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Endlich: Baustart für Eltern-Kind-Haus

Barnstorfer Wald Endlich: Baustart für Eltern-Kind-Haus

Monatelang mussten die Mitglieder der Kinderkrebshilfe auf diesen Tag warten. Gestern legte der Bagger los. Bis September soll der Neubau fertig sein.

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Adelheid Saretz, Marika Wolff, Brigitte Geist, Gudrun Eggers, Silke Strümper und Hans-Joachim Bartsch (v.l.) vom Kinderkrebshilfeverein freuen sich über den Baustart am Dr.-Lorenz-Weg. Wo sich jetzt Schlammberge türmen, soll im September das neue Eltern-Kind-Haus stehen.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Barnstorfer Wald. Der Bagger gräbt seine Schaufel tief in den Schlamm hinein. Diesen Moment hat Marika Wolff herbeigesehnt. „Ich bin so glücklich, dass es endlich losgeht“, sagt sie. Das geht ihren Mitstreitern genauso: Lange haben die Mitglieder des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder auf den Baustart für das neue Eltern-Kind-Haus am Dr.-Lorenz-Weg warten müssen. Eigentlich hätte der schon im September 2017 sein sollen. Doch es haperte mit der Baugenehmigung. Das Papier flatterte den Ehrenamtlern erst im Dezember ins Haus. Jetzt, fünf Wochen später, wird „das größte Projekt unserer Vereinsgeschichte“ Wirklichkeit, sagt die Vorsitzende, Gudrun Eggers, stolz.

Auf dem 3400 Quadratmeter großen Areal am Zoo sollen binnen neun Monaten zwei miteinander verbundene Gebäude entstehen: ein zweigeschossiges Elternhaus und ein Bungalow. In Ersterem können Mütter und Väter wohnen, während ihre Kinder in der nahegelegenen Uni-Klinik behandelt werden. Im Flachbau werden Vereinsbüros und ein Gemeinschaftsraum eingerichtet. „Läuft alles nach Plan, ist das Eltern-Kind-Haus spätestens Anfang September schlüsselfertig“, sagt Gudrun Eggers. Es wird der Mittelpunkt des Vereinslebens sein. Gesprächsrunden, Eltern- und Geschwisterbetreuung – das und mehr findet künftig hier statt.

Wie wichtig ein solcher Ort für Angehörige krebskranker Kinder ist, weiß Marika Wolff aus eigener Erfahrung: 2013 wird bei ihrem Sohn ein Nervenscheidentumor festgestellt. Die Ärzte räumen dem damals 16-Jährigen kaum Überlebenschancen ein. „Für mich brach eine Welt zusammen“, erinnert sich Marika Wolff. Das Schlimmste trifft ein: Chemotherapie und Bestrahlung helfen nicht. Am 28. Juni 2014 – zehn Monate nach der Diagnose – verliert sie ihr Kind an den Krebs. Während dieser Zeit habe ihr der Verein zur Seite gestanden. Dessen Mitglieder hörten ihr zu, wenn sie jemanden brauchte, mit dem sie ihr Leid teilen kann. „Reden tut gut.“

Worte können heilen, Taten die Welt verändern. Deshalb packen die Mitglieder der Kinderkrebshilfe selbst an. Mit Kettensägen haben viele fleißige Helfer das Baugrundstück von Baum und Strauch befreit. Der Kraftakt ist nötig. Der Verein braucht Platz. Bislang bringt er Mütter und Väter krebskranker KInder in der Schweriner Straße unter: Drei Zimmer mit Doppelbetten, ein Gemeinschaftsbad, eine Kochzeile – die Elternwohnung ist zweckmäßig und meistens ausgebucht. Das neue Haus im Dr.-Lorenz-Weg setzt der Platznot ein Ende. Es soll ein großzügiges Heim auf Zeit werden, in dem Angehörige Kraft schöpfen und sich mit jenen, die Ähnliches durchleben, austauschen können. Eine Gemeinschaftsküche sowie fünf Appartements mit insgesamt 13 Schlafmöglichkeiten wird der Zweigeschosser Müttern und Vätern bieten – alles barrierefrei, lichtdurchflutet, bunt. Die Familien sollen es während der wohl schwersten Zeit ihres Lebens so schön wie möglich haben.

Rund eine Million Euro kostet der Neubau. 400000 Euro davon übernimmt die Deutsche Krebshilfe. Die Finanzierung für die Immobilie ist gesichert, für die Inneneinrichtung sammelt der Verein noch Spenden.

Wo jetzt ein Bagger Erde zu meterhohen Bergen auftürmt, sieht Gudrun Eggers vor ihrem geistigen Auge bereits Kinder umhertollen. Rund ums neue Haus wolle der Verein eine Grünanlage anlegen, sagt sie, inklusive Spielplatz, Terrasse und Grillecke. Vieles wird durch das Engagement jener entstehen und mit Leben erfüllt, die selbst krebskranke Kinder haben oder hatten: Ein Vater will ein Baumhaus bauen, ein anderer, von Beruf Fleischer, Grillgut für Sommerfeste beisteuern. Ein lebendiger Ort soll es werden, einer, der Mut macht und Kraft gibt, dem Krebs die Stirn zu bieten.

Gönner mit Herz gesucht

150 Mitglieder zählt der Verein zur Förderung krebskranker Kinder in Rostock aktuell. Gegründet wurde er 1991 mit dem Ziel, krebskranke Kinder und deren Angehörige in der schweren Zeit der Behandlung und darüber hinaus zu unterstützen. Dafür sind die Ehrenamtler auf Spenden angewiesen. Konto: Ostseesparkasse

IBAN: DE 38 1305 0000 0445 0028 83

BIC: NOLADE21ROS Infos: www.kinderkrebshilfe-rostock.de

Antje Bernstein

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