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Rostock Entspannung auf Baumwipfelliegen
Mecklenburg Rostock Entspannung auf Baumwipfelliegen
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00:18 18.05.2018
Die Biota-Planerinnen Constanze Jeschke (r.) und Elke Blumenberg genießen den entspannten Blick ins Blätterdach. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Graal-Müritz

Das Ostseeheilbad ist auf dem Holzweg – zumindest ein Stück weit. Etwa 100 Meter schlängelt sich ein aufgeständerter Holzweg über morastigem Boden am Pavillon vorbei durch den neuen Entspannungswald. Das gestern offiziell eröffnete Naturprojekt ist Teil zwei im Entwicklungskonzept Kurwald Graal-Müritz. Im vergangenen Jahr wurde bereits der Aktivwald mit mehreren Fitnessgeräten unter Bäumen in Betrieb und inzwischen stark in Anspruch genommen. Geplant sind noch die Abschnitte Balance- und Atmungswald.

Graal-Müritz auf dem Weg zum Kurwald. Neues Naturprojekt gestern eröffnet. Pavillon ermöglicht Blick auf den Mahlbusen.

Die Gemeinde ist eine von fünf Pilotkommunen landesweit, die auf Initiative des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern für die Entwicklung eines Kurwaldes ausgewählt wurde. Mit dabei sind auch Bad Doberan, Heringsdorf, Sassnitz und Waren/Müritz. „Inzwischen sind sogar weitere Gemeinden auf dem Weg“, informiert Umweltminister Till Backhaus (SDP) bei der gestrigen Einweihung und nennt Kühlungsborn, Klink, Plau am See und Ribnitz-Damgarten. Stolz verkündet der Minister, dass MV europaweit Vorreiter bei der Entwicklung eines Kur- und Heilwaldes sei. Die 558000 Hektar Waldfläche und kilometerlangen Küstenwäldern seien geradezu prädestiniert dafür. Seit 2015 sind laut Backhaus sechs derartige Projekte im Land mit mehr als einer Million Euro gefördert worden. Graal-Müritz bekam für den Aktiv- und Entspannungswald 164000 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds. Insgesamt haben die beiden Maßnahmen 248000 Euro gekostet.

Die Konzeption für den Kurwald hat die Bützower Firma biota GmbH erarbeitet, die bauliche Umsetzung im Entspannungswald übernahm der Gartenbaufachbetrieb Outdoor-Design aus Rostock. „Zwei Sattelzüge voll Holz haben wir hier bestimmt verarbeitet“, sagt Firmenchef Thomas Klenzendorf. „Jedes einzelne Brett mussten wir durch den Wald schleppen, mit Tausenden Schrauben haben wir die Bretter befestigt.“ Wegen der räumlichen Entfernung zu Straßen und Wegen und des schwierigen Baugrundes sei diese Baumaßnahme eine besondere Herausforderung gewesen. „Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen“, befindet der Landschaftsgestalter.

Bänke am Weg laden zum Verweilen ein, vom Waldpavillon gibt es einen reizvollen Ausblick auf den Mahlbusen, ein verträumter Blick in die Baumwipfel ist von sechs bunten Metallliegen aus möglich. Den Anforderungen an einen Kurwald komme Graal-Müritz schon sehr nahe, meint die Bürgervorsteherin und künftige Bürgermeisterin Benita Chelvier. Gepflegt und naturnah müsse er sein, Parkplätze und sanitäre Einrichtungen im Umfeld haben, beschildert und barrierefrei sein, nennt sie einige Eigenschaften. „Der Wald befindet sich in einem guten touristischen Umfeld mit dem Rhododendronpark als Herzstück “, sagt Chelvier. Auch Tourismusdirektor Roman Ferken freut sich über das neue grüne Angebot als „Ausgleich vom stressigen, reizüberfluteten Alltag“. Der Wald als natürliches Krankenhaus, bringt es Ferken auf eine kurze Formel. Vize-Landrat Stephan Meyer (CDU) lobt den Mut der Gemeinde, „so ein Pilotprojekt anzutreten“. Mut gehöre dazu, neue Leuchttürme zu kreieren, sagt Meyer, und der Kurwald sei so ein Leuchtturm. Die Biota-Planerinnen genießen indes den Blick ins Blätterdach.

Graal-Müritz hat 80 Hektar Wald

80 Hektar Wald besitzt die Gemeinde Graal-Müritz. In einem Teil will das Ostseeheilbad einen Kurwald mit verschiedenen Bereichen installieren. Ein Aktivwald mit Trimm-Dich-Pfaden und Fitnessgeräten wurde vor einem Jahr in Betrieb genommen.

Nun folgt Teilabschnitt zwei: der Entspannungswald. Dieser Bereich wurde von September bis November 2017 gebaut, mit der offiziellen Eröffnung der Maßnahme wurde auf besseres Wetter und das natürliche Grün gewartet. Gestern war es dann endlich soweit.

Doris Deutsch

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