Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Eine neue Ampel verbindet Bus und Fähre
Mecklenburg Rostock Eine neue Ampel verbindet Bus und Fähre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 29.08.2018
Stellten die neue Technik: Jürgen Dudek (Ortsbeirat), Knut Schäfer (Weiße Flotte), Reik Hollatz und Jan Bleis (beide RSAG).
Hohe Düne/Warnemünde

Es war eines der Themen, das die Bürger und Urlauber in Hohe Düne und Markgrafenheide in den vergangenen Jahren am meisten aufgeregt hat: Wer mit der Fähre nach Hohe Düne kam und mit dem Bus weiterfahren wollte, stand dort nur allzu oft im Regen – im wahrsten Sinne des Wortes. „Die Busfahrer mussten sich an ihren Fahrplan halten, haben nicht auf die Fähre gewartet“, sagt Jürgen Dudek (Rostocker Bund), der Vorsitzende des Ortsbeirates. Doch mit diesem Ärger soll es nun vorbei sein – einer kleinen Ampel sei Dank.

Die Ampel der „Marke Eigenbau“ zeigt den Busfahrern, wann die nächste Fähre anlegt und wie lange sie noch warten sollten. Quelle: Fotos: Andreas Meyer

Denn die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) und auch die Weiße Flotte als Betreiber der Fähr-Verbindung zwischen Hohe Düne und Warnemünde haben die Klagen der Menschen erhört: „Ja, es gab bei uns viele Beschwerden über die Probleme bei der Anbindung zwischen Bus und Fähre“, sagt RSAG-Vorstand Jan Bleis. Das Hauptproblem: „Die Fähre kann gar nicht immer pünktlich fahren. Sie muss den Verkehr im Seekanal passieren. Große Fähren, Kreuzfahrtschiffe oder zur Hanse Sail auch die Segler haben Vorfahrt. Oder der Kapitän sieht, dass die S-Bahn Verspätung hatte und wartet noch auf Passagiere.“ Die Busfahrer wiederum hätten bisher nicht sehen können, wann die Fähre kommt – ob sie schon auf dem Weg ist oder noch in Warnemünde liegt. „Mit einer kleinen, aber sehr wirkungsvollen Methode wollen wir dieses Problem lösen“, so Bleis.

An der Bushaltestelle haben RSAG und Weiße Flotte eine neue Ampel installiert. Die zeigt aber nicht Rot oder Grün an, sondern wann die nächste Fähre in Hohe Düne anlegt. Reik Hollatz, Informatiker bei der Straßenbahn AG und verantwortlich für alle Infosysteme, hat sich mit seinem Team eine Lösung überlegt: „Alle Schiffe senden ein Positionssignal – das sogenannte AIS-Signal. Die Ampel ist mit einem Mini-Computer ausgestattet, der diese Daten empfängt und aus der Fahrrichtung und der Position die ungefähre Ankunftszeit des Schiffes in Hohe Düne errechnet.“ Diese Zeit wird nun den Busfahrern angezeigt: „Und sie sind angehalten, solange zu warten, bis die Fähre festgemacht hat und die Passagiere von Bord sind.“ Knut Schäfer, Geschäftsführer der Weißen Flotte, ergänzt: „Wir wollen so gemeinsam unseren Kunden ein noch besseres Produkt und noch bessere Verbindungen anbieten.“ Die RSAG will die Technik „Marke Eigenbau“ nun auch an der Haltestelle Mecklenburger Allee einführen – damit die Busse dort auf die Straßenbahn warten.

Der Ortsbeirat ist bereits angetan: „Wir sind froh, dass die RSAG unsere Hinweise so ernst nimmt. Für die Menschen aus Markgrafenheide ist wichtig, dass sie von der Fähre direkt in den Bus steigen können – und umgekehrt.“ Früher habe er häufig Beschwerden über den Nahverkehr bekommen: „Aber das wird besser. Deutlich besser.“ Nur ein Thema beschäftigt den Ortsbeirat noch: In den Sommermonaten kam es hin und wieder zu Ausfällen auf der Fährlinie. „Dann fuhr nur ein Schiff. Eigentlich bräuchten wir für solche Fälle eine Ersatzfähre. Aber das ist utopisch“, sagt Ortsbeiratsmitglied Gunter Seidel (UFR).

Weiße Flotte-Chef Schäfer bestätigt die Ausfälle – aber: Die beiden Schiffe „Breitling“ und „Warnow“ seien dennoch sehr zuverlässig. Und doch stehen Veränderungen an: „Wir arbeiten mit einer Hochschule an Konzepten, die Schiffe noch umweltfreundlicher zu machen und denken darüber nach, sie mit Hybrid-Antrieben auszurüsten.“ Reine E-Fähren mit Batteriebetrieb seien einfach noch zu teuer.

Das ist die Rostocker Straßenbahn AG

6 Straßenbahn- und 21 Omnibuslinien betreibt die Rostocker Straßenbahn AG, kurz RSAG, in der Hansestadt Rostock innerhalb des Verkehrsverbundes Warnow (VVW).

Vorgänger der Straßenbahn war seit 1881 die schienengebundene Pferdebahn der Mecklenburgischen Straßen-Eisenbahn Actien Gesellschaft (MSEAG). Sie betrieb drei Linien in Rostock und zwei in Schwerin. Der Betrieb in Schwerin wurde 1885 wegen Unrentabilität wieder eingestellt. Am 22. Mai 1904 begann der Regelbetrieb als elektrische Straßenbahn.Im Takt von 10 Minuten an Wochentagen und 15 Minuten am Sonnabend fahren die Bahnen auf allen wesentlichen Abschnitten des Schienennetzes.

Andreas Meyer

Imker und Laien diskutieren über das Bienensterben

29.08.2018

Rittmeister-Chef startete 2010 mit Obstbränden, heute produziert er 25 Sorten

29.08.2018

200 Rostocker setzen Zeichen gegen Hass und Hetze

29.08.2018