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Der Rostocker Peer Klüßendorf hat die Europameisterschaft im Debattieren gewonnen. Bald ist Wettstreit der Weltbesten in Indien.

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Europameisterlich: Peer Klüßendorf (24) überzeugte beim Debattieren auch durch Mimik und Gestik.

Quelle: Jennifer Ho

Argumente für den Titel: Der gebürtige Rostocker Peer Klüßendorf hat sich bei der Europameisterschaft im Debattieren zum Sieg geredet. Mit Partnerin Emilia Carlqvist holte der 24-Jährige gerade zum Finalthema „Staatliche Kunstförderung” den Sieg. Dabei ließen sie mehr als 400 Studenten aus Europa und dem Nahen Osten in zwölf Debatten hinter sich.

„Wir haben uns das überhaupt nicht vorgestellt. Normalerweise gewinnen alte Debattier-Hasen in so einem Wettbewerb“, sagt Klüßendorf, der jetzt in Lund (Schweden) lebt. Er selbst debattiere seit 2007, auf Englisch — wie bei der Europameisterschaft — seit Beginn seines Master-Studiums vor einem Jahr in Lund. Für die dortige Uni trat er auch an — und ist damit der erste „Schwede“, der überhaupt über das Viertelfinale hinaus Erfolg hatte. „Dabei konnten wir uns gar nicht vorbereiten. Bis einen Tag vorher war ich im Balkan, Emilia in Botswana“, erzählt er.

Die beiden sind aber schon länger ein eingespieltes Team, vor allem als Präsidentin und Vize-Präsident des Debattierclubs in Lund. „Wir konnten vor den Runden nicht schlafen, sind um sechs Uhr aufgewacht und haben gelesen“, erzählt er. So halte er sich in internationalen Themen fit — neben Tageszeitungen lese er „Le Monde Diplomatique” und den „Economist“. Auf diese Weise habe er mehrere Perspektiven. Der Europameister fügt hinzu: „Darüber hinaus hilft es, wenn man selbst mit Freunden abends in der Kneipe ‘ne Stunde über ein Thema redet.“

Außerdem schaut sich der studierte Politikwissenschaftler und Philosoph, wie andere Debattanten, zur Vorbereitung Weltmeisterschaften auf der Videoplattform Youtube an.

Erst 15 Minuten vor jeder Runde erhalten die Teilnehmer im Wettstreit ihr Thema. „Dann wird schnellstmöglich eine in sich geschlossene, logische Argumentation gesucht“, sagt Klüßendorf. Wie kommt es, dass sich das Schweden-Team gegen Muttersprachler durchsetzen konnte? „Ich studiere, lese Bücher und schaue Filme auf Englisch. Ich lerne total gern Sprachen“, erzählt er. „Natürlich sind Muttersprachler in der Argumentation schneller und zum Teil sogar lustiger. Aber das macht ihre Argumente ja nicht besser.“

Klüßendorf betont, dass das Debattieren gut sei, um verschiedene Sichtweisen von Menschen zu verstehen. Er hege die Hoffnung, das Debattieren in Skandinavien mehr zu etablieren. Der überzeugte Atomkraftgegner wird als Nächstes im Dezember zur Weltmeisterschaft in Indien antreten. Aber vorerst wird gefeiert.

In Schweden sei es Tradition, ein großes Festessen an einem langen Tisch zu veranstalten. Dort wird die ehemalige Halbfinalistin der Weltmeisterschaft, Lucinda Davis, ebenfalls mitfeiern. Die Philippinin war Klüßendorfs „treibende Kraft“ und hat „ganz viel geholfen“: Sie war seine Trainerin.

Wandern an der Warnow
Wer gern wandert und die Hansestadt von einer etwas anderen Seite kennenlernen möchte, kann dies morgen tun. Die Volkssolidarität (VS) bittet zum 17.

