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Rostock Einkaufen soll wieder attraktiver werden
Mecklenburg Rostock Einkaufen soll wieder attraktiver werden
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06:00 26.10.2018
Touristen auf Shopping-Tour: Familienvater Thomas Rieckhoff (39), Andrea Gruß (43), Mila (9), Haylie (4) und die kleine Marla (1) aus Rogätz bei Magdeburg machen Urlaub in Fleesensee – und kaufen in Rostock ein. Quelle: Martin Börner
Rostock

Wer nach dem Begriff „Innenstadt-Sterben“ im Internet sucht, erhält sofort eine lange Liste mit Treffern: Oberhausen, Hildesheim, Salzwedel und auch Köln haben dieses Probleme. Viele weitere Städte ebenfalls. Mehr und mehr Geschäfte schließen, die Citys veröden. „Ja, auch bei uns stehen Läden leer“, sagt Peter Magdanz, Rostocks Citymanager. Aber dramatisch sei die Lage in Rostock noch nicht. Damit das so bleibt, lassen das Rathaus, die Industrie- und Handelskammer und der Citykreis nun die Kunden in der Hansestadt befragen. Rostock nimmt erstmals seit Jahren wieder an Deutschlands größter Einzelhandelsstudie teil.

Rostock will attraktiv(er) werden

„Wir wollen wissen, wie zufrieden die Kunden mit unserer Innenstadt sind – mit der Langen Straße und der Kröpeliner Straße, der Breiten Straße und dem Neuen Markt“, sagt Anka Schröder, Sachgebietsleiterin Wirtschaftsentwicklung im Amt für Stadtplanung. An vier Tagen Ende September und Anfang Oktober werden deshalb Meinungsforscher im Auftrag des Instituts für Handelsforschung aus Köln Passanten in der Innenstadt ansprechen – einheimische Kunden, aber auch Touristen. „Bisher wurden für leerstehende Geschäfte schnell wieder neue Mieter gefunden, unsere Leerstandsquote ist gering“, so Schröder. Aber: Auch die Hansestadt spüre die Auswirkungen des wachsenden Online-Handels. „Der nimmt auch Rostocks Gewerbetreiben viel Umsatz weg.“ Jeden achten Euro geben die Kunden mittlerweile im Netz aus. Der Gesamtumsatz der Internet-Shops in Deutschland soll nach Schätzungen des Bundesverbands E-Commerce in diesem Jahr auf mehr als 60 Milliarden Euro steigen.

Schröder sagt: „Aus den Ergebnissen der Studie erhoffen wir uns Hinweise, wo wir attraktiver werden müssen – und wie wir die Menschen zu bringen können, wieder mehr Geld in den Geschäften der Innenstadt auszugeben.“ Gleich mehrere Themen interessieren Wirtschaftsförderer in der Hansestadt besonders: Welche Marken und Sortimente fehlen? Wie kommen die gastronomischen Angebote an? Wie beurteilen die Kunden die Öffnungszeiten – und wie den Service und die Beratung in den Geschäften? „Und es wird auch um die Erreichbarkeit gehen“, sagt Schröder. Was sagen die Passanten zur Anbindung der City mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Wie sieht es mit den Parkplätzen aus?

Das wünschen sich die Kunden für Rostocks Innenstadt.

Handel hofft auf neuen Schub

City-Manager Magdanz hofft, dass die Ergebnisse der Studie helfen können, der Innenstadt einen neuen Schub zu geben. „Wir wissen, dass wir in vielen Punkten noch Luft nach oben haben. In puncto Service etwa und auch was die Internationalität angeht.“ Um konkrete Maßnahmen ergreifen zu können, brauche man die Studie. „Wir müssen uns alle zusammen weiterentwickeln, die Stadt neu beleben – damit es nicht zu einem Geschäftssterben kommt.“ Und: Aus Sicht des Citykreises müssten auch neue Handelsflächen her: „Am Glatten Aal, am Neuen Markt – da brauchen wir auch Geschäfte. Da fehlt uns noch was.“

Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nord in Rostock, sagt: „Wir müssen wissen, wie die Innenstadt von anderen gesehen wird – von denen, die das Geld bei uns ausgeben. Jeder Händler glaubt zu wissen, was gut und was weniger gut läuft. Aber ob wir mit unseren Einschätzungen wirklich richtig liegen, wird sich erst mit der Studie zeigen.“ Die Vorteile des stationären Handels lägen auf der Hand: „Beratung, Service – das gibt es so nur im Geschäft und nicht im Netz. Aber wir alle spüren die Konkurrenz aus dem Netz.“ Der Handelsverband wolle vor allem wissen, warum die Menschen in der Innenstadt einkaufen – oder warum nicht. „An der Studie nehmen 60 Städte bundesweit teil. Wir bekommen ein sehr gutes Bild, wo wir stehen im Vergleich zu anderen.“

Händler fordern mit Feste und Vielfalt

Ideen, was besser laufen könnte, haben die Händler bereits: „Sehr, sehr Vieles in Rostock läuft für den stationären Handel richtig gut“, sagt Johannes Hülsmann, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof. „Vor allem der Tourismus ist gut für uns. Wir spüren, dass die Kundenzahl durch die Kreuzfahrt-Gäste in der gesamten Innenstadt steigt.“ Die Urlauber von den Schiffen würden zunehmend ein wichtiger Faktor. „Aber wir haben noch viel Potenzial und müssen stärker, das bieten, was das Internet kann.“ Beratung sei ein Thema – aber auch Erlebnis beim Einkaufen: „Wir brauchen mehr Veranstaltungen in der Innenstadt, die Menschen zu uns locken. Das fängt bei Aktionen an verkaufsoffenen Sonntagen an. Gemeinsam könnten wir da eine Menge auf die Beine stellen.“

Daniel Böttcher und Julia Schmidt vom Hapag Lloyd-Reisebüro an der Kröpeliner Straße sehen das genau so. Und: Sie sehen Chancen in mehr Vielfalt. „Aufgrund der hohen Mieten unterscheiden wir uns in der City kaum noch von anderen Städten. Ob in Lübeck, Kiel oder Rostock: Die Kunden finden fast überall die gleichen Geschäfte“, sagt Böttcher. 70 bis 90 Euro pro Monat koste ein Quadratmeter Verkaufsfläche an der Kröpeliner Straße mittlerweile. Das seien „Hamburger Verhältnisse“. „Und das führt dazu, dass kleine, besondere Geschäfte aus der Stadt verdrängt werden. Dabei sind es gerade das Individuelle, das Besondere und das Hochwertige, das wir in Rostock brauchen“, so Schmidt.

Andreas Meyer

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