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Rostock Dieser Rostock-Cup macht Pappbecher platt
Mecklenburg Rostock Dieser Rostock-Cup macht Pappbecher platt
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05:31 03.05.2018
Umweltfreundlicher Kaffeeklatsch: Senator Holger Matthäus und Lena Siegert von Recup testen die Mehrweg-To-go-Becher in der Rostock-Edition. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Außen top, innen Geschmack: Dieser Kaffeebecher ist nicht von Pappe und soll genau deshalb seine Konkurrenten überflüssig machen. Gemeinsam mit dem Münchener Startup Recup bringt Rostock einen umweltfreundlichen Pfandbecher auf den Markt. Weil der Kunststoff-Behälter wiederverwendbar ist, können Genießer ohne Gewissensbisse To-go-Getränke kaufen.

Bislang wird, wer beim Bäcker Cappuccino und Co. zum Mitnehmen bestellt, fast automatisch zum Umweltsünder. Denn meist werden Heißgetränke im Einweg-Becher ausgeschenkt. Ist der leergeschlürft, wandert er in den Müll. Bestenfalls. „Die Masse landet in unseren Parks, in der Warnow, in der Ostsee“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Das Problem: Die Einwegbecher bestehen nicht nur aus Holzfasern, sondern auch aus Kunststoff. Sie sind kaum recyclebar und belasten die Umwelt. Auch das Stadtbild leidet. Viele Rostocker würden sich über zugemüllte Grünanlagen und überquellende Abfalleimer beschweren, sagt Matthäus. Die Stadtreinigung komme kaum hinterher, denn der Pappbechermüll ist gewaltig: Rund 100 Bäckereien, Cafés und Kioske in der Stadt schenken Heißgetränke in Einweg-Bechern aus. „Gibt jeder Anbieter am Tag nur 100 Stück davon heraus, macht das schon 100000 Becher. Tatsächlich dürften es noch viel mehr sein“, rechnet Matthäus vor.

To-go-Kaffee ohne Reue

Das Recup-Pfandsystem soll dazu beitragen, denn Einwegabfall zu verringern. So funktioniert’s: Der Kunde kauft seinen Kaffee im Rostock-Cup, hinterlegt einen Euro Pfand, zahlt dafür aber im Vergleich zum Kaffee im Einwegbecher weniger für sein Heißgetränk. Ist der Wachmacher ausgetrunken, kann der Kunde seinen Rostock-Cup bei allen 900 bundesweit teilnehmenden Bäckereien und Cafés abgeben und erhält sein Pfand zurück. Der Cup wird gespült und für den nächsten Kaffeetrinker bereitgestellt. Wo die Öko-To-Go-Becher zu haben sind, verrät die Recup-App.

In Rostock suchen umweltbewusste Unterwegstrinker noch vergeblich nach Recup-Anbietern. Die Stadt will Filialisten und Café-Betreiber mit einem Extra-Anreiz für das Mehrwegsystem begeistern: Die ersten acht Unternehmer, die mitmachen, bekommen ein Starterkit mit je 100 Rostock-Bechern geschenkt. Anmelden können sich Interessenten auf der Recup-Homepage (www.recup.de).

Viele Vorteile für Anbieter

Viele Bäckereiketten bieten bereits eigene Mehrwegbecher an. Die müssten Kunden allerdings in der Regel kaufen und immer wieder mitbringen, sagt Lena Siegert von Recup. „Wir wollen spontane Kaffeetrinker abgreifen. Der Recup-Becher ist da, wo mein Kaffee ist.“ Unternehmen, die sich dem Pfandsystem anschließen, zahlen einen Mitgliedsbeitrag von einem Euro pro Tag und Standort. Hinzu kommt ein Euro Pfand pro Cup. Gibt der Kunde den Becher bei einem anderen Recup-Partner zurück, hat der Cup den Anbieter effektiv nichts gekostet. Im Gegenteil: Er könne sich die Kosten für Einwegbecher sparen und zeitgleich Kunden gewinnen, die Nachhaltigkeit schätzen.

Jeder Cup bestehe aus 100 Prozent recyclebarem Polypropylen, sei bruchsicher, lebensmittelecht, schadstofffrei und überstehe mindestens 500 Spülgänge, zählt Lena Siegert die Vorteile auf. Bislang gibt es die Cups in zwei Größen – der capuccinobraune Becher fasst 0,3, der mintfarbene 0,4 Liter. „Demnächst werden wir zusätzlich einen 0,2-Liter-Cup auf den Markt bringen“, kündigt Siegert an. Auf alle drei Varianten passe ein einheitlicher Deckel. Den Überlaufschutz müssen Kunden aus Hygienegründen allerdings kaufen, für 1,30 Euro das Stück. Recups Rostock-Edition ist mit Sehenswürdigkeiten wie Rathaus, Teepott und Steintor bedruckt und wird im Allgäu produziert.

Das Pfandsystem hat Recup mittlerweile in gut 200 Orten bundesweit etabliert. Im Nordosten soll Rostock Vorreiter sein. „Wir sind aber auch mit Greifswald und Stralsund im Gespräch“, sagt Lena Siegert.Wie Kaffee aus dem Rostock-Cup schmeckt, können Heißgetränkefans beim MV-Tag vom 18. bis 20. Mai testen. Dann werden auf dem Uniplatz Heißgetränke im Ökobecher ausgeschenkt.

AB

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