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Rostock Fachkräfte fehlen: Land soll für Werften werben
Mecklenburg Rostock Fachkräfte fehlen: Land soll für Werften werben
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11:33 20.04.2018
Silvio Schleifer (44) bei Schleifarbeiten an einer Schiffssektion auf der Werft in Warnemünde Quelle: Frank Söllner
Wismar/Rostock/Stralsund/Wolgast

Mecklenburg-Vorpommern soll nicht länger „nur“ als Urlaubsland wahrgenommen werden: Die Werften an der Ostsee fordern ein Umdenken in der Außenwerbung. MV soll sich stärker als bisher auch als Industrieland präsentieren. Der Grund: Die Auftragsbücher der Schiffbaubetriebe im Land sind voll, doch auf den ersten Werften werden die Fachkräfte knapp. Das Land soll nun gemeinsam mit der maritimen Wirtschaft bundesweit nicht nur um Touristen, sondern auch für die neuen Jobs an der Küste werben.

IHK-Präsident für gemeinsame Kampagne

„Wir brauchen eine gemeinsame Kampagne. Keine Fachkraft kommt von allein“, fordert Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock. „Noch gelingt es uns, die Stellen zu besetzen, aber nicht mehr so schnell und gut wie noch vor zwei Jahren“, betont Christian Schmoll, Geschäftsführer der Rostocker Werft Tamsen Maritim. Allein er sucht derzeit sechs Mitarbeiter. Seit acht Jahren bildet der mittelständische Betrieb, der auf Reparaturen und Behördenschiffe spezialisiert ist, über den Bedarf hinaus aus: „Viele Auszubildende verlassen uns nach der Lehre.“ Bundesweit würden Werften in großem Stil Personal suchen. Schmoll: „Das betrifft den ganzen Markt – von Papenburg über Emden, Bremen, Hamburg bis Wolgast.“

„Gut bezahlte Arbeitsplätze in spannenden Projekten“

Oliver Grün, Sprecher der Lürssen-Gruppe, zu der auch die Peene-Werft Wolgast gehört, sagt: „Auch wir spüren einen zunehmenden Fachkräftemangel.“Stefan Sprunk, Marketing-Chef des größten Werftenverbundes im Land – MV Werften – , versichert: „Alle Projekte im Auftragsbuch werden planmäßig abgeliefert – ob mit eigenem oder externem Personal, in Kooperationen oder durch teilweise Fremdvergaben ins In- und Ausland.“ Aber: „Wir haben in MV gerade die historische Chance, zusätzliche Jobs zu besetzen. Gut bezahlte Arbeitsplätze in spannenden Projekten, wie Mega-Yachten, Marineschiffe, Seenotkreuzer, Kreuzfahrtschiffe.“

Das Land, aber auch die Unternehmen selbst müssten deshalb stärker und selbstbewusst für MV werben: „Warum pflastern wir nicht den Berliner Hauptbahnhof mit Plakaten voll: ,Hier steppt der Bär – komm an die Küste und pack mit an! Ihre Industrie in MV’. Wir müssen Leute dazu bringen, den Umzugswagen zu bestellen.“ Allein die Gruppe MV Werften sucht mehr als 1000 neue Mitarbeiter, 600 wurden bislang eingestellt.

Bessere Vernetzung von Land und Firmen gefordert

In Schwerin wird der Ruf gehört: „Mecklenburg-Vorpommern wird außerhalb unseres Landes immer noch vor allem als Tourismusland wahrgenommen. Aber Strandkorb allein reicht nicht“, sagt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Peter Kranz, Chef des Landesmarketings, fordert eine bessere Vernetzung von Land und Firmen. „Gemeinsam müssen wir nach Möglichkeiten, zum Beispiel für eine bundesweite Industrie-Kampagne, suchen.“ Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) will auch um Azubis werben: „Die beruflichen Perspektiven im Land sind vielfältig. Das muss noch stärker in die Köpfe.“

Andreas Meyer

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