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Energie-Park versorgt 50 000 Haushalte

GÜSTROW Energie-Park versorgt 50 000 Haushalte

Im Bio-Energie-Park vor den Toren der Barlachstadt laufen die Maschinen seit einem Jahr auf voller Leistung. Das Biokraftwerk der Firma „Nawaro“ produziert und liefert 46 Millionen Kubikmeter Biogas in Erdgasqualität.

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Betriebsleiter Burkhard Heidler zeigt in einem Bunker Mais-Schrot. In einem der 20 Fermenter wird es zu Rohgas verarbeitet. Fotos (2): Mathias Otto

Güstrow. Nach Angaben des in Leipzig sitzenden Unternehmens ist es das weltweit größte mit Biomasse betriebene Kraftwerk. Zum ersten Mal drehte der Betreiber 2009 die Ventile auf. Seit November 2011 ist der Park endgültig fertiggestellt. Zeit für eine erste Bilanz. „Wir haben einen neuen Markt für Bio-Erdgas geschaffen“, berichtet Direktor Eckhard Pratsch.

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In diesen Fermentern werden Mais, Getreide und Grasschnitt zu Rohgas.

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Das Unternehmen habe sich seiner Ansicht nach am Standort Güstrow behauptet, obwohl anfangs die Meinungen in der Barlachstadt in Sachen Bio-Energie-Park auseinandergegangen seien. Einige Bürger konnten sich nicht mit dem Projekt identifizieren. Zur Erklärung: Gegner hatten negative Auswirkungen des verstärkten Mais-Anbaus in der Region befürchtet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnte mehrfach vor „Monokulturen“ und einer schleichenden Einführung von Gen-Mais. Eine Bürgerinitiative hatte zudem gegen die zu erwartende Lärmbelästigung durch das hohe Transportaufkommen protestiert.

„Vor allem durch die Führungen auf dem Gelände, zahlreiche Gespräche und mit dem Tag der offenen Tür konnten wir die Sorgen vieler Bürger nehmen. Die Akzeptanz der Güstrower ist vorhanden“, resümiert der Direktor bei einem gemeinsamen Rundgang über das Firmengelände mit dem Güstrower Betriebsleiter Burkhard Heidler.

Gleich hinter den Schranken im Eingang werden die mit Mais-, Getreide-Schrot oder Grasschnitt beladenen Lkws gewogen. „Bevor wir das Produkt verwerten können, müssen wir die Ware auf Qualität, also auf den Energiegehalt überprüfen“, erklärt Burkhard Heidler. Fast ausnahmslos fällt das Ergebnis am Güstrower Standort jedoch gut aus.

In insgesamt vier Bunkern je Modul gelangen die Laster-Ladungen anschließend mit der gleichen Menge an Substraten in große Behälter. Von hier werden die 20 runden Gebäude, auch Fermenter genannt, am Standort versorgt. „Hier entsteht in einem anae-

roben Prozess das Rohbiogas“, weiß Eckhard Pratsch. Was übrig bleibt, sind etwa 700 Kubikmeter Gärreste pro Tag. „Die werden zunächst mechanisch entwässert, und der produzierte Presskuchen wird als Feststoffdünger zurück aufs Feld ausgebracht. Die zurückbleibende Flüssigkeit wird weiter aufkonzentriert und als Flüssigdünger verwendet“, ergänzt der Betriebsleiter.

Das Biomethan muss im letzten Schritt, bevor es ins Erdgasnetz gelangt, in einer Gaseinspeisanlage auf Qualität geprüft werden. Seit 2012 entstehen hier jährlich 46 Millionen Kubikmeter gereinigtes Biomethan. Als solches wird Biogas bezeichnet, das nach der Aufbereitung den technischen Normen für Erdgas entspricht und ins anliegende Erdgasnetz eingeschleust wird. Eckhard Pratsch: „Erst wenn alles stimmt, geben wir das Okay.“

Mit der produzierten Energiemenge kann der gesamte Energiebedarf von 50 000 Haushalten gedeckt werden. Übersetzt entspricht das rund 160 Millionen Kilowattstunden bei Strom und 180 Millionen Kilowattstunden bei Wärme. Pro Stunde gehen rund 5 000 Kubikmeter Bio-Erdgas in das anliegende Erdgasnetz.

„Die Sorgen vieler Bürger konnten wir in Gesprächen nehmen.“ Eckhard Pratsch,

Direktor „Nawaro“

Mathias Otto

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