Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Feuer im Aquadrom: Ein Ernstfall wird simuliert
Mecklenburg Rostock Feuer im Aquadrom: Ein Ernstfall wird simuliert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:46 05.09.2013
Nicole Toczek, Thomas Prassl, Ronny Bulmann und André Rieckhoff (v.l.) haben das Szenario im Aquadrom vorbereitet. Quelle: Claudia Haiplick
Graal-Müritz

Großunfälle mit vielen Beteiligten sind glücklicherweise selten. Aber eins ist Katastrophen eigen: Sie treten immer ein, wenn niemand damit rechnet. Und spätestens dann muss das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und der Wasserrettung klappen. Einen Ernstfall üben Rettungskräfte am Sonnabend im Aquadrom Graal-Müritz.

„Das Problem ist, dass man solche Groß-Szenarien wenig proben kann. Sie erfordern einen enormen Einsatz an Menschen, Technik und Material“, sagt André Rieckhoff (27) vom DRK-Rettungsdienst Bad Doberan. Dennoch sind Großübungen erforderlich, um das Zusammenspiel der Rettungskräfte durchzuspielen. „Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen“, ergänzt Ronny Bulmann (37), Rettungsassistent bei der Ambulanz Millich GmbH.

In puncto Katastrophenschutzübungen führt der Landkreis Rostock jährlich unterschiedliche Szenarien durch, bei welchen jeweils verschiedene Katastrophenschutzeinheiten zum Einsatz kommen.

Doch das reicht André Rieckhoff und Ronny Bulmann nicht. Und so findet ein „Ausbildungstag Rettungsdienst“ im Aquadrom in Zusammenarbeit von DRK-Rettungsdienst Bad Doberan, Ambulanz Millich, der Wasserwacht Bad Doberan und der DLRG Wasserrettung Graal-Müritz statt. Das Szenario: Feuer im Wirtschaftstrakt. Die Flammen breiten sich schnell aus. 30 Personen sind zum Teil schwer verletzt und müssen gerettet werden. Brandursache, so wird die Feuerwehr später feststellen, war eine Verpuffung. „Ein solches Szenario kann sich jederzeit in jedem öffentlichen Gebäude abspielen“, sagt André

Rieckhoff. Die Feuerwehr, die als erstes eintrifft, entscheidet, welche Rettungskräfte weiter angefordert werden.

„Zuerst wollten wir als Szenario einen Hotelbrand simulieren. Mit dem Aquadrom haben wir aber zusätzlich die Möglichkeit, die Wasserrettung mit einzubinden“, so Rieckhoff. Betriebsleiter Thomas Prassl (43) nimmt mit dem Aquadrom gern an der Großübung teil. „Man muss auf jede Eventualität vorbereitet sein. Durch die Übung werden zugleich meine Mitarbeiter geschult“, sagt er. Hausinterne, oft besprochene Abläufe können realistisch geprobt werden.

Der Großeinsatz ist so organisiert, dass der Besucherbereich des Aquadroms nicht betroffen ist. „Unsere Gäste werden kaum etwas mitbekommen und können ungehindert schwimmen gehen“, sagt Prassl. Auch die Rettungsleitstelle in Bad Doberan wird nicht beteiligt sein. Der normale Geschäftsbetrieb dort soll nicht gestört werden. Für die Großübung wird eine eigene Leitstelle an der Seebrücke von Graal-Müritz eingerichtet.

Ronny Bulmann: „Wir alle hoffen, dass es niemals zu einer solchen Katastrophe kommt. Doch mit zwei Autobahnen, der Bahnstrecke, Industriebetrieben und vielen Hotels vor der Tür müssen wir gut vorbereitet sein.“

Ausbildungstag Rettungsdienst
An der Großübung im Aquadrom nehmen 125 Feuerwehrleute, Rettungsassistenten, Rettungsschwimmer und Statisten teil. Die Freiwilligen Feuerwehren von Graal-Müritz, Gelbensande, Rövershagen, Mönchhagen und Bentwisch werden zusammen mit dem DRK-Rettungsdienst Bad Doberan, der DLRG-Wasserrettung Graal-Müritz, der Ambulanz Millich und der Wasserwacht Bad Doberan üben. Die Verletzten werden vom Betreuungszug des DRK Bad Doberan geschminkt, der auch die Verpflegung übernimmt. Der „Ausbildungstag Rettungsdienst“ dauert von 9 bis 12 Uhr.

Claudia Haiplick

Anzeige