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Rostock Elfjähriger attackiert gehbehinderte Seniorin
Mecklenburg Rostock Elfjähriger attackiert gehbehinderte Seniorin
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00:00 25.03.2014
Polizeieinsatz am Gerüstbauerring: Ein elfjähriger Junge hat dort eine gehbehinderte Frau attackiert. Quelle: Stefan Tretropp

Ein gerade einmal elfjähriger Junge hat am späten Sonntagabend in Groß Klein einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Beamten eilten in den Gerüstbauerring, weil das Kind dort kurz zuvor eine gehbehinderte Rentnerin überfallen hatte. Am Einsatzort waren auch die Polizeibeamten erschüttert, als ihnen Augenzeugen von der Tat erzählten. „Der Junge schlug die Frau, die gerade ihren Hund ausführte, mit einer Glasflasche“, sagte Rostocks Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Am Ende soll er auf die Frau uriniert haben.

Augenzeugen am Einsatzort berichteten, dass die 63-jährige Frau auf Krücken gerade über den Bürgersteig ging, als der Elfjährige ohne Vorwarnung und grundlos die Frau attackierte. Aus Nahdistanz warf er, so die Augenzeugen, die Flasche an den Kopf der Frau. Die sackte daraufhin mit einer stark blutenden Kopfplatzwunde zusammen. Doch das reichte dem Angreifer noch immer nicht aus. „Er hat dann noch vor der hilflosen Frau die Hose heruntergelassen und auf sie uriniert“, erklärte einer der Polizisten. Eine Nachbarin hatte den Zwischenfall beobachtet und griff ein. „Es kamen weitere Kinder aus dem Haus gelaufen und wollten die Dame attackieren“, sagte die Helfende. Zum Glück sei es ihr gelungen, die Horde davon abzuhalten.

Nachdem Polizei und Krankenwagen zum Tatort gerufen wurden, untersuchten die Rettungssanitäter die blutende Wunde der Dame. „Die Frau erlitt eine Platzwunde am Auge und wurde ambulant behandelt“, sagte Hanske. Gestern begab sich die 63-Jährige zur weiteren Behandlung zu einem Arzt. Der Angreifer stammt aus einer nahen betreuten Wohneinrichtung. „Aufgrund der Aussagen des Zeugen und der geschädigten 63-Jährigen konnte der Elfjährige ermittelt werden“, erklärte die Polizeisprecherin. Mehrere Polizisten gingen kurz nach der Tat in die betreute Wohngruppe und unterhielten sich mit dem Betreuer des Kindes. Ebenso hat die Polizei das Jugendamt über den Vorfall unterrichtet. Der Junge muss wohl nicht mit Konsequenzen rechnen, da er unter 14 strafunmündig ist.

Anwohner waren nach dem Übergriff auf die 63-Jährige erzürnt und voller Wut. „Immer wieder machen uns diese Rabauken hier das Leben zur Hölle“, sagte eine Seniorin, die ihren Namen aus Angst nicht nennen wollte. Von hinterhältigen Tritten in die Gesäße bis hin zu „Spuckattacken“ gegen die Bewohner hätten sie schon so allerhand erlebt.

Bei manchen gehe der Frust so weit, dass sie die komplette Wohngruppe aus dem Haus verbannt haben möchten. „Hier muss dringend etwas passieren“, sagte ein Bewohner. Es soll sogar schon eine Unterschriftenliste geben, die den Auszug der Gruppe fordert.



Stefan Tretropp

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