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Ein kleiner Moment der Ewigkeit

Warnemünde Ein kleiner Moment der Ewigkeit

90000 Besucher erlebten das Warnemünder Turmleuchten am Neujahrstag / Programm auch Hommage an Rostock

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Taschenlampenkonzert auf der Promenade: 90000 Besucher waren zum Event „Warnemünder Turmleuchten“ ins Ostseebad gekommen.

Warnemünde. „Ewig“ möge dieser Moment dauern. „Ewig“ ist das Warnemünder Turmleuchten 2018 überschrieben. 90000 Besucher drängten sich gestern an der Promenade und in den Seitenstraßen, um das nach Veranstalterangaben größte Neujahrsevent Europas mitzuerleben. Eine gute halbe Stunde voller leuchtender Emotionen soll zur ewig währenden Erinnerung werden. „Das wünschen wir uns jedenfalls“, sagt Martina Hildebrandt vom Veranstalter, der Hanseatischen Eventagentur.

 

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Der Leuchtturm wechselte während der 30-minütigen Show sein Farbkleid und wurde in Lichteffekte getaucht.

Quelle: Fotos: Frank Hormann /doris Deutsch
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Ich will per Kamera ein Gesamtbild der Show einfangen. Christian Schlünz (44) aus Schönebeck

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Wir sind auf Empfeh- lung von Freunden hier und gespannt.Karin Hannemann (40) aus Ludwigslust

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Das Turmleuchten ist für uns der Ausklang der Weihnachtszeit. Jan Morgenstern (34) aus Wismar

Im vergangenen Jahr wurde der Leuchtturm in Warnemünde unter dem Motto „Sehnsucht“ in Flammen gesetzt. 85 000 Besucher verfolgten da die Show. In diesem Jahr nun ist alles auf „Ewig“ programmiert.

Schon ab 15 Uhr lassen sich die Besucher mit Live-Musik und vielen Angeboten auf der Promenade in Stimmung bringen.

Glühwein, Bratwurst, heiße Waffeln gehen in Mengen über die Tresen. Und schon singen brave Ehemänner an der Hand der Frau Roland-Kaiser-Hits mit – „Warum hast du nicht nein gesagt?“. Es wird am Strand getanzt und beobachtet, wie sich die Warnemünder Promenade Stunde um Stunde immer weiter füllt. Auf der Bühne heizt DJ Alex Stuth vom Radiosender Ostseewelle den in wärmenden Mützen und Schals gehüllten Besuchern kräftig ein.

Von der Ostsee weht eine frische Brise rüber. Doch es bleibt trocken und ab und zu lässt sich sogar die Sonne sehen. Beste Voraussetzungen vom Wetter her. Moderator Horst Marx verrät, dass die etwa 160 Mitwirkenden der Show total aufgeregt sind. „Sie bereiten sich seit Monaten vor, aber ohne Generalprobe, das muss heute einfach sitzen“, betont Marx.

„Die Show wird nur ein einziges Mal aufgeführt“, erklärt Veranstalterin Hildebrandt. Bis dahin sei alles nur virtuell. „Die Show existiert nur in vier Laptops. Und am Tag der Aufführung müssen Licht und Laser, Ton, Musik und Feuerwerk in echt auf den Punkt zusammengeführt werden“, sagt Hildebrandt.

Busse und S-Bahn bringen unterdessen immer mehr Zuschauer. Einheimische wie Urlauber lieben diese flammende Verlängerung des Jahreswechsels. Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern reisen Gäste extra für dieses Spektakel an, das es zum nunmehr 19. Mal am Leuchtturm gibt. „Wir kommen auf Empfehlung von Freunden“, verraten Karin und Claudius Hannemann. Mit ihren Kindern Ida (5) und Mattes (10) sind sie aus Ludwigslust gekommen, haben den Tag bislang am Strand verbracht „und vielleicht baden wir heute noch in der Ostsee an“, verkündet Claudius Hannemann. Auf die Lichtershow sind alle gespannt.

Christian Schlünz aus Schönebeck baut in den Dünen schon rechtzeitig sein Stativ für die Kamera auf. Der 44-Jährige hat schon das Silvesterfeuerwerk am Vortag aufgenommen. „Nun will ich das Gesamtbild zwischen Laser, strahlendem Leuchtturm und Höhenfeuerwerk festhalten“, sagt Schlünz, dem Ehefrau und Sohn bei den Vorbereitungen assistieren.

Christiane Titze und Jan Morgenstern aus Wismar sind bereits zum vierten Mal „Turmleuchter“. „Zuerst über den Sanitätsdienst des THW“, sagt Christiane Titze, „jetzt privat.“ „Es ist so toll, Strand, Meer, dann die Lichter- und Lasershow“, schwärmt Morgenstern. „Für uns ist dies der Ausklang der Weihnachtszeit, ab morgen geht’s wieder zur Arbeit“, sagt der Ingenieur für Messtechnik.

Und dann beginnt die Inszenierung: „Eine kleine Verbeugung an unsere Heimatstadt, die in diesem Jahr 800 Jahre alt wird“, erklärt Martina Hildebrandt. „Das ist keine Ewigkeit, aber eine lange Zeit“, sagt sie. Ihr Mann, Torsten Sitte, ist Regisseur und Produzent des Gesamtkunstwerkes mit einem Mix aus Licht- und Lasershow, Feuerwerken, Text und Musik. Das Zusammenspiel klappt bestens. Als Gitarrist Dieter „Quaster“ Hertrampf von den legendären Puhdys auf der Bühne erscheint und den bekanntesten der „ewigen“ Hits singt, „Alt wie ein Baum“, sprühen passend zu den Textpassagen Feuerfontänen gen Himmel: „Alle meine Träume fang ich damit ein.“ Es sind die besonderen Lichteffekte, die begeistern. Da umschwirren Pusteblumen den Leuchtturm, kleine Krakenarme greifen in die Nacht. Und mittendrin im imposanten Feuerwerk steht der Mond. Er spielt einfach mit, groß und rund.

Jubel kommt auf, als Marteria sein Rostock besingt, leider nicht live. Doch das Publikum beweist Textsicherheit und stimmt ein: „Du bist so ehrlich zu jedem. Du bist so herrlich dagegen. Ja, du hast mich groß und stark gemacht. Ich zieh los und such mein Glück. Doch dein Licht zieht mich zu dir zurück: Mein Rostock.“ Und dann erscheint das Feuerwerk am Himmel, als wollte es das Jubiläumsjahr einläuten. 2018 – als die Jahreszahl traditionell am Leuchtturm erscheint, gehen die Lichter aus. Aber die Erinnerung daran wird vielleicht noch ewig bleiben.

Doris Deutsch

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