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Rostock Don-Bosco-Schule bald in Hand des Erzbischofs
Mecklenburg Rostock Don-Bosco-Schule bald in Hand des Erzbischofs
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06:34 29.04.2016
Rostock-Südstadt

Das Erzbistum Hamburg übernimmt die Don-Bosco-Schule in Rostock als Träger. Bisher obliegt dies der kirchlichen Bernostiftung, die insgesamt vier katholische Schulen — in Rostock, Schwerin, Ludwigslust und Lübeck — fördert und verwaltet. Im Auftrag des Erzbistums Hamburg, das auch in Hamburg 21 katholische Schulen unterstützt, die sich in Trägerschaft des dortigen Katholischen Schulverbandes befinden.

Zwei Schulträger sind dem Erzbistum zuviel. „Die können wir uns nicht leisten“, stellt Manfred Nielen, Pressesprecher des Erzbistums, klar. Der Hamburger Schulverband wird schon zum 1. Mai aufgelöst, mit der Bernostiftung werde noch verhandelt, wie Nielen mitteilt. Alle katholischen Schulen in der Diözese sollen in einer Trägerschaft zusammengeführt werden und die werde beim Erzbistum Hamburg liegen — „in welcher Form auch immer“, erklärt Nielen.

Die Kirche steckt in der Krise. „Die Kosten wachsen schneller als die Erlöse aus Kirchensteuern, öffentlichen Zuschüssen und Leistungsentgelten“, hatte Generalvikar Ansgar Thim Anfang April vor dem Katholischen Schulverband Hamburg die Veränderungen begründet. Das Erzbistum Hamburg bündele daher die Kräfte und werde selbst die Schulträgerschaft aller katholischen Schulen in Hamburg sowie in Mecklenburg und Schleswig-Holstein übernehmen. „Für die Schulen bedeutet dies eine noch klarere, effektivere Arbeits- und Aufsichtsstruktur mit dem einen Ziel, das katholische Schulsystem unabhängig von den absehbaren gesellschaftlichen Veränderungen zukunftssicher aufzustellen“, sagt Thim.

Das Vorgehen löst Ärger und Verunsicherung in der Bernostiftung aus. „Unsere Stiftung ist finanziell gesund, wir stehen solide da“, betont Stiftungsdirektor Thomas Weßler. Auch künftig könnte in den jetzigen Strukturen in Rostock, Schwerin, Ludwigslust und Lübeck gute Schule gemacht werden. Dennoch sei die Bernostiftung finanziell abhängig vom Erzbistum, zum Beispiel bei baulichen Investitionen.

„Für große Projekte wie einen Schulneubau sind wir auf Darlehen der Kirche angewiesen“, erklärt Prof. Wolfgang Schareck — der Uni-Rektor ist Mitglied des Stiftungsrates. Eine neue Schule steht zum Beispiel in Ludwigslust an.

Auch wenn der Stiftungsrat bei einem Trägerwechsel zunächst keine direkten Auswirkungen auf die Don-Bosco-Schule und ihre Schwestern im Land sieht, könne die Maßnahme doch Spätfolgen haben. „Wenn der Entscheidungsträger nicht vor Ort ist, dann gibt es mehr Verluste auf dem Weg, könnten überregionale Interessen eine Rolle spielen“, drückt es Dr. Rainer Walke, auch Mitglied im Stiftungsrat, vorsichtig aus. Seine eigenen Kinder sind Schüler der Don-Bosco-Schule, an der aus seiner Elternsicht eine sehr gute Arbeit geleistet werde. Auch für nachfolgende Schülergenerationen wünsche er sich das. „Von Trägerseite müssen vernünftige Strukturen geschaffen werden, um täglich eine gute Schule mit katholischem Profil zu machen“, sagt Walke. Doch die Befürchtungen gehen eher dahin, dass die neuen Strukturen im Erzbistum teurer und nicht so leistungsfähig sind.

Der 2006 als kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts im Erzbistum Hamburg gegründeten Bernostiftung wurde erst kürzlich durch Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) sehr gute Arbeit bescheinigt.

„Sie haben sich in unserer Schullandschaft als eine Alternative etabliert“, hatte sie anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung betont.

Dennoch scheint es des Erzbischofs Wille, dass auch die Bernostiftung aufgelöst und die Mittel in den großen Bistumstopf fließen. „Noch im Laufe des Jahres“, so Sprecher Nielen, soll der Trägerwechsel vollzogen sein. Eine gemeinsame Bauabteilung sei angedacht, kündigt er schon mal an. Der Stiftungsrat indes will „dafür kämpfen, dass der Übergang nicht in ein Nichts vollzogen wird“, wie es Walke ausdrückt. Neue Strukturen sollten an das „Erfolgsmodell“ der Bernostiftung anknüpfen, sagt Wolfgang Schareck: „Wir fühlen uns verantwortlich für uns anvertraute Schüler, Lehrer und Eltern.“

Von Doris Kesselring

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