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Rostock Er inszeniert Morde in Rostocks Heide
Mecklenburg Rostock Er inszeniert Morde in Rostocks Heide
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00:00 10.06.2017
Knut Henßler in seiner Schreibstube am Computer, an dem er seine Kriminalgeschichten formuliert. Quelle: Fotos: Doris Kesselring
Graal-Müritz

Er mordet in der Rostocker Heide, lässt Leichen am Ostseestrand anschwemmen und legt Tote ins Schwimmbecken einer Kurklinik. Böses geschieht rund um das idyllische Ostseeheilbad Graal-Müritz, in dem der pensionierte Kriminalhauptkommissar aus Rostock, Ole Timm, in Ruhe seinen Lebensabend verbringen möchte, und dann als Privatdetektiv so manches Verbrechen aufklären muss. Hier zu Hause ist auch der Vater der Geschichten, Krimiautor Knut Henßler.

Für das Cover hat der Autor einen Blick aus seinem Fenster gewählt.

Der 72-Jährige hat gerade seinen sechsten Graal-Müritz-Krimi herausgebracht: „Wenn im Moor die Nacht beginnt“. Seit einigen Jahren lebt der Thüringer, der als Journalist beim Radio in Berlin und später als Medienmanager bei einer deutschen Nachrichtenagentur gearbeitet hat, an der Ostsee. „Wir hatten immer eine Ferienwohnung in Graal-Müritz“, erzählt Henßler. Im Ruhestand habe es ihn dann mit Ehefrau Dagmar ganz an die Küste gezogen. „Es ist ein Glücksgefühl für mich, hier leben zu dürfen“, sagt der Rentner, der nun im Seebad ein kleines Haus bewohnt. „Es gibt keinen schöneren Platz in Deutschland, mitten drin zwischen Meer und Wald.“

Am Wasser malt er, streift durch Dünen und Wälder und fährt mit seiner Frau all die ruhigen Plätze in der Rostocker Heide ab, die er später in seinen Büchern wieder aufleben lässt. Erst im Ruhestand hat er angefangen zu schreiben. „Rheinsberger Träume“ ist der Titel seines Erstlingswerkes, erdacht und verfasst in einer kleinen Hütte nahe Rheinsberg. Eine Hommage an die reizvolle Gegend mit viel Eigenem in der Hauptfigur Paul Herfort, einem berenteten Journalisten. Verlegt wurde das Buch im Scheunen-Verlag Kückenshagen bei Barth. Hier entstand auch die Idee regionaler Kriminalromane.

„Als ich den ersten Krimi ,Das Geheimnis im Ribnitzer Moor’ fertig hatte, ist Verleger Andreas Ciesielski gestorben“, denkt Henßler zurück. „Nun saß ich mit dem Manuskript da.“ Er gab das kleine Buch in die Ribnitzer Stadtdruckerei und verlegte es online bei amazon.de selbst. Auf diesem Weg sind seitdem alle seine Krimis erschienen. In Auflagen zwischen 250 und 600 Exemplaren. „Ich schreibe nicht, um reich zu werden“, wehrt der Autor ab. „Es ist ein Hobby, ein schönes Hobby.“

„Das perfekte Buch für den Urlaub am Strand“, heißt es in Rezensionen von Lesern. Einheimische hätten durch sehr viel Lokalkolorit die Freude, den einen oder anderen Bekannten oder Ort im Buch wiederzutreffen. Obgleich Henßler versichert, dass Handlungen, Akteure und Örtlichkeiten fiktiv und nur seiner Fantasie entsprungen sind, gibt es doch einiges aus den Romanen in Graal-Müritz wiederzufinden. Für das Cover seines neuesten Buches hat Henßler abends die Kamera aus seinem Dachfenster gehalten. „Ich werde dem Nachbarn das Buch demnächst mal vorbeibringen“, sagt er.

Kurdirektor Bernd Kuntze hat alle Bücher Henßlers gelesen: „Sehr interessant und kurzweilig.“ „Ich finde toll, dass ein Autor über unsere Region schreibt“ , sagt der Geschäftsführer der Tourismus- und Kurgesellschaft in Graal-Müritz, die daher alle Krimis auch in der Touristinformation anbietet. „Die werden von den Urlaubern gut angenommen“, sagt Kuntze.

In den nächsten Tagen begibt sich Henßler auf eine Kreuzfahrt in der Ostsee und hängt dabei wieder manch kriminellen Gedanken nach. Seine Ideen notiert er in kleinen Heften. Er liest viel, sucht mit Einheimischen und Touristen das Gespräch, aus dem er Stoff zieht. Schärfste Kritikerin ist Ehefrau Dagmar. „Es wird immer gemordet, gleich fünfmal im vorletzten Buch, das ist mir zuviel“, sagt sie.

„Jetzt sind es nur drei Morde“, kontert er. Etwa ein Dreivierteljahr schreibt er an einem Buch. Auszüge präsentiert er bei Lesungen zwischen Warnemünde und Barth.

Doris Kesselring

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