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Ein Song für Liebespaare und ein Duett mit Jana aus Rostock

Schmarl Ein Song für Liebespaare und ein Duett mit Jana aus Rostock

Die Toten Hosen spielen im Iga-Park vor 13 000 Fans. Für viele ein unvergesslicher Abend.

Schmarl. Campino hat Hummeln im Hintern. Kaum spielt die Band die ersten Gitarrenriffs, rennt der Frontmann der Toten Hosen auf die Iga-Park-Bühne. Vor lauter Euphorie, nach vier Jahren Rostock-Abstinenz wieder in der Stadt zu sein, erkundet er wirklich jeden Winkel seiner Auftrittsfläche.

Mit „Ballast der Republik“— vom gleichnamigen, aktuellen Album — hat die Band gestern den Punkrockabend gestartet. Was zu diesem Ballast so alles gehört, schreit Campino nicht nur ins Mikro. Auf der Leinwand läuft ein Sammelsurium aus allem, was typisch Deutschland ist. Mosaikartig tauchen Plattenbauten neben Kommissar Derrick und alten Wartburgs auf.

Passend zum Fieber der Fans, das gleich mit der ersten Sekunde ausgebrochen ist, drehen Andi, Breiti, Vom und Kuddel bei „Altes Fieber“ voll auf. Die Masse huldigt ihrer Band, singt in Chören mit Campino den Refrain mit. Vorstellen müssen sich die Hosen, die seit 1982 existieren, eigentlich nicht mehr. Gehört aber dazu. Gleich verpackt in einem Lied, erfährt auch der Unwissende, dass es sich um Jungs aus der Modestadt Düsseldorf handelt. Und die erobern das Herz von Jana aus Rostock, als sie „Paradies“ mitsingen darf.

Die Rostockerin Katharina Stelter kennt die Band natürlich, als echter Hosen-Fan. Die 29-Jährige ist nach eigener Aussage mit den Jungs groß geworden. Und mag beide Zeiten: Die 80er — damals als sie noch richtige Punker waren — und das von heute. „Sie gehen halt mit der Zeit, das ist doch gut“, sagt Stelter. Freundin Juliane Wollburg findet allerdings, dass die alten Sachen mehr rocken. Gern würde sie „Nur zu Besuch“, ihren Lieblingssong, live hören. Den spielen die Hosen in Rostock zwar nicht, dafür aber ein kleines Schmankerl für alle Liebhaber von Liedermacher Hannes Wader. Dessen Titel „Heute hier morgen dort“ führt die Band allerdings wenig besinnlich auf, sondern mit harten Gitarrenriffs. Ein weiterer Coversong passt da schon mehr zum Stil der Hosen: „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten. Gern wird den beiden erfolgreichen, deutschen Punkrock-Bands eine Rivalität nachgesagt. Doch erst vor gut einer Woche waren Campino und Co. beim „Ärztival“ des Berliner Trios aufgetreten.

Fürs Konzert in der Bundeshauptstadt hat Holger Schönemann keine Karten mehr bekommen. „Ich bin also extra aus Brandenburg gekommen, um die Toten Hosen in Rostock live zu sehen“, erzählt der 48-Jährige. Seit 15 Jahren ist er Fan. Die Texte seien toll und überhaupt seien sie vergleichsweise vernünftig geworden. Was einige Ur-Fans bedauern, die den „Kommerz-Punk“ der Hosen stets kritisieren. Den damit verbundenen Erfolg gönne Sebastian Weda der Band jedoch. „Aber seit ihrem Hit ,Tage wie diese‘ taucht schon ein anderes Publikum bei Konzerten auf“, ist dem 33-jährigen Güstrower aufgefallen. Freundin Anett Eggert bringt‘s auf den Punkt: „Es gibt welche, die kommen nur, weil sie dieses Lied kennen und mögen. Den Rest nehmen sie so mit.“ Das sei schade, sagt die 31-Jährige, die gestern Abend „mindestens das 20. Konzert der Hosen“ besucht habe. Für„Basti und Jette“ aber auch für alle anderen Liebespaare haben die Hosen schließlich „Bonnie und Clyde“ gegeben.

 

Claudia Tupeit

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