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Rostock Dorfhaus-Tarife stehen noch nicht fest
Mecklenburg Rostock Dorfhaus-Tarife stehen noch nicht fest
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00:00 08.03.2013
Bei Strom und Gas fehlen die Werte noch.“ Uwe Hirschmann, Geschäftsführer
Broderstorf

Die Gemeinde Broderstorf wird ihrem neuen Bürger- und Kulturverein nach und nach 15 000 Euro für die Bewirtschaftung des neuen Dorfgemeinschaftshauses überweisen. Das haben die Gemeindevertreter am Mittwoch in ihrer Sitzung im Amtsgebäude beschlossen. Nach den bisherigen Planungen soll das Dorfgemeinschaftshaus im Mai eingeweiht werden. „Ich brauche das Geld, um die entsprechenden Verträge unterschreiben zu können“, so Gemeindevertreter Uwe Hirschmann, der gleichzeitig Geschäftsführer des Bürger- und Kulturvereins ist.

Zuvor hatte Hirschmann die Kalkulation des Vereins für die Nutzungskosten in dem Gremium vorgestellt. Sie bewegten sich in einem Rahmen von 27 400 bis 31 000 Euro im Jahr. Bei einer Fläche von 190 Quadratmetern komme man auf einen Aufwand von 28 Cent pro Quadratmeter, „darin sind aber noch nicht die Abschreibung und ähnliches eingerechnet“, sagte der Geschäftsführer.

Bei seiner derzeitigen Kalkulation ging es überwiegend um die Reinigung, „die mit eigenen Leuten am preiswertesten zu machen ist“, so Hirschmann. Angesichts der Nutzungstarife beschlichen die Gemeindevertreterin Monika Schumacher Befürchtungen, dass die Kosten für die Vereine zu hoch werden könnten. „Ich möchte deswegen beantragen, dass die Gemeinde den gemeinnützigen Vereinen aus Broderstorf Nutzungskosten erlässt“, sagte sie. Zuvor hatte sich auch Hirschmann in diese Richtung geäußert, er wolle angesichts der Kosten nicht gefährden, dass sich das neue Dorfgemeinschaftshaus mit Leben fülle.

„Das Ding ist vom Tisch“, sagte Frank Urbach. Der Verein habe einen Vertrag mit der Gemeinde, und dieser Vertrag sei zu erfüllen. Dem widersprach Hirschmann: „Der Vertrag ist noch nicht abgeschlossen.“ Aber es begannen danach neue Überlegungen zu den Nutzungskosten im Dorfgemeinschaftshaus. Monika Elgeti sprach sich klar dagegen aus, die Räume kostenlos anzubieten. „Ich kann mir pauschal einen Euro als Beitrag pro Nase der Teilnehmer vorstellen“, sagte sie, „das hat den Vorteil, dass wir messen können, wie das Dorfgemeinschaftshaus frequentiert wird.“ Christa Nier fürchtete angesichts der Preise, „dass ich für den kleinsten Raum 15 Euro für meinen Nachhilfeunterricht zahlen muss“. Bürgermeister Hanns Lange sah ein: „Das ist eine schwierige Situation.“ Er schlug daher vor, „dass der Sozialausschuss und der Bürgerverein noch einmal zu diesem Thema berät und die Diskussion im April zu Ende geführt wird“.

Strittig war unter den Gemeindevertretern zudem, wer die Reinigung des Gebäudes übernehmen soll. Christa Nier wies darauf hin, dass diese Arbeiten von Fachleuten ausgeführt werden sollten, auch um die Garantieleistungen für die neue Einrichtung nicht zu gefährden. Sie riet davon ab, diese Arbeiten von eigenen Kräften erledigen zu lassen. Frank Urbach warf zudem ein, dass in der Nutzungskostenpauschale noch nicht die Kosten für Strom und Gas enthalten seien. „Da haben wir auch noch keine Erfahrungswerte“, sagt Vereinsgeschäftsführer Hirschmann — der nun aber mit den bewilligten 15 000 Euro die Vereinsarbeit ans Laufen bringen kann.

Ein Verein wird zum Hausherrn
Im Sommer des Jahres 2011 war der Bürger- und Kulturverein aus der Taufe gehoben worden. Er hat die Aufgabe, das neue Dorfgemeinschaftshaus zu bewirtschaften und das Vereinsleben in der Gemeinde zu koordinieren. Mit der Gemeindevertretung besteht eine enge — gewünschte — Verzahnung: Bürgermeister Hanns Lange ist der Vorsitzende der Organisation, Gemeindevertreter Uwe Hirschmann sein Stellvertreter und gleichzeitig der Geschäftsführer. Damit soll unterstrichen werden, dass der Bürger- und Kulturverein ein Bindeglied zwischen Gemeinde und Vereinen ist.

  Das Dorfgemeinschaftshaus wurde von vielen Bürgern gewünscht und von der Gemeindevertretung vorangetrieben. In der Kommune hatte es bislang an einem großen, zentral gelegenen Gebäude für größere Veranstaltungen gemangelt. Die Gemeinschaftsräume in der Feuerwehr hatten sich für Senioren als ungeeignet erwiesen, weil sie sich im Obergeschoss befinden.

Michael Schißler

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