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Rostock Dirigenten am Kai
Mecklenburg Rostock Dirigenten am Kai
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00:00 11.08.2018

Per-Olaf Altmann hat schon seit Mitte vergangener Woche gut mit der Sail zu tun: „Seitdem sind die ersten Schiffe in Rostock“, sagt der Hafenmeister. Seit Wochen weiß er, welche Segler und welche Dampfschiffe kommen: „Daraus machen wir den Liegeplan für den Stadthafen. Handelt es sich um ein Holz- oder ein Stahlschiff? Wie ist der Segler getakelt, wie der Tiefgang des Schiffes? Das müssen wir alles bedenken.“

Damit mehr als eine Million Gäste Spaß auf der Hanse Sail haben, sind fast 4500 Menschen im Hintergrund im Einsatz: Die OZ stellt einige der fleißigen Arbeiter vor. TEXTE: ANDREAS MEYER FOTOS: OVE ARSCHOLL

Die Arbeiter der Sail

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Kurz vor der Sail beginnt dann das Dirigieren: „Wir weisen den Schiffen ihren jeweiligen Platz zu.“ Dabei kann es auch mal lauter werden: „Liegt einer falsch, bringt das alles durcheinander. Dann geht auf dem Wasser nichts mehr.“ Wenn alle Schiffe auf der richtigen Position sind, kommt die nächste Aufgabe: Altmann und zwei Kollegen flitzen ab 4 Uhr nachts und nach 16 Uhr dann wieder von Schiff zu Schiff im Stadthafen: „Wir versorgen alle Gastlieger bei der Sail mit Wasser. Da müssen wir echt keulen.“

Die Notdurft- Manager

Katharina Meyer sorgt dafür, dass bei den Besuchern der Sail nichts in die Hose geht – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeinsam mit ihrer Schwester ist sie Chefin der Firma „Pipi Meyer“ und betreibt auf der Sail 16 Toiletten-Wagen. „Unsere Wagen sind immer dann geöffnet, wenn auch die Meile offen ist. Und zu jeder Zeit ist Personal vor Ort, um die Toiletten sauber zu halten.“ Stressig sei eigentlich nur der Aufbau: „Wo kriegen wir Wasser her, wo muss das Abwasser hin? Da hakt es doch manchmal“, so Meyer. Seit drei Jahren ist sie auf der Sail im Einsatz: „Und es macht immer wieder Spaß.“ Denn: „Die Leute sind immer nett, immer freundlich. Selbst die Betrunkenen am Abend haben gute Laune und sind ganz gemütlich.“

Saubermacher bei Nacht

René Weilandt und sein Team arbeiten dann, wenn alle anderen schlafen: „Wir fangen jeden Sail-Tag um 3 Uhr in der Nacht an“, sagt der Abteilungsleiter Großveranstaltungen der Rostocker Stadtreinigung. Bis zu 35 Leute rücken dann aus, um auf der Sail jede Nacht aufzuräumen: „Wir leeren die Mülleimer und Papierkörbe, sammeln die Abfälle von den Schiffen ein und reinigen die Party-Meilen – damit es jeden Tag wieder gut aussieht bei unserem Fest.“

Bis zu 50 Tonnen Abfall fallen jedes Jahr während der Hanse Sail an. Die Saubermänner belohnen sich nach getaner Arbeit mit einem gemeinsamen Frühstück – und: „Wir erleben die schönsten Momente der Sail. Morgens um 6 Uhr, wenn alles leer und sauber ist, geht über den Schiffen die Sonne auf“, beschreibt René Weilandt.

„Mädchen für alles“

Ulf Göbel ist im Hanse Sail-Büro so etwas wie das „Mädchen für alles“ – und mit seinem Gabelstapler ein gefragter Mann: Schon eine Woche vor dem eigentlichen Fest müssen er und das fünfköpfige Technik-Team ran. „Wir transportieren die schweren Poller im Stadthafen, die Absperrungen für die Parkplätze, Tische und Stühle für die Gäste sowie die Zelte für die Aussteller.“

Schwerstarbeit trotz schwerer Technik. „Wir helfen auch dem Großmarkt beim Aufbau, hissen die Flaggen an den Masten entlang der Bundesstraße 105 und hängen Banner auf.“ Während der Hanse Sail hat Ulf Göbel stets Bereitschaft: „Falls ein Händler Hilfe braucht zum Beispiel. Und wenn Sturm droht, helfen wir beim Sichern der Festmeile.“ Zeit zum Sail-Genießen – „haben wir selten. Und wenn, dann mit der Familie.“

Taxifahrer auf der See

Kapitän Mario Hey bezeichnet sich und seine Kollegen gerne als „Taxifahrer auf dem Meer“: Der Geschäftsführer des Lotsbetriebes MV und sein Team fahren die Lotsenboote in Warnemünde – und haben an den Sail-Tagen nur nachts Ruhe. „Wir haben einfach deutlich mehr zu tun.“ Das normale Geschäft im Hafen geht schließlich weiter: Frachter, Fähren und Kreuzfahrtschiffe wollen ihre Lotsen an Bord nehmen. „Und dann sind da noch die großen Traditionsschiffe. Die laufen bis zu drei Mal am Tag ein und aus bei der Sail – und brauchen auch jedes Mal einen Lotsen.“ Wie viele Fahrten der Lotsbetrieb zusätzlich absolviert, weiß Hey noch nicht: „Aber ich weiß, dass wir 200 Prozent mehr Konzentration brauchen. Denn auf dem Wasser wird es voll. Da bleibt nicht mal Zeit, die schönen Segler zu bestaunen. Sicherheit geht vor.“

OZ

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