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Rostock Kleingärten müssen Baufläche weichen
Mecklenburg Rostock Kleingärten müssen Baufläche weichen
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19:42 01.11.2018
Klaus-Dieter Wenski (63), Vorsitzender des Vereins „Zur Kastanie“ genießt die letzten Sonnenstrahlen in seinem Garten. Quelle: Susanne Gidzinski
Elmenhorst/Lichtenhagen

Kurz gemähter Rasen, ordentlich zurückgeschnittene Hecken und fein säuberlich sortiertes Feuerholz. Ein idyllisches Bild – doch wie lange noch? Bereits im vergangenen Jahr beschloss die Gemeinde Elmenhorst/Lichtenhagen eine erste Änderung ihres Flächennutzungsplans. Diese sieht vor, dass die insgesamt 34 Parzellen des Mitgliedsvereins „Zur Kastanie“ als zukünftiges Wohngebiet ausgewiesen werden.

„Eine Schweinerei“, findet Andreas Matzke, Geschäftsführer des Kreisverbands der Gartenfreunde Rostock-Land. „Das wurde über unsere Köpfe hinweg entschieden. Unsere Einwände interessieren niemanden“, klagt er. Mehrfach habe Matzke versucht, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen und eine alternative Lösung zu finden – vergebens. Die Gemeinde hält an ihrem Vorhaben fest.

Auf eine Stellungnahme, in der der Kreisverband vor einem Verlust der Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren warnt, reagierte das Amt Warnow West mit folgenden Worten: „Die Bedenken werden nicht berücksichtigt.“ Geplant werden auf der Fläche mehrere Wohnhäuser mit Gärten, wie Matzke berichtet. Diese ortstypischen Strukturen würden keinen gravierenden Unterschied zu der angeführten Artenvielfalt in Kleingärten darstellen, teilt das Amt mit.

„Völliger Unsinn“, meint Klaus-Dieter Wenski. Seit 2016 ist der 63-Jährige Vorsitzender des Vereins „Zur Kastanie“. Dass die einseitig bepflanzten Vorgärten der aneinandergereihten Häuser ausreichend Raum für Pflanzen und Tiere aller Art bieten, bezweifelt er. „Was hier verloren geht, bekommt man mit Wohnflächen nie wieder so hin“, sagt Wenski. „Und wo sollen bloß die Zuchttiere hin?“ Damit meint er die Gänse, Enten, Hühner und Tauben, die auf insgesamt acht Parzellen gezüchtet werden. Ein seltener Anblick in einer Kleingartenanlage, wie Andreas Matzke bestätigt. Mittlerweile gebe es kaum noch Gartenvereine mit Tierhaltung. „Das ist einer der letzten seiner Art“, sagt er traurig.

Doch nicht nur Tiere auch viele Rentner und Kinder verlieren einen Rückzugsort. „Für ältere Menschen ist das hier ideal. Sie sitzen nicht den ganzen Tag allein zu Hause, sondern halten sich mit Gartenarbeit fit“, meint Klaus-Dieter Wenski. Auch er habe sich seine Parzelle zugelegt, um eine Beschäftigung zu haben. „Das ist besser als jedes Fitnessstudio. Erholung inklusive.“ Die Anlage werde immer öfter auch von Familien bewirtschaftet, die sich sonst keinen eigenen Garten leisten könnten. „Das ist doch das Besondere daran. Eine Grünanlage für wenig Geld“, wirft Matzke ein. Hier kämen Kinder, die sonst zwischen Betonklötzen aufwachen, mit der Schönheit der Natur in Berührung.

Über den Entschluss der Gemeinde ist der Vereinsvorsitzende sehr enttäuscht. Zusätzlich plagen ihn große Sorgen: „Es ist die Ungewissheit, die mich quält. Keiner weiß, wann wir unsere Parzellen aufgeben müssen. Aber vor Ende des Jahres 2019 wird es wohl nicht sein“, sagt er. Trotz der stetig wachsenden Unsicherheit unter den Mitgliedern sind auch weiterhin alle Parzellen belegt. Leerstand hat Wenski hier noch nie erlebt. „Daran müsste man doch sehen, dass noch immer ein großer Bedarf an Kleingartenanlagen besteht“, meint Andreas Matzke.

Dass auf dem nebenan liegenden Garagenkomplex eine neue kleine Grünfläche in Planung ist, tröstet ihn nicht. „Seit über 40 Jahren fahren dort Autos ein und aus. Die Schadstoffe haben den Boden unfruchtbar gemacht. Dort wird nichts wachsen“, erklärt er. Als Alternative habe der Kreisverband der Gartenfreunde vorgeschlagen, dass jene Fläche bebaut werden sollte. Die Gartenanlage könnte im Gegenzug zu einem Kleingartenpark umfunktioniert werden. Doch davon möchte man in der Gemeinde nichts hören. „So sieht keine Bürgerbeteiligung aus“, sagt Matzke sauer.

Susanne Gidzinski

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