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Rostock Erfolg für Start-Up aus Rostock: Maschmeyer beißt an
Mecklenburg Rostock Erfolg für Start-Up aus Rostock: Maschmeyer beißt an
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20:45 11.09.2018
Investorin Dagmar Wöhrl mimt die Testpatientin. Konstantin Altrichter zeigt an ihrem Arm, wie leicht der Daisygrip zu handhaben ist. Quelle: Mg Rtl D/bernd-Michael Maurer
Rostock

Der Deal ist perfekt, der Löwe hat angebissen: In der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ haben die Rostocker Jungunternehmer Karl Hartmann (26) und Konstantin Altrichter (26) Multimilliardär Carsten Maschmeyer als neuen Geschäftspartner gewonnen. Der Wahlmünchner, der zu den wohlhabendsten Deutschen zählt, investiert 100 000 Euro in das Start-Up Daisygrip und bekommt im Gegenzug ein Viertel der Firmenanteile.

Ein Millionenpublikum hat am Dienstagabend vor den TV-Bildschirmen mitverfolgt, wie Hartmann und Altrichter um die Gunst der Investoren kämpften. Ködern wollen sie die Löwen mit ihrem neuartigen Venenstauer. Der Daisygrip besteht aus beschichtetem Silikon und kann im Gegensatz zu herkömmlichen Stauschläuchen leicht desinfiziert werden (OZ berichtete). Damit können Ärzte Patienten Blut abnehmen, ohne das dabei lebensgefährliche Krankenhauskeime übertragen werden. Ob die TV-Löwen bei dieser Geschäftsidee Blut lecken?

Maschmeyer schnappt sich ein Viertel der Firmenanteile

„Uns war bewusst: Das wird kein Kinderspiel. Aber die Investoren waren sofort aufgeschlossen für unser Produkt“, erzählt Hartmann. Allen voran Frank Thelen, einer der erfolgreichsten europäischen Seriengründer. „Das ist super. Ich will euch helfen und das richtig groß machen“, sagt er. Das Aber kommt prompt. „Ich kenn’ mich im Medizinbereich nicht aus, hab’ da kein Netzwerk.“ Thelen muss passen. Auch Georg Kofler winkt ab. Es werde schwierig sein, in dieser Branche einen Fuß in die Tür zu bekommen, gibt Dagmar Wöhrl zu bedenken. Die Einkäufer in den Krankenhäusern seien sehr festgelegt auf bewährte Produkte. „Ihr braucht einen Fachmann, der sich dort auskennt. Ich bin dafür die Falsche.“ Wöhrl ist raus. Carsten Maschmeyer teilt ihre Einschätzung.

„Aus vertrieblicher Sicht: viel schwieriger geht’s nicht.“ Sie scheuen sich nicht, Klinken zu putzen, kontert Konstantin Altrichter. Das imponiert „Mister Regal“ Ralf Dümmel, der sein Unternehmen auf gleiche Weise zu einem Imperium aufgebaut hat. Weil er sich aber mit Küchenmaschinen und Co. besser auskennt als mit Medizinprodukten, will auch er nicht investieren. Bleibt nur noch Carsten Maschmeyer. „Eigentlich will ich auch nein sagen.“ Doch das bringe er nicht übers Herz. „Sie können ein Lifechanger sein“, lobt er das Rostocker Duo. Dessen Unternehmensbewertung aber will der TV-Löwe nicht schlucken. Zwar will er die gewünschten 100 000 Euro zahlen, aber nicht für zehn, sondern 25 Prozent der Firmenanteile. Karl Hartmann und Konstantin Altrichter beraten sich – und schlagen ein. „Von uns fällt eine Last ab. Wir haben den Deal“, freut sich Hartmann, kaum dass er die Löwenhöhle wieder verlassen hat.

Erste Gespräche und große Pläne mit neuem Investor

Diesen Moment hat der Rostocker gestern nochmals durchleben können – allerdings ganz entspannt vor dem Fernseher und im Kreis seiner Freunde. Die Gründershow wurde schon vor einer Weile abgedreht. In der Zwischenzeit haben sich Konstantin Altrichter und Karl Hartmann schon mehrfach mit ihrem Löwen getroffen. „Herr Maschmeyer hat uns zu sich nach München eingeladen.“ Die Gesprächsrunden seien überraschend effektiv verlaufen. „Ich hatte auch erst meine Zweifel. Aber wenn man ihn trifft, dann nimmt er sich wirklich Zeit. Das ist dann kein Pflichttermin. Er hört genau zu, gibt Tipps“, erzählt Hartmann. Von dem Geschäftsmann hätten sie strategisches Vorgehen gelernt, „wie man Wachstum einfach macht, Prozesse standardisiert und sich nicht verzettelt, sondern das große Ganze sieht“.

Groß rausbringen will Carsten Maschmeyer Daisygrip schnell. Im September sollen 5000 Venenstauer auf den Markt kommen. Um diese an die Kunden zu bringen, nutzen Hartmann und Altrichter zwei Kanäle: Zum einen wollen sie die Krankenhäuser direkt ansprechen, zum anderen mit Medizinprodukte-Vertreibern kooperieren. Darauf, dass es dank TV-Auftritt mit Anfragen schnell durch die Decke gehen kann, sind der Arzt und der Wirtschaftsingenieur vorbereitet: „Wir können sehr schnell nachproduzieren“, sagt Hartmann. Der Venenstauer ist übrigens ein gesamtdeutsche Produkt. Der Konstrukteur sitzt in Berlin, das Silikon kommt aus Süddeutschland. Zusammengesetzt werden Gurt und Schnalle in den Behindertenwerkstätten Wismar. Die Qualitätskontrolle findet in Rostock statt. Von hier aus soll der Daisygrip die Medizinwelt erobern – und im besten Fall Menschenleben retten.

Tipp: Wer „Die Höhle der Löwen“ verpasst hat, kann die Sendung noch 30 Tage nach Ausstrahlung kostenlos auf tvnow.de abrufen

Bernstein Antje

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