalpatriotismus“, fügt Wißotzki hinzu und lächelt.

Auch gravieren könne man den Ringrohling. Alles ist möglich: „Bachelor“, „Master“, der eigene Name oder das Geburtsdatum. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Vogel. In der Regel bestellten sich Studenten selbst die Ringe. Aber auch Eltern schenkten den Ring zum bestandenen Studium, erklärt Fischer, der hauptberuflich als Rechtsanwalt arbeitet.

Bisher zählen sieben Universitäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum festen Kundenstamm der Firma. Darunter die Uni Greifswald und die Schweizer Uni St. Gallen. Für den Masterstudiengang „Strategy and International Management“ kaufe die Universität St. Gallen für alle erfolgreich abschließenden Studenten einen Ring, sagt Vogel. Doch zu den größten Abnehmern gehöre die heimische Uni Rostock. Über die Anzahl der Ringe jährlich will jedoch keiner der drei Freunde etwas verraten.

Für Uni-Rektor Schareck werden sogar eigens entworfene Anstecknadeln gefertigt. Die „goldene Ehrennadel“ wird an Personen außerhalb der Uni vergeben, die sich in besonderer Weise um das Haus verdient gemacht haben. Erstmals wurde die Nadel im Herbst 2011 verliehen.

Doktorarbeit am Ring
Durch die Nano-Technik ist es möglich, Diplom-, Master-, oder Doktorarbeiten auf einen Mini-Chip in den Ring einzufügen. Mit einer speziellen Lupe sind die Dokumente zu lesen. Es gibt sogenannte QR-Code-Ringe (englisch Quick Response, schnelle Antwort). Mit dem Smartphone scannt man den Code ab, gelangt auf die Internetseite und kann die Visitenkarte lesen.

Luisa Schröder