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Rostock Ein Mann hält das Dorf in Ordnung
Mecklenburg Rostock Ein Mann hält das Dorf in Ordnung
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00:00 16.07.2013
Gerhard Hömke sorgt dafür, dass Thulendorf immer frisch geschnitten aussieht. Andreas Schuldt (hinten) hilft ihm dabei. Quelle: Michael Schißler
Thulendorf

Heute soll es rund gehen — am Dorfteich in Thulendorf — mit der Heckenschere. „Im Sommer haben wir gut zu tun“, sagt Gerhard Hömke (56), Gemeindearbeiter in Thulendorf.

Seit 7 Uhr sind er und Andreas Schuldt (46), der ihn für vier Stunden am Tag unterstützt, schon im Einsatz: Es ist nicht zu heiß, aber es ist trocken, das ist ideales Wetter für die beiden Männer, die Thulendorf stets in der richtigen Ordnung halten: „Mähen und Schneiden — das ist jetzt unsere Arbeit“, sagt Hömke.

Gemäht werden muss zum Beispiel die Wettkampfbahn der Feuerwehr, der Festplatz am Dorfgemeinschaftshaus Kiek In und viele andere Bereichen. „Ich mähe auch die Gräben von Neu Fienstorf bis zur Bundesstraße 110 aus“, sagt Gerhardt Hömke, „sechs Kilometer sind das etwa.“ Er und Schuldt gehören ins Dorfbild — aber erst wenn das Gras kniehoch stünde, „würde vielleicht auffallen, dass wir fehlen“, sagt Hömke. „Viele empfinden es einfach als normal, dass wir da sind.“ Und nehmen einiges, was die Ordnung und Sauberkeit betrifft, gelassen. Beispielsweise die Reinigung des Rinnsteins.

„Im Dorfkern geht das, da machen die Thulendorfer das“, sagt Gerhard Hömke, „aber im Neubaugebiet haben wir unsere Schwierigkeiten.“ Dann greift er ein: „Wir haben Handzettel von der Bürgermeisterin verteilt und darauf hingewiesen, was gemacht werden muss“, erzählt er. Der Mann mit der Heckenschere bleibt dennoch entspannt: „Es gibt Schlimmeres.“ Hundeschiet zum Beispiel „ist ein Thema“. Aber es gibt auch Schönes: Das Engagement der Thulendorfer für ihr Kriegerdenkmal. „Ich mähe die Fläche, und ein paar Frauen pflanzen dort die Blumen.“

Und wenn er schon vom Kriegerdenkmal spricht, kann Hömke auch gleich vom davorliegenden Pastorenweg reden: „Da machen wir den Wegebau“, sagt er, aber auf dem Sandweg „ist das eine Arbeit ohne Ende.“

Irgendwann zu Ende ist dagegen die Festsaison. „Wir stellen ja auch die Zelte für das Dorffest und für das Erntefest auf“, sagt der gelernte Dachdecker. „Aber allein schaffen wir das nicht. Dann holen wir uns die Hilfe der anderen Gemeindearbeiter, aus Poppendorf zum Beispiel, und helfen wiederum ihnen.“

„Eigentlich“, sagt Hömke, „kannst du bei dieser Arbeit keinen Urlaub machen, ist immer was zu tun.“ Auch im Winter, dann räumt er Schnee — „aber da werde ich wohl die Zeit haben, auf unserem Transporter die Ladefläche zu ersetzen.“ Das ist es dann, was der stellvertretende Bürgermeister Ingo Voß (56) an Hömke schätzt: „Sein Einsatz ist für uns eigentlich unbezahlbar.“

Service für sechs Dörfer
Die Gemeinde Thulendorf hat knapp 600 Einwohner. Sie leben in den Ortsteilen Thulendorf, Hohenfelde, Klein Lüsewitz, Neu Fienstorf, Neu Thulendorf und Sagerheide. Die Orte verteilen sich auf eine Fläche von rund elf Quadratkilometern. Sehenswert sind die denkmalgeschützte Thulendorfer Kirche und eine Holländermühle in Neu Thulendorf. Die Gemeinde verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus und einen großen Festplatz.

Michael Schißler

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