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Rostock Kröpeliner-Tor-Vorstadt: Wo fantastische Welten zu finden sind
Mecklenburg Rostock Kröpeliner-Tor-Vorstadt: Wo fantastische Welten zu finden sind
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10:31 08.11.2018
Sven Adam (33) besitzt in der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt einen eigenen kleinen Laden für Fantasy-Spiele. Quelle: Sophie Martin
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Das ist mehr als nur ein Hobby für Nerds: Sven Adam brennt seit seiner Jugend für Fantasy-Spiele jeglicher Art. Sein Faible machte er kurzerhand zum Beruf. In der KTV eröffnete er einen eigenen kleinen Laden. Dort gibt es nur Gegenstände, die Adam selbst sammeln würde – und das hat Erfolg. Ein Fantasy-Spiele-Laden aus seiner Heimat diente ihm als Vorbild.

Comic-Hefte, Brettspiele, Figuren in Pappkartons, Mützen und Sammelkarten – Sven Adams Angebot lässt die Herzen der Rostocker FantasyFans höherschlagen. Seit dem Jahr 2010 besitzt der heute 33-Jährige das Geschäft „Fantastische Welten“ in der Doberaner Straße. Als 16-Jähriger fing er in den 1990er Jahren an, Figuren, sogenannte Tabletop-Miniaturen, zu sammeln. Diese werden bemalt und zum Spielen benutzt, ähnlich wie Schachfiguren. Sven Adam sammelte alle Mini-Charaktere aus der berühmten Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“. Auch Kartenspiele zu Serien wie „Battlestar Galactica“ oder japanische Manga-Hefte begeisterten den Jugendlichen.

Statt vor dem Computer zusammen spielen

In seiner Heimatstadt Husum in Schleswig-Holstein fand der Mann in einem Laden namens „Magische Welten“ Gleichgesinnte. Dort traf man sich mehrmals in der Woche zum gemeinsamen Spielen. Denn entgegen aller Vorurteile seien viele der umgangssprachlich als Nerds bezeichneten Personen nicht nur schlau, sondern auch sehr gesellig. „Manche mögen das Wort ,Nerd’ nicht“, berichtet Sven Adam. Für ihn war es schon immer wichtig, nicht nur am Computer miteinander zu kommunizieren, sondern zum Spielen gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Diesen Grundsatz behielt der Spiele-Fan bei.

Für Sven Adam war schon früh klar, dass er etwas Eigenes machen wollte. „Ich wusste aber lange Zeit nicht, was“, erzählt er. Also schloss er zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann ab. Danach studierte er Betriebswirtschaftslehre. An der Uni hielt es ihn jedoch nur ein Semester. Nach Abbruch des Studiums nahm der Husumer seinen ganzen Mut zusammen und beschloss, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Die Idee: Ein Fantasy-Spiele-Laden mit einem breiten Angebot und regelmäßigen Spielenachmittagen – wie in seiner Heimat. Ein Seminar beim Jobcenter verhalf Sven Adam zu einem Business-Plan, den er für einen Kredit brauchte.

In Rostock suchte der damals 25-Jährige einen geeigneten Standort. „Ich dachte mir, unter Umständen ist hier noch eine Lücke frei“, erinnert sich Sven Adam. Er sollte Recht behalten und eröffnete noch im gleichen Jahr seinen Laden, damals noch an einem anderen Standort. Vermutlich ließen die Erfahrungen aus seiner Jugend Sven Adam ein Gespür für ein gefragtes Sortiment entwickeln. Neben dem Verkauf finden regelmäßig Turniere mit Sammelkarten in seinem Laden statt. „Mir war das Bilden einer aktiven Community wichtig“, erklärt der Inhaber. An Freitagabenden sitzen schon mal bis zu 20 Spieler an seinen Tischen. „Wobei man die ,Magic’- und die ,Yu-Gi-Oh!’- Spieler nicht in einen Raum stecken darf“, scherzt er.

Sven Adam bietet viele Farben für die Mini-Charaktere aus Film und Literatur in seinem Rostocker Fantasy-Spiele-Laden an. Quelle: Sophie Martin

Zweimal im Jahr, immer zu Ostern und Weihnachten, besucht der gebürtige Husumer seine alte Heimat an der Nordsee. Sein Weg führt ihn dabei stets an dem Laden vorbei, in dem für ihn damals alles begann. „Dort tausche ich mich gern über Neues aus“, erzählt er. Erfolgreiche Trends wie das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ oder die US-Serie „The Big Bang Theory“ wirkten sich auch auf Sven Adams Umsätze aus. „Spezielle Hobbys scheinen in der Gesellschaft angekommen zu sein“, sagt er. Vom großen Druck, der vom Online-Handel ausgeht, bleibt der Wahlrostocker allerdings auch nicht verschont. „Ich handle gern mit Kunden, aber an die Preise im Netz komme ich nicht ran.“ Aktuell arbeite er an seinem eigenen Online-Shop.

Seitdem Sven Adam seinen eigenen Laden besitzt, wächst seine private Sammlung nicht mehr ganz so schnell. Bei einigen Dingen kann er dann aber doch nicht „Nein“ sagen. „Wenn ich etwas sehe und mir denke, eigentlich fehlt mir das noch, dann muss ich es mitnehmen“, gibt er zu. Der große Reiz am Sammeln sei für ihn eben auch das Vervollständigen.

Sophie Martin

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