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Rostock Drogenhandel: Drei Armenier müssen sich verantworten
Mecklenburg Rostock Drogenhandel: Drei Armenier müssen sich verantworten
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00:00 08.09.2018
Gestern zum Prozessauftakt am Rostocker Landgericht. Quelle: Foto: Emil Pries
Stadtmitte

Vor dem Rostocker Landgericht müssen sich seit Freitag drei Männer aus Armenien wegen des unerlaubten Handels mit illegalen Drogen verantworten. Zwei der Angeklagten sollen darüber hinaus einen Mittelsmann verletzt und von einem Unbeteiligten unter Androhung des Schusswaffengebrauchs 30000 Euro erpresst haben.

Prozessauftakt am Landgericht / Angeklagte bedrohten Medienvertreter

Turbulent ging es zu bei der gestrigen Prozesseröffnung: Während einer der Angeklagten, ein 27-Jähriger, bereits im Gerichtssaal saß, beschimpften die beiden anderen lautstark die anwesenden Pressevertreter, versuchten sie einzuschüchtern und weigerten sich, den Gerichtssaal zu betreten. Schließlich sah sich der Vorsitzende Richter, Guido Lex, gezwungen, die Journalisten nochmals auf ihre Pflicht zur „Unkenntlichmachung der Angeklagten auf Fotos“ hinzuweisen. Erst mit einer halben Stunde Verspätung waren dann alle drei Beschuldigten im Saal: ein 44-Jähriger kam auf Krücken, und der letzte Mann des Trios, 29 Jahre alt, wurde in Fußfesseln in den Saal geführt. Laut Anklage müssen sich die drei Armenier wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung und schweren Raubes verantworten. Der Vorwurf: Sie sollen im Zeitraum von Anfang 2016 bis Anfang März dieses Jahres in Rostock sowie in Biendorf (Landkreis Rostock) mit großen Mengen Kokain gehandelt haben, wobei einer der Angeklagten eine Schusswaffe mit sich führte. Ihre Taten sollen sie unter anderem in einem Tattoo-Studio in der Doberaner Straße begangen haben.

Ein Mittelsmann soll dann beauftragt worden sein, das Kokain zu verkaufen – damit dies schneller geht, auch „durch Körperverletzungen gedrängt“, wie es in der Anklage formuliert ist. Schließlich hat eben dieser Mittelsmann das Treiben auffliegen lassen und gegen die Angeklagten ausgesagt. Gegen ihn läuft ein gesondertes Verfahren.

Trotzdem: Insgesamt seien laut der Staatsanwaltschaft 3,3 Kilogramm Kokain und zwei Kilogramm Marihuana gewinnbringend weiterverkauft worden.

Zwei der drei Armenier müssen sich zudem wegen einer räuberischen Erpressung verantworten. So sollen sie eine unbeteiligte Person gezwungen haben, eine Abtretungsvereinbarung über 30000 Euro zu unterschreiben – indem sie der Person eine Schusswaffe an den Kopf hielten. Zu allen Vorwürfen wollten die drei Männer gestern keine Angaben machen.

Rückblick: Am 7. März dieses Jahres rückte die Polizei in Rostock an und zerschlug den Drogenring. Mehrere Beamte führten an verschiedenen Orten Razzien durch. Spezialkräfte durchsuchten neun Objekte. Mehrere Armenier wurden festgenommen, unter ihnen auch die drei Angeklagten.

So stürmte an diesem Morgen im März gegen 6 Uhr eine Spezialeinheit, vermummt und bewaffnet, die Wohnung eines Shisha-Bar-Betreibers in der Stampfmüllerstraße. Durchsucht wurden die Privatwohnung und die angrenzende Bar. Zeitgleich schlugen die Beamten in Groß Klein, im Schiffbauerring, zu. Auch ein Drogensuchhund kam hierbei zum Einsatz.

Der Prozess wird am 19. September mit der Vernehmung des Mittelsmannes fortgesetzt.

Emil Pries

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