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Ein Hörsaal voller gelber Karten

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Ein Hörsaal voller gelber Karten

Profi-Schiedsrichter Bastian Dankert begeisterte gestern seine Zuhörer bei der Kinder-Uni.

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Bundesliga-Schiedsrichter Bastian Dankert war Gast in der Rostocker Kinder-Uni. Mandy Bethkenhagen war in eine Schiedsrichter-Kluft geschl�pft.

Quelle: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Schlange stehen zur Vorlesung: Vor der ersten Kinder-Uni des Semesters herrschte gestern Unruhe im Audimax. Unzählige Knirpse drängeln zum Redner-Pult.

Bevor es losgeht, will jeder noch schnell ein Autogramm vom prominenten Gast-Dozenten abkriegen: Bastian Dankert, Schiedsrichter in der ersten Fußball-Bundesliga, steht Rede und Antwort. Er will mit den Kindern darüber sprechen, was so alles auf dem Feld passiert, während das Runde in das Eckige soll. Zuerst muss er aber noch ein paar Unterschriften geben.

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Ich spiele selbst Fußball, aber Schiri will ich nicht werden. Zu knifflig, und mein Vater sagt, da meckern alle.“ Erik Langschwager (10)

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Zu Beginn seiner 45 Minuten bei der Kinder-Uni — eine gemeinsame Aktion der OSTSEE-ZEITUNG und der Uni Rostock — legt Bastian Dankert ein kleines Geständnis ab: „Am Wochenende habe ich in Hannover vor Tausenden Zuschauern gepfiffen. Aber heute, hier bei Euch, bin ich doch noch ein bisschen nervöser!“ Das ist er bestimmt auch, weil seine ehemalige Dozentin mit im Publikum sitzt. 1999 war Bastian Dankert selbst Student an der Rostocker Universität. Seitdem ging es für den gebürtigen Schweriner steil bergauf: 2012 wurde er zum Schiedsrichter in der ersten Bundesliga ernannt und leitet mittlerweile den Landesfußballverband MV.

Natürlich will er da wissen: „Wer von Euch kann sich denn vorstellen, selbst einmal Schiri zu werden?“ Kaum einer meldet sich. Ist ja vermutlich auch gar nicht so leicht. Also erklärt der Profi erst einmal, was man so alles können sollte: „Fit muss man sein! Als Schiri läuft man ja viel mehr als die normalen Spieler. Man muss alles sehen und oft von ganz hinten nach ganz vorne laufen. Da kommen bei einem Spiel schnell mal 13 Kilometer zusammen!“ Die Kinder sind fassungslos. So viel! „Dafür haben wir jede Woche feste Trainings-Tage und eine spezielle Uhr, die uns anzeigt, wo man sich noch verbessern kann“, erklärt Dankert.

Die Regeln muss man natürlich auch kennen. Aber wie viele gibt es davon eigentlich? Großes Rätselraten. 20? 25? 100? Knapp daneben: „Wir haben im Fußball nur 17 Regeln. Die sind aber das A und O!“

Um diese Regeln durchzusetzen, muss der Schiri immer zwei wichtige Dinge dabei haben: Eine gelbe und eine rote Karte. Auch die Kinder haben heute solche Karten bekommen. Mit diesen sollen sie nun selbst ein paar Situationen einschätzen. „Es ist gar nicht so einfach, im Bruchteil einer Sekunde eine Entscheidung zu fällen“, erklärt Bastian Dankert. Dafür zeigt er eine kurze Video-Sequenz: Ein Spieler läuft mit dem Ball in den Strafraum und fällt plötzlich hin. Ganz offensichtlich wurde er gefoult. Dankert drückt die Pause-Taste und fragt: „Wie bewertet ihr dieses Foul? Gelbe oder rote Karte?“ Die gelben Karten schnellen in die Höhe. Plötzlich ruft ein Kind: „Das war kein Foul! Das war ‘ne Schwalbe! Der hat sich einfach fallen lassen!“ Aufregung im Saal. Das Video geht weiter, und die Zeitlupe zeigt: Der Junge hat recht! Das nächste Video wird abgespielt: Wieder ein dickes Foul! Alle zeigen Gelb. Und dieses Mal liegen sie richtig: Auch der Schiri auf dem Platz verteilt die gelbe Karte. Jubelrufe gehen durch die Menge.

Bastian Dankert gesteht: „Bei einem Spiel filmen bis zu 32 Kameramänner. Manchmal sieht da eine Situation von hinten ganz anders aus als von vorne. Da muss man sich schon sehr sicher sein und richtig liegen!“

Die Kinder merken: Als Schiri hat man es nicht ganz einfach auf dem Fußballfeld. Aber Spaß macht es allemal! Das zeigt sich auch, als Bastian Dankert zum Schluss der Vorlesung seine Frage noch einmal wiederholt, wer alles einmal Schiedsrichter werden will: Statt drei Kinder, wie zu Beginn der Vorlesung, melden sich jetzt gut 20. Und besonders die wollen am Ende noch ein Autogramm haben.

Spannende Vorlesungen
Im Sommersemester 2013 gibt es für Jungstudenten zwischen sechs und zwölf Jahren insgesamt vier abwechslungsreiche Vorlesungen im Audimax in der Ulmenstraße 69 zu erleben. Die Vorträge starten immer um 15 Uhr und dauern 45 Minuten. Die nächste Vorlesung für die jungen Studenten gibt es am 14. April. Dann spricht Dr. Gerd Niedzwiedz vom Institut für Biowissenschaften über „ Forschungstaucher unter Wasser — atemberaubend (?)“. Gibt es gute Hexen und böse Feen? Diese Frage beantwortet Dr. Christian Klager vom Philosophischen Institut der Universität am 22. Mai. Zum Abschluss des Sommersemesters am 19. Juni erklären Antje Seebens und Uwe Hermanns vom Naturschutzbund (Nabu) „Die faszinierende Welt der Fledermäuse“. Die Kinder-Uni ist ein gemeinsames Projekt der OSTSEE-ZEITUNG und der Universität.

Tanja Bodendorf

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