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Rostock Erste Wunschfahrt ging nach Warnemünde
Mecklenburg Rostock Erste Wunschfahrt ging nach Warnemünde
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00:00 09.06.2017
Kerstin Scheiner gehört zu der ehrenamtlichen Besatzung des neuen Einsatzwagens für MV. Quelle: Fotos: J. Hegermann
Warnemünde

Der Tod gehört zum Leben dazu. Für einige geht es schnell und bei anderen wiederum dauert es seine Zeit. Der Arbeiter Samariter Bund (ASB) möchte mit einem Projekt todkranken Menschen in ihren letzten Tagen noch einmal einen Wunsch erfüllen. Mit dem sogenannten Wünschewagen geht es noch einmal zu besonderen Orten und Veranstaltungen. Gestern wurde in Warnemünde der bundesweit zehnte Wünschewagen eingeweiht. Es ist der erste mit Rostocker Kennzeichen und wird zukünftig in ganz MV fahren.

Franz Müntefering weiht den Wünschewagen für MV ein / Todkranke werden damit zu besonderen Orten gefahren

460 Fahrten seit Beginn

100 000 Euro kostet die Anschaffung eines Wünschewagens ungefähr. Es ist eine Sonderanfertigung.

Der ASB Bundesverband hat rund 1,5 Millionen Euro in das deutschlandweite Projekt Wünschewagen investiert. Demnächst soll es 14 Wagen in Deutschland geben. Seit der Einweihung des ersten Wagens 2014 gab es bundesweit rund 460 Fahrten.

Musikalisch wurde die Feierlichkeit durch den Shanty-Chor Luv un Lee begleitet. Mit kräftigen Stimmen und großem Repertoire überbrückten sie die Zeit, bis der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering in Warnemünde ankam. Dieser verspätete sich aufgrund eines Zugausfalls. „Wir müssen Sterben auch zulassen. Die Frage ist, was machen wir auf dem letzten Stück“, sagt der ehrenamtliche ASB-Präsident in seiner Rede. Um dieses letztes Stück gehe es auch bei den Wünschewagen des Arbeiter Samariter Bundes. Er übergab den symbolischen Schlüssel an den Landesverband MV.

„Die Wünsche sind meist ganz klein“, sagt Axel Schröter, der Projektleiter des Wünschewagen in Schleswig-Holstein. Seit Dezember 2015 gibt es dort bereits einen solchen Einsatzwagen. Mehr als 50 Anfragen habe es im vergangenen Jahr gegeben. Die Wünschenden besuchen Taufen, Hochzeiten und Konzerte. Manchmal wollen sie noch einmal das Meer sehen, Krabben pulen oder einfach auf der Bank sitzen, auf der sie mit ihrer Jugendliebe gesessen haben. „Wir hatten aber auch schon einen Fallschirmsprung “, sagt Schröter.

„Es sind wirklich fröhliche Fahrten“, erklärt er. Die Patienten werden in dem „Panorama Krankenwagen“ wieder zu Passagieren. Dabei ist die Fahrt für sie und ihre Angehörigen kostenfrei. „Sie können sich bestimmte Musik oder Beleuchtung wünschen.“ Auch die medizinischen Gerätschaften sind unauffällig verstaut. „Wir fahren aber nicht ohne ärztliche Einwilligung und Patientenverfügung“, betont Schröter. Die Besatzungen der Wünschewagen arbeiten ehrenamtlich, sind jedoch speziell für diese Aufgabe geschult.

Der erste Wunsch wurde in MV schon erfüllt. Eine Frau aus Schwerin wurde an den Strand von Warnemünde gefahren. „Wir waren bei der Jungfernfahrt alle sehr aufgeregt“, sagt Kerstin Scheiner aus Schwaan. Sie gehört zu der ehrenamtlichen Besatzung des neuen Einsatzwagens. „Für uns ist es sehr wichtig, dass die Familie und der Patient den Tag in ihrem Tempo bestreiten.“ Die Wünschende hätten die Helfer bei ihrem Ausflug mit dem Rollstuhl bis ans Wasser getragen. „Die Dankbarkeit der Familie war einfach überwältigend.“ Obwohl die Reise im Wünschewagen einen traurigen Hintergrund habe, sei es erfüllend, zu dem letzten Ausflug beitragen zu können. Drei weitere Anfragen an den Mecklenburger Wünschewagen werden momentan vorbereitet.

„Das ist stattlich. Die Zahl der Anfragen wird sich noch steigern, wenn der Wünschewagen erst bekannter ist“, ist sich der Geschäftsführer des ASB-Bundesverbandes, Ulrich Bauch, sicher. Rostock sei jetzt nur eine Zwischenstation gewesen. In der nächsten Zeit würden noch drei weitere Einsatzwagen in Deutschland eingeweiht werden. „Was mich hier besonders freut, ist das Engagement der Samariter in MV. Das sieht man auch an der Einweihung des Wagens.“

Johanna Hegermann

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