Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 10 ° heiter

Navigation:
Druckerei-Chef Adam macht in Bruchsal weiter

Laage Druckerei-Chef Adam macht in Bruchsal weiter

Unverständnis in der Branche und im Schwesterunternehmen Laage: Trotz Millionenverlusten kann Gründerfamilie Betrieb übernehmen.

Laage. „Bruchsaler Großdruckerei Adam gerettet — Gründerfamilie übernimmt Geschäftsbetrieb aus Insolvenz“ ist die Mitteilung überschrieben, die der alte und neue Chef Walter Adam gestern verbreitete. Die gekündigten Mitarbeiter der Druckerei in Laage, wie auch Kunden, Lieferanten und andere Druckbetriebe sind sprachlos.

Wie geht das? Zwei Adam-Druckereien im badischen Bruchsal und in Laage sind insolvent (die OZ berichtete). Millionen-Verluste sind zu beklagen vor allem in Laage, der „Lohndruckerei“ für Bruchsal, für die das Süd-Unternehmen aber mit rund 15 Millionen Euro haftet (Darlehen und Mietkaufverträge). Mindestens 14,6 Millionen Euro Fördermittel flossen in den Neubau Laage — für das meiste Steuergeld ist die Zweckbindung abgelaufen, das Land hofft noch auf die letzte Rate, 2,2 Millionen Euro Rückzahlung — notfalls von Adam persönlich. Der aber hat nun „im Wege eines Asset Deals den gesamten Geschäftsbetrieb und 73 der 75 Beschäftigten“ in eine neue Gesellschaft namens Adam NG GmbH übernommen. Somit wohl auch die Schulden von drei Millionen Euro in Bruchsal. Woher hat die Gründerfamilie das Geld für den „Asset Deal“? Auch wenn Adam sein Flugzeug aus einer anderen Adam-Firma als Pfandbrief hinterlegt haben soll — dürfte dies nicht reichen.

Seit langem schon schaut die Branche misstrauisch auf das Konstrukt, das seit Jahren mit Dumpingpreisen und Billiglöhnen am Markt agiert. „Druckereien verloren an Adam Aufträge und teils langjährige Kunden, die dieser zu Konditionen holte, die er selbst nicht darstellen konnte. Durch diese Dumping-Strategie verunsicherte er Kunden, denen er unrealistische Marktpreise vorspielte“, heißt es in einem Schreiben mehrerer Marktteilnehmer, das der OZ vorliegt. Sie gehen zudem von Insolvenzverschleppung aus. Spätestens Mitte 2012, als der Finanzierer MFI nach Aussetzung der Tilgungsraten durch Adam den kompletten Millionen-Rest fordert, hätten die Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Doch dies geschah erst im Januar 2013. „Weil es noch Zweckbindungen für Fördergelder gab“, vermuten Druckerei-Chefs. Insolvenzverwalter Andreas Fischer sieht die Insolvenz in Bruchsal als Folge „der engen finanziellen Verflechtung mit der Schwestergesellschaft in Laage“. Er habe Angebote potenzieller Käufer geprüft. Das Angebot der Gründerfamilie sei das „Beste im Sinne der Gläubiger, Kunden und Beschäftigten“ gewesen.

 

Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Florian Silbereisen feiert großes Schlagerfest in neuer Stadthalle

Mit 3800 Gästen haben Jürgen Drews, Ben Zucker, Klubbb3, Helene Nissen und Ross Antony gestern mit Party-Hits ein Fest der guten Laune gefeiert.