Landeswandertag des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern nach Rostock. „In erster Linie findet diese Veranstaltung für unsere Mitglieder statt“, sagt Kerstin Liebich, Geschäftsführerin des Landesverbands. „Teilnehmen kann aber trotzdem jeder, der möchte.“ Bisher habe es rund 1400 Anmeldungen gegeben, dazu werde mit einem Laufpublikum von 400 bis 500 Rostockern gerechnet.

Drei Routen stehen zur Verfügung: Die Wanderer können zwischen drei, fünf und zehn Kilometern wählen. Die Drei-Kilometer-Route verläuft etwa entlang der Uferpromenade und des Geländes der ehemaligen Neptunwerft plus Rückweg.

Auch kulturell wird einiges geboten. Darunter zählen neben einem Kinderfest auch Auftritte bekannter Entertainer wie Andreas Holm und Thomas Lück, eines Frauenchors und einer Kindertanzgruppe aus Rostock.

Anmeldungen nimmt die VS noch heute unter ☎ 0385/30 34 70 entgegen. Für Rostocker ist die Teilnahme am Landeswandertag kostenfrei. Eröffnung: 10 Uhr, Treffpunkt für die Wanderrouten ist um 10.30 Uhr an der Haedgehalbinsel.

Streiten auf höchstem Niveau
Am 23. August fand die European Universities Debate Championship 2013 in Manchester statt, die Europameisterschaft im Debattieren. Die WM folgt vom 27. Dezember bis zum 3. Januar 2014 mit der World Universities Debating Championship, ausgerichtet in Chennai, Indien. Mit durchschnittlich 400 Teams ist es das größte Debattierturnier der Welt.

Die Turniersprache ist Englisch. Die Teams werden je nach Sprachniveau in ESL (Englisch als zweite Fremdsprache), EFL (Englisch als fremde Sprache) und Muttersprachler (auch Nicht-Muttersprachler mit mehrjährigem Auslandsaufenthalt) eingeteilt. Am letzten Tag findet nach dem Finale eine Dinnerparty mit allen Teilnehmern des Wettbewerbs statt.

Bewährungsstrafen für Misshandlung
Kröpeliner-Tor-Vorstadt — Nico R. (28) und Susanne R. (27) müssen nicht ins Gefängnis. Sie sind vom Rostocker Amtsgericht zu Bewährungsstrafen von zwei beziehungsweise neun Monaten verurteilt worden. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Nico R. seine Stieftochter Lia (9) in acht Fällen misshandelt hat. Mutter Susanne R. soll ihrer Tochter nicht zu Hilfe gekommen sein.

So auch einen Tag vor Heiligabend 2011. Stiefvater Nico R. hat die damals Siebenjährige erst geschlagen, dann zu Boden geworfen und ihr Gesicht über den Teppichboden gerieben. Anschließend hat er sie am Genick gepackt, hochgerissen und in den Rücken getreten. Ihre Mutter Susanne R. hat sie dann mit einem Rucksack mit Unterwäsche, Schlafanzug, Krankenkassenkarte und den Worten „Verpiss dich“ vor die Tür gesetzt.

Das Mädchen lief zu Fuß von der Wohnung in Schmarl zum Hauptbahnhof, um mit dem Zug zum leiblichen Vater nach Stralsund zu fahren — als es in einer Bäckereifiliale strandete. Dort nahm sich eine Verkäuferin des Mädchens an und verständigte die Polizei. In anderen Fällen hat Nico R. Lia unter anderem mit einer Gartenharke und einer Brotdose geschlagen.

Doch nicht nur Lia soll unter ihm gelitten haben. Auch ihr kleiner Bruder Luka (damals 3) soll misshandelt worden sein. Auf der Warnemünder Woche im vergangenen Jahr war er beim Familienbummel den Eltern entwischt und zur Hüpfburg gelaufen. Als Nico R. ihn dort entdeckte, hat er den Jungen am Arm gerissen und geschlagen.

Seit August 2012 befinden sich Lia und Luka in Obhut des Jugendamts. Was mit dem neugeborenen Kind von Nico und Susanne R. passiert, ist unklar. Karsten Wilke

 

 

ma Karolin Hebben

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