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Rostock Entspannter, fröhlicher und nachdenklicher Rockstar
Mecklenburg Rostock Entspannter, fröhlicher und nachdenklicher Rockstar
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00:00 01.09.2018
Marius Müller-Westernhagen (69) bei seinem Auftritt am Freitagabend. FOTOS (4): OVE ARSCHOLL
Hansaviertel

Ein bisschen Wehmut kam gleich zu Beginn auf: „Das ist das letzte Konzert in diesem Unplugged-Zyklus“, sagte Marius Müller-Westernhagen, die Band ist über diese Zeit fast zur einer Familie geworden, erklärte er. Das war auch ein Grund, in Rostock diesen Abend ein bisschen mehr auszukosten. 10000 Besucher waren am Freitagabend ins Rostocker Ostseestadion gekommen. „Wir haben schon zu DDR-Zeiten Westernhagen gehört – damals noch auf Mittelwelle bei RTL“, sagte Konzertbesucher Detlev Follak. „Ich habe seine Musik immer verfolgt, ob im Fernsehen oder im Radio. Wenn er schon mal nach Rostock kommt, dann müssen wir natürlich auch dabei sein.“

Marius Müller-Westernhagen spielte vor 10000 Besuchern im Ostseestadion

Das „Unplugged“-Programm, das Marius Müller-Westernhagen 2016 für den Fernsehsender MTV aufgenommen hatte, eignete sich auch für Konzertbühnen. Zwei Mal war Marius Müller-Westernhagen mit diesem Programm auf Deutschlandtour gegangen. Für diese Form der Präsentation hatte der Sänger seine Stücke mehr in Richtung Folk, Country & Western oder Boogie Woogie getrimmt. Und wenn es passte, wurden sie auch mit Streichern aufgewertet. Die Titelliste des Abends orientierte sich am Programm der „Unplugged“-Doppel-CD, Songs wie „Weil ich dich liebe“, „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“, „Es geht mir gut“ oder „Lass uns leben“.

Für Marius Müller-Westernhagen hatte diese Form der Darbietung auch praktische Vorteile: Der 69-jährige Musiker konnte die ganze Sache geruhsam angehen lassen. Dabei war es zunächst spannend, ob der intime Charakter eines Wohnzimmer-Konzerts auch in ein Stadion übertragen werden kann. Westernhagen hatte zuvor die Bestuhlung im Stadion so erklärt: „Wir sitzen ja hier oben auch, da dachten wir, es ist nur fair, wenn ihr ebenfalls sitzt.“ Doch spätestens beim „Pfefferminz“ brachen in Rostock die Dämme – das Publikum hielt es da nicht mehr auf den Sitzen und tanzte lieber ausgelassen.

Die Energie übertrug sich also auch auf diese Weise, mit den Hits aus einer langen Karriere, die längst zu Klassikern geworden sind: „Lass uns leben“ hat Marius Müller-Westernhagen nach eigenen Angaben im Alter von zwölf Jahren geschrieben, ein anderer Song kam von seiner Frau Lindiwe Suttle und wurde auch mit ihr im Duett dargeboten: „Luft, um zu atmen“. Das war dann einer der ruhigen, fast magischen Augenblicke.

In den Momenten, in denen Marius Müller-Westernhagen ein bisschen innehielt, zeigte er sich auch nachdenklich. Der Musiker thematisierte die Ausschreitungen vom Chemnitz in der vergangenen Woche.

„Martin Luther King hat mal gesagt: Die Freiheit verliert man in einem Augenblick“ , zitierte Müller-Westernhagen den US-amerikanischen Bürgerrechtler. „Das dürfen wir nicht zulassen“, appellierte der Künstler ans Publikum und warnte damit vor dem Verlust der Demokratie.

Die Party im Ostseestadion ging weiter, auch mit Songs von der aktuellen CD „Alphatier“, im Rücken hatte der Marius Müller-Westernhagen eine international besetzte Band. Mit Songs wie „Ladykiller“

oder „Wir haben die Schnauze voll“ wurde der Freitagabend eine Party für alle – für die Musiker und für das Publikum sowieso.

Thorsten Czarkowski

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