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Rostock Fachhochschule lockt mit seltenem Studiengang
Mecklenburg Rostock Fachhochschule lockt mit seltenem Studiengang
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18:23 05.11.2018
Katja Rebischke ist die erste Physician Assistant in der Südstadtklinik. Sie greift den Ärzten unter die Arme. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

Wunden verschließen, einleiten von Narkosen und beenden von Operationen: Tätigkeiten, die sonst nur ein Arzt erledigt, sollen zukünftig vermehrt auch von ausgebildeten Fachkräften ausgeführt werden. Physician Assistance (PA) nennt sich der Studiengang, welcher eine Schnittstelle zwischen Pflegepersonal und Ärzten bildet. Was im Ausland längst etabliert ist, soll ab 2019 auch in Rostock möglich werden. Angeboten wird der Studiengang ab April an der Europäischen Fachhochschule (EUFH). „Damit sind wir die ersten in Mecklenburg-Vorpommern, die diesen aufstrebenden Studiengang anbieten“, sagt Katja Welkener vom Marketing der EUFH.

„Ich freue mich, dass das Berufsbild nun auch in der Hansestadt ankommt“, sagt Katja Rebischke. Sie ist die erste Physician Assistant der Südstadtklinik, welche eng mit der EUFH zusammenarbeitet. Bevor sie das Studium absolvierte, arbeitete sie 15 Jahre lang bei der Marine. Dort kam sie auch das erste Mal mit der Arbeit eines PAs in Berührung. „Bei einem längeren Aufenthalt in Afghanistan habe ich live mitbekommen, wie vielseitig der Beruf ist“, berichtet sie. Das habe die ehemalige Operationstechnische Assistentin dazu verleitet, ihren eigenen Werdegang nochmals zu reflektieren. „Ich habe überlegt, was ich eigentlich in meinem Leben noch erreichen möchte. Da hab ich beschlossen, mich weiterzubilden.“ 

Weil das Studium zum Physician Assistant bis dahin an nur wenigen Standorten in Deutschland möglich war, beschloss Rebischke, die Theorie am EUFH Standort in Rheine zu absolvieren. „Gearbeitet habe ich weiterhin in der Hansestadt. Auch die Praxissemester habe ich hier verbracht“, sagt die Rostockerin. Eine Besonderheit des Faches: „Das Studium kann berufsbegleitend erfolgen. Für viele Studenten ist das wichtig, weil sie selbst für die Kosten aufkommen müssen“, erklärt Welkener. In vielen Fällen werde die Weiterbildung aber auch von den Arbeitgebern mitfinanziert.

Für wen ist das Studium geeignet?

Einschreiben für den Studiengang in Rostock kann sich ab dem kommenden Jahr jeder, der bereits eine Ausbildung in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf abgeschlossen hat. Wichtig: „Das ist kein Ersatz für ein Medizinstudium“, betont Katja Welkener. PAs steigen nach abgeschlossener Ausbildung zwar in das ärztliche Team auf, dürfen aber keine Entscheidungen bezüglich Diagnose und Therapie treffen. „Wir arbeiten auf Delegation der Ärzte und übernehmen Tätigkeiten, die beim Hauptstationsalltag unterstützend sind“, so Rebischke. Dadurch hätten die Doktoren mehr Zeit für die Patienten.

Das Arbeitsfeld der PAs erstrecke sich von kleineren Operationen über postoperative Versorgung bis hin zum Notfallmanagement. Alles Dinge, die in den Seminaren an der EUFH erlernt und später vertieft werden. Der Praxisbezug stehe an erster Stelle. Für Katja Rebischke war die Entscheidung für das Studium ein wichtiger Schritt. „Ich übernehme mehr Verantwortung und kann gleichzeitig dem nachgehen, was mir schon immer viel Spaß gemacht hat“, sagt sie. Seit 2016 ist sie nun PA in der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Südstadt. „Ich kann das Studium jedem empfehlen, der sich weiterqualifizieren und vielleicht auch mehr verdienen möchte.“

Im April können bis zu 25 Studenten mit dem berufsbegleitenden Studium beginnen. Die Nachfrage sei hoch, wie Britta Malmström von der EUFH berichtet. „Obwohl das Berufsfeld noch in den Kinderschuhen steckt, merken wir, dass Bedarf vorhanden ist. Sowohl bei den Unternehmen als auch den Pflegekräften“, sagt Katja Welkener.

Am 17. November lädt die EUFH zu ihrem Infotag ein. Von 10 bis 13 Uhr können Studieninteressierte den Campus kennenlernen und sich durch interessante Präsentationen sowie individuelle Beratungsgespräche über das Studienangebot informieren. Mit dabei ist auch Katja Rebischke, die den Studiengang Physician Assistance vorstellen und Fragen beantworten wird. Am 10. Dezember gibt es ab 18 Uhr eine weitere Möglichkeit sich über den Beruf zu informieren.

Susanne Gidzinski

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