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Rostock Ehepaar plündert fürs Rostock-Album sein Fotoarchiv
Mecklenburg Rostock Ehepaar plündert fürs Rostock-Album sein Fotoarchiv
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00:00 04.04.2014
Gisela Wachtel hat zusammen mit ihrem Mann ein ganzes Archiv an Fotos, die fast 50 Jahre Stadtgeschichte abbilden. Quelle: Ove Arscholl

Gisela und Hartmut Wachtel haben ihre Fotoalben geöffnet. 398 Bilder hat das Ehepaar für das Rostock-Album eingeschickt. Seit 1971 leben sie in der Stadt und haben deren Entwicklung auf Fotos festgehalten. Für das Projekt der OSTSEE-ZEITUNG und des Hinstorff Verlages suchten sie in ihren Alben nach passenden Alltagsbildern zu 50 Jahren Stadtgeschichte.

Fotos in Schwarz-Weiß liegen auf dem Boden im Wohnzimmer verteilt, daneben Fotoalben, Koffer voll mit Erinnerungsstücken, Blöcke gefüllt mit Zeitungsartikeln. Gisela Wachtel greift zur schwarzen Lupe, schaut sich ein Foto aus Lütten Klein aus den 70er Jahren an. Entdeckt Kinder, die in der mit Wasser vollgelaufenen Baugrube der heutigen Buswendeschleife baden. „Bei jedem einzelnen Foto entdeckt man noch Sachen“, sagt sie. „Da kommen Dinge zum Vorschein, die man vergessen hatte“, fügt Hartmut Wachtel hinzu.

Die meisten Fotos hat Hartmut Wachtel geknipst. Schon als Elfjähriger hat er mit einer Puva-Start Fotos gemacht. So richtig angefangen mit dem Fotografieren hat er dann 1968. „Wenn wir unterwegs waren, haben wir die Kamera immer dabei gehabt“, sagt der heute 64-Jährige. „Wenn es Wetterkapriolen gab, sind wir nach Warnemünde gefahren und haben Fotos gemacht. 1979 diese Schneemassen, das hat man festgehalten“, erinnert er sich. Viele Bilder zeigen Lütten Klein und Groß Klein. In beiden Stadtteilen haben sie gewohnt, im letzteren leben sie seit 1979. „Damals hatten wir noch freie Sicht ringsum bis zum Hafen. Als hier gebaut wurde, haben wir alles festgehalten“, sagt Gisela Wachtel. „Wenn man die Bilder heute anguckt, sieht man die Entwicklung.“ Die nördliche Altstadt würde keiner wiedererkennen, der vor 25 Jahren zuletzt hier war, sagt Hartmut Wachtel.

Kennengelernt haben sich die beiden am Strand von Wismar. Das war 1968. Nach Rostock kam Hartmut Wachtel, gebürtig aus Sachsen-Anhalt, aufgrund seiner Arbeit als Schweißer. Angestellt beim Gleisbaubetrieb Magdeburg hatte die Firma einen Großauftrag im Überseehafen. Bis zur Wende hat Wachtel dort Gleisanlagen gebaut. Auch davon haben die beiden Fotos an das Rostock-Album geschickt. Die Wohnung in Rostock war „wie ein Lottogewinn“, sagt Hartmut Wachtel. „Am 19. Januar 1971 haben wir sie bekommen“, ergänzt Gisela Wachtel und nimmt das nächste Bild in die Hand.

Egal, welches Foto sie hervorholen, zu jedem können sie etwas erzählen. Ob ein Ausflug in den Zoo mit den beiden Kindern oder die Einschulung ihrer Tochter — alles haben sie festgehalten. Und noch heute fotografiert Hartmut Wachtel. Jedoch nur selten mit einer Kamera. Jetzt nimmt er sein Handy.

Fotos gesucht
Gemeinsam erinnern: Beim Rostock-Album kann jeder im Internet im Netzwerk Facebook mitmachen. Auf der Internetseite www.facebook.com/Rostockalbum kann man Bilder und Geschichten ansehen oder selbst Fotos hochladen. Oder man schickt die Aufnahmen per E-mail an rostock.album@hinstorff.de oder per Post an den Hinstorff Verlag, Lagerstraße 7, 18055 Rostock. Mit der Einsendung stimmt man einer Veröffentlichung zu.



Anja Levien

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