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Ein Clown lebt seinen Traum

Warnemünde Ein Clown lebt seinen Traum

Concertino auf dem Weg zum Festival nach Svendborg / Ein Leben in der Hängematte

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Der Clown Concertino ist in ganz Europa unterwegs. Manchmal macht er auch in Warnemünde Station.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. Concertinos Nacht war kurz: Um Mitternacht hatte er zwischen zwei Bäumen hinter dem Warnemünder Bahnhof seine Hängematte aufgespannt, gegen fünf begann es zu regnen – „und gegen sechs muss ich auch immer weg sein“, sagt er. Concertino ist Clown, auf dem Weg zum großen Clownfestival in Svendborg machte er gestern Zwischenstation im Seebad. Da muss er hin, „weil dort nicht aus dem Internet gelernt wird, sondern noch von Mensch zu Mensch“. Die Jungen lernen dort von den Alten, sagt Concertino, der kein Smartphone hat, und weiß: „Mein Leben ist mein Theater, jeden Tag und jeden Minute.“ Und so lebt er auch, getreu seinem Motto „Folge deinem Herzen und lebe deinen Traum“. Damit hat der Clown, gute Erfahrungen gemacht, denn: „Schnell und billig ist langweilig.“

Seit 14 Jahren ist Concertino auf Tour, kreuz und quer durch Europa, entweder mit der Bahn, zu Fuß oder als Tramper. „Da bekommt man ein Gefühl für die Menschen“, sagte Concertino, der seinen bürgerlichen Namen nicht nennen will und den Personalausweis nur für die Behörden mit sich führt. Denen er dann vielleicht einmal erklären muss, dass er früher ein anderes Leben gelebt hat. Er stammt aus Oberhausen im Ruhrgebiet, war technischer Zeichner, studierte und hatte sich als Grafik-Designer im wissenschaftlichen selbstständig gemacht. Das passte ihm nicht und machte ihm Probleme: „Alles wird optimiert und dann ein Abenteuer-Urlaub für 15000 Euro gebucht“. Concertino braucht das nicht mit seinen 56 Jahren: „Mein Abenteuer ist das tägliche Leben.“ Und was hat er nun davon? „Kein Geld für ein Fünf-Sterne-Hotel. Dafür habe ich ein Hotel mit Millionen Sternen“, sagt er, der nur in seiner Hängematte schläft.

So kann man ihm denn glauben, dass er „nur aus Freude unterwegs ist“ und Clownerie als Lebensfreude verschenkt. Das übrigens auch in Rostock: Beim Zirkus Fantasia ist Concertino schon aufgetreten, und wenn er in Warnemünde ist, hat er seinen Lieblingsplatz. „Auf den Treppen unter dem Leuchtturm“, sagt er. Da können man den Menschen ins Auge blicken und sie einbeziehen in „Musik, Zauberei, das Geschichtenerzählen und die Jonglage“, denn: „Ich spiele direkt mit dem Publikum, das kommt aus der Situation heraus.“ Dahinter steht die Überlegung: „Mein Plan ist es, einfach keinen Plan zu haben.“

Dann zieht Concertino weiter, frei von Miete und Stromgeld, mit seinen 80 Kilogramm Gepäck, nach Svendborg.

msc

